Unterhaltung
Berlin - Prenzlauer Berg Bushido buergerlich Anis Mohamed Youssef Ferchichi, auch bekannt unter dem Pseudonym Sonny Black.10 Jahre Kiss Cup - Promis kicken fuer den guten Zweck in der Max Schmelling Halle Berlin am 23.Juni 2017. *** Berlin Prenzlauer Berg Bushido bourgeois Anis Mohamed Youssef faith also known under the pseudonym Sonny Black 10 years Kiss Cup Promis kick for a good cause in the Max Schmelling Halle Berlin on 23 June 2017 Copyright: xEIBNER/DanielxLakomskix EP_DLI

Der Rapper Bushido. Bild: imago stock&people

Niederlage für Bushido: Album als jugendgefährdend eingestuft

Es ist kein gewöhnlicher Tag am Leipziger Bundesverwaltungsgericht. Eine Wachfrau knipst im Flur mit dem Smartphone Rapper Bushido. Der Richter Thomas Heitz spricht in der dreistündigen Verhandlung in Leipzig von "Bitches", "Nutten" und Drogenhandel. Er zitiert Texte aus einem umstrittenen Album des Gangster-Rappers - Gegenstand der Verhandlung.

Es geht darum, ob die Bundesprüfstelle Bushidos Album "Sonny Black" 2015 zu Recht als jugendgefährdend eingestuft hatte. Das Bundesverwaltungsgericht stimmt zu: "Die hemmungslose Gewaltdarstellung zieht sich durch die Titel", erklärt Heitz. Frauen und Homosexuelle würden durch "vulgäre Sprache" herabgewürdigt.

Es sei schwierig mit der Rapper-Sprache in einer "komplett anderen Abteilung auf Verständnis zu stoßen", sagt Bushido nach der Verhandlung. Er sei "abgeschmiert auf ganzer Linie", allerdings habe er sich auch keine großen Hoffnungen gemacht. Er wolle künftig weniger Gründe für Indizierungen liefern, sagt Bushido.

"Ich möchte darauf aufmerksam machen, dass ich nicht frauen- und schwulenfeindlich bin"

Seit 2015 darf sein Album "Sonny Black" nicht an Kinder und Jugendliche verkauft werden. Damals landete es auf dem Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien. Die Behörde befand, die Titel verherrlichten Gewalt und einen kriminellen Lebensstil, diffamierten Frauen und Homosexuelle. Der Berliner Rapper klagte gegen den Listeneintrag, das Verwaltungsgericht Köln wies die Klage ab.

Kollegah und Farid Bang beteiligt

Im Berufungsverfahren entschied das Oberverwaltungsgericht Münster für Bushido. Daraufhin reichte die Bundesprüfstelle Revision ein. Die Richter des Bundesverwaltungsgerichts beschäftigen sich nun mit den Fragen, ob die an der Platte beteiligten Künstler hätten angehört werden müssen. Auch die wegen Antisemitismus-Vorwürfen in die Schlagzeilen geratenen Rapper Kollegah und Farid Bang waren daran beteiligt. Und dann geht es auch noch darum, ob die Indizierung von Trägermedien, also von gesamten CDs, Filmen und Büchern, überhaupt noch zeitgemäß ist.

"Schon in den 1980er Jahren hat die Indizierung nicht funktioniert, heute, im digitalen Zeitalter, ist das ein Witz", sagt Marc Urlen vom Deutschen Jugendinstitut im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Statt vorzugeben, was für Kinder und Jugendliche geeignet ist, fordert er mehr Medienkompetenz. "Kinder und Jugendliche müssen von klein auf lernen, mit Angeboten der Medien kritisch umzugehen", so Urlen.

Ist verbotenes umso interessanter?

Dazu gehöre auch, zu hinterfragen, welches Anliegen Bushido mit seinem Album verfolgt, welchen Nutzen der Rapper aus einer Skandalisierung zieht. "Wenn die Bundesprüfstelle ein Medium auf den Index setzt, erhält dieses viel mehr Aufmerksamkeit", sagt Urlen. Durch eine Tabuisierung werde ein Datenträger für die jugendliche Zielgruppe erst recht interessant. Bushidos Anwalt Mirko Lenz spricht sich in der Verhandlung vor dem Bundesverwaltungsgericht für die Indizierung einzelner Titel anstelle ganzer Alben aus.

(dpa/lin)

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Handy NICHT im Flugmodus: Wie gefährlich ist das? Ein Pilot erklärt

Jeder kennt es: Kurz vor dem Start und der Landung wird man von den Flugbegleitern gebeten, alle elektronischen Geräte auszuschalten. Aber was passiert, wenn wir mal vergessen das Handy in den Flugmodus zu stellen? Oder wenn unser Nachbar es ignoriert – wie schlimm ist das?

Chris Foster, Chef-Pilot bei Easyjet, kann unsere befürchteten Absturz-Szenarien wiederlegen. Im Interview mit dem "Liverpool-Echo" sagte er:

Er erklärt, dass die Regel aus einer Zeit stamme, in denen es Smartphones und iPads …

Artikel lesen
Link zum Artikel