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Motsi Mabuse hat in einem Video emotional über die Sendung vom WDR gesprochen. Bild: Instagram/ Motsi Mabuse

"Habe seit zwei Tagen nicht geschlafen": Motsi Mabuse meldet sich nach WDR-Eklat zu Wort

In den vergangenen Tagen wurde intensiv über die WDR-Show "Die letzte Instanz" diskutiert. Die Sendung, in der Steffen Hallaschka mit Thomas Gottschalk, Micky Beisenherz, Janine Kunze und Jürgen Milski über aktuelle gesellschaftliche Themen debattierte, sorgte für einen großen Rassismus-Eklat. Viele Twitter-Nutzer merkten beispielsweise an, dass die Gäste empathielos, unkritisch und naiv mit dem Thema Alltagsrassismus umgegangen seien und zudem rassistische Begriffe verteidigten.

Zahlreiche Promis wie Shirin David, Rapperin Nura, Influencerin Caro Daur oder Palina Rojinski sagten ebenfalls ihre Meinung. Nun hat auch "Let's Dance"-Jurorin Motsi Mabuse auf Instagram emotional über die aktuellen Vorkommnisse gesprochen. Dabei erklärte sie, warum sie bis jetzt geschwiegen hat.

Motsi Mabuse mit bewegender Videobotschaft

Zunächst meinte Motsi, dass sie die Sendung sehr getroffen hätte. "Ich habe gefühlt seit zwei Tagen nicht geschlafen. Ich will nicht zu emotionalisiert an die Sachen rangehen", erklärte sie im Hinblick darauf, dass sie sich bis jetzt noch nicht öffentlich zu dem Rassismus-Eklat geäußert habe. Nur weil sie Schwarz sei, heiße das nicht, dass sie die Expertise über Rassismus geben könne, so Motsi.

Im Anschluss daran wurde die Tänzerin dann noch deutlicher: "Ich habe Rassismus erlebt, ich erlebe jeden Tag Rassismus. Gestern war es glaube ich das erste Mal, dass ich in Deutschland eine Sendung gemacht habe und danach keine ekelhaften, rassistischen Texte bekam. Ich mache das jetzt mittlerweile seit 13 Jahren." Damit bezog sie sich auf die Vox-Sendung "Stars gegen Krebs", die auf viel Zuspruch bei den Zuschauern gestoßen ist.

Besonders bewegt zeigte sich Motsi schließlich über die Tatsache, dass sie die Promi-Gäste in der WDR-Talkshow persönlich kannte: "Ich glaube, was auch ganz wichtig ist, dass ich mit allen Leuten von dieser Sendung zusammensaß, ich kenne die und habe mit allen zusammengearbeitet. Das heißt, ich musste erstmal für mich aufarbeiten, was das bedeutet. Das hat einfach verletzt. Ich musste das mit meinem Mann besprechen und erstmal gucken, dass ich das Ganze verstehe."

Die 39-Jährige räumte ein, dass sie dafür eigentlich gar kein Verständnis aufbringen müsse: "Es gibt heutzutage für diese Art von Sprechen keine Ausrede mehr, auch wenn das in einer Comedyshow gewesen wäre. Es gibt einfach definitiv dafür zu 100 Prozent keine Ausrede. Und vor allem nach dem ganzen letzten halben Jahr ist es schwierig, das zu verstehen."

Motsi sei es allerdings auch wichtig, zu sagen, dass es in Deutschland genügend Menschen gibt, die Experten in Sachen Rassismus seien und politisch etwas bewegen könnten. Denen müsse man zuhören. Deshalb stellte sie klar:

"Ich nehme meine Stimme zurück und lasse die Menschen sprechen, die sprechen müssen. Meine Bitte ist auch, dass alle zuhören. Zuhören, was die Leute zu sagen haben. Wenn ich sage, mir tut das weh, dann tut mir das weh, auch heute. Ich bin aus Südafrika, ich habe einen anderen Rassismus erlebt. Man braucht immer Zeit, das Ganze zu bewältigen. Also respektiert das, respektiert die Meinung von Menschen."

"Kann euch sagen, wie dreckig man sich fühlt"

Und weiter: "Wir brauchen Menschen, die uns unterstützen, wir müssen lauter werden. Die Veränderungen müssen von oben kommen, von der Bildung, von der Regierung. Wenn Leute auf Instagram schreiben, nützt es uns nichts." Die Mutter einer Tochter müsse die Geschehnisse erstmal verarbeiten und vor allem ihre Gefühle und Emotionen schützen. Dann wurde das TV-Gesicht noch einmal besonders emotional und sagte:

"Ich kann euch sagen, wie dreckig man sich fühlt. Als kleines Mädchen gehst du in den Bus, in die Schule und hast Angst, dass du gehauen wirst, nur weil du Schwarz bist. Ich kann euch so viele Geschichten erzählen, ihr würdet das nicht glauben, was man alles erlebt hat. Ich kann euch so viele E-Mails zeigen, was bei uns, bei meinen Mitarbeitern in der Tanzschule alles geschickt wird."

Sie könne das ihrem Mann auch gar nicht mehr antun, weil es ihn so aufrege. Zum Schluss sendete sie noch eine wichtige Botschaft an ihre über 460.000 Abonnenten: "Es ist nicht okay, es wird auch nie okay sein oder werden. Wir werden auch nicht mehr leise sein, das kann man nicht mehr erwarten. Ich persönlich kann mit diesem Schmerz nicht tagtäglich leben. Ich bin hier und genieße das Leben, gerade jetzt im Lockdown. Ich arbeite aktiv daran, dass ich gesund bin, beschäftige mich mit fröhlichen Sachen. Das geht nicht immer. Und die letzten Tage waren für mich persönlich richtig schlimm."

Man sollte schon in seinem kleinsten Umfeld positiv vorangehen und seinen Mitmenschen sagen, die solche Worte benutzen: "Leute, das geht nicht mehr. Man spricht nicht mehr so. Früher war das so, jetzt sind die Sachen anders."

(iger)

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