Bushido schildert in "Unzensiert. Bushido's Wahrheit" seine Sicht der Ereignisse.
Bushido schildert in "Unzensiert. Bushido's Wahrheit" seine Sicht der Ereignisse. bild: amazon

"Wie eine Bitch": Anna-Maria greift Capital Bra in "Unzensiert. Bushido's Wahrheit" an

26.11.2021, 19:25

Der Rechtsstreit zwischen Arafat Abou-Chaker und Bushido beschäftigt die deutsche Öffentlichkeit seit nunmehr fast drei Jahren. Am 26. November erschien bei Amazon Prime Video die Doku "Unzensiert. Bushido's Wahrheit", in der der Rapper seine Seite der Geschichte schildert. Doch auch viele seiner Wegbegleiter und Personen aus seinem persönlichen Umfeld kommen darin zu Wort, allen voran seine Frau Anna-Maria.

Seit 2018 wurden Bushido und seine Familie von Kameras begleitet. So geht es beispielsweise auch um den schicksalhaften Moment, in dem sich Bushido dazu entschied, eine Aussage bei der Polizei Berlin gegen seinen ehemaligen Manager Arafat Abou-Chaker zu machen. In den Monaten zuvor hatte Anis Ferchichi, wie Bushido mit bürgerlichem Namen heißt, eng mit dem damals noch aufstrebenden Berliner Rapper Capital Bra zusammengearbeitet.

Zwei Jahre nach Bushidos Aussage kommt es 2020 dann auch endlich zur Anklage gegen Abou-Chaker und der Prozess beginnt.

Die Ferchichis machen Capital Bra Vorwürfe

Capital Bra war zunächst bei Bushidos eigenem Label Ersguterjunge unter Vertrag, der 43-Jährige habe dem Newcomer dann jedoch sogar geholfen, einen Vertrag bei Universal zu bekommen. Wenige Tage, nachdem Bushido seine Aussage bei der Polizei getätigt hatte, distanzierte sich Capital Bra in einer Instagram dann jedoch von ihm. Darin sagte er unter anderem, dass er nicht mehr bei Bushidos Label gesignt sei, weil dieser mit der Polizei zusammengearbeitet habe: "Traurig was dieser Mann unserem Team angetan hat. Wir sind kein Team. Polizei ist jetzt dein Team."

Für Bushido sei diese Nachricht "völlig aus dem Off" gekommen. Seine Frau Anna-Maria habe Capital Bra daraufhin sinngemäß mit den Worten "Was bist du für eine Wurst?" persönlich kontaktiert, der seine Videobotschaft damit erklärte, dass er auf sein Image achten müsse. Er müsse jeden beleidigen, der mit der Polizei zu tun habe. Anna-Maria hat für die nach ihrer Meinung hinterhältige Aktion kein Verständnis: "Das passt zu ihm. Er ist wie eine Bitch zu uns gekommen und so geht er auch wieder." Außerdem wirft sie ihm vor:

"Wer so zugekokst ist, mit dem kann man nicht reden. Das geht nicht. Er kann einen nicht mal angucken, so drauf wie er ist."

Bushido will nicht auswandern

Ein weiteres Thema in der Doku ist die Zukunftsplanung des Ehepaars Ferchichi. Seit fast drei Jahren steht die Familie unter Polizeischutz. Anna-Maria erzählt in der Doku, dass sie schon frühzeitig erkannt habe, dass Auswandern die einzige Möglichkeit ist, ein normales Leben zu führen. Bushido hätte für diese Erkenntnis länger gebraucht. Sie verrät: "Anis braucht länger, um sich von Dingen zu lösen als ich. Er ist hier total verwurzelt. Aber es ist eben auch nur eine Stadt."

Interessant ist der Gegensatz in der Schilderung der beiden Ehepartner, wie sie sich das Auswandern vorstellen. Bushido bezeichnet es als "Albtraum". Er stellt sich das neue Leben isoliert vor: "Wenn ich schlechte Laune hab, gibt es Mord und Totschlag." Anna-Maria hingegen sieht es genau gegenteilig. Sie meint: "Den Lebensmittelpunkt in einem anderem Land zu haben, das ist unser Traum. Doch der ist noch sehr weit weg."

Schließlich finden die beiden eine Lösung, wie sie auch weiter in Deutschland unter Personenschutz leben können: Sie ziehen aus ihrer Wohnung am Potsdamer Platz in ein großes Haus –für Anna-Maria ein Befreiungsschlag:

"Dadurch, dass wir seit einem Jahr Personenschutz haben, musste sich was ändern, sonst halte ich das nicht aus. Wenn wir das Haus nicht bekommen hätten, wenn wir weiter mit dem Personenschutz in der Wohnung geblieben wären… Ich stand kurz, ich weiß nicht, ob einem Zusammenbruch, aber auf jeden Fall vor einer Depression."

Obwohl das Leben von Bushido und seiner Familie nach seiner Trennung von Abou-Chaker auf dem Kopf steht, ist er sich sicher, den richtigen Schritt gegangen zu sein. "Ich höre öfters, hätten sie sich mal lieber still geeinigt, das wäre für alle besser gewesen. Dem widerspreche ich vehement. Nein, das wäre nur für ihn gut gewesen. Klar, ich habe Personenschutz. Aber ich bin das erste Mal Herr über meine eigenen Finanzen." Das bekräftigt auch Anna-Maria im Interview: "Hätte mein Mann das nicht gemacht, dann hätte ich mich getrennt. Ich hätte meine Kinder genommen und wäre gegangen. Ich hab kein Bock darauf. Da saßen Schwerverbrecher an unserem Tisch. Und ich will nicht zu dieser Seite gehören."

Anna-Maria Ferchichi und Bushido zeigen sich in einer Doku nun so ehrlich wie nie zuvor.
Anna-Maria Ferchichi und Bushido zeigen sich in einer Doku nun so ehrlich wie nie zuvor.Bild: dpa / -

Prozessbeginn 2020

Als es Anfang 2020 schließlich zur Anklage kommt, kann es Anna-Maria kaum fassen: "Ich dachte, ich muss wirklich vor Gericht. Und ich hatte Angst, dass er mich auslacht und dass ich mich nicht mehr konzentrieren kann. Aber ich freue mich auch darauf, denn ich will in seine Augen gucken." Doch Bushido und Anna-Maria müssen sich gedulden. Wegen der Corona-Pandemie wird der Prozess von April auf August 2020 verschoben.

Einige Tage vor Prozessbeginn spricht Anna-Maria darüber, wie stolz sie auf Bushidos Entwicklung ist:

"Anis hat so eine Metamorphose durchgezogen, die lange gedauert hat. Ich glaube, er musst erst selbst überlegen, ob er das vertreten kann. Und jetzt fühlt er sich sehr gut damit. Es gibt auch nichts, wofür er sich schämen muss. Ich sag ihm immer: 'Fühlt es sich nicht gut an, auf der anderen Seite zu stehen?' Wenn dir jemand jahrelang suggeriert, dass die Polizei was Schlimmes ist. Die werden von klein auf darauf geimpft, dass sie die Bösen sind."

Und sie freue sich nun zu sehen, dass Bushido umgedacht hat und dass er auch merkt, wie beruhigend das ist und wie gut es sich anfühlt, das Richtige zu tun. "Ich bewundere ihn dafür, denn er muss viel dafür einstecken, aber ich bin an seiner Seite."

(swi, si)

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