Geschätzte Coronazahlen: "Wir kapitulieren vor Omikron", stellte Oliver Welke in der "heute-show" fest.
Geschätzte Coronazahlen: "Wir kapitulieren vor Omikron", stellte Oliver Welke in der "heute-show" fest.Bild: ZDF
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"heute-show" zum Kampf gegen Corona: "Wir kapitulieren"

Es hat nicht lange gedauert. In der Zeit, in der die "heute-show" Winterpause machte, mutierte "Karl, der Große" zum "Watschenaugust der Nation", wie Oliver Welke beim 2022er-Debüt meinte. Aber nicht nur Lauterbach, sondern auch "Ökolurch" Robert Habeck und der Chef der Ampel, Olaf Scholz, bekamen Feuer.
05.02.2022, 21:41
Jürgen Winzer

Es hat sich gar nicht so viel verändert. Leider. Das Publikum war beim Comeback der "heute-show" nicht da, weil Corona immer noch da ist – schlimmer denn je, wie Moderator Oliver Welke meinte. "Die fette Omikron-Welle" schwappe durchs Land. "Und wie sieht die Strategie aus? Wir kapitulieren." Die Gesundheitsämter würden die Kontaktverfolgung aufgeben. Welke: "Die Coronazahlen in Deutschland sind also ganz offiziell künftig geschätzt!"

Es funktioniere wenig. Gesundheitsminister Karl Lauterbach wurde abgewatscht, weil er die Dauer des Genesenenstatus auf drei Monate halbierte, wodurch Bürger wörtlich über Nacht wieder vom legal Gesunden zum "ungeimpften Loser" wurden. Die – 60 Millionen Euro teure – Impfkampagne der Bundesregierung rückte Welke in den Bereich des Lächerlichen. "Da grübelt eine Agentur monatelang und landet beim Slogan 'Impfen hilft!'? Wie unkreativ kann man sein?"

Und auch die von der Mehrheit der Deutschen befürwortete Impfpflicht sei nicht das Allheilmittel, denn, so Welke: "Die Impfpflicht kommt am Ende eh nicht." Und wenn doch, so beruhigte Welke die "lieben Querdenker", dann bestehe für diese kein Grund zur Sorge: "Dieser Staat ist gar nicht in der Lage, sie durchzusetzen oder zu kontrollieren.

Olaf Scholzadamus, der schlechteste Wahrsager der Welt

Das größte Ampelmännchen, Kanzler Olaf Scholz, gebe eine besonders unglückliche Figur ab. Die "heute-show" ernannte ihn zu "Scholzadamus", den "schlechtesten Wahrsager der Welt". Es sei nämlich schon schlimm, wie weit Scholz mit seinen Prophezeiungen daneben haue. Es seien weder 30 Millionen Menschen bis Weihnachten, noch weitere 30 Millionen bis Ende Januar geimpft worden. Und auch nie die von Scholz gemeldeten 10 Millionen pro Woche.

Der "schlechteste Wahrsager der Welt"? Oliver Welke kritisierte Olaf Scholz für seine Vorhersagen, die sich alle nicht erfüllten.
Der "schlechteste Wahrsager der Welt"? Oliver Welke kritisierte Olaf Scholz für seine Vorhersagen, die sich alle nicht erfüllten.Bild: ZDF

Die Regierung wanke, so machten Tina Hausten (Martina Hill) und Christian Ehring in ihrem Beitrag "Die 5.000 beklopptesten Corona-Maßnahmen" deutlich, unter der "maximalen Verwirrung", die Bund und Länder anrichteten. "Corona-Maßnahmen müssen verständlich und gerecht sein", meinte auch Welke. Klar, dass die Bürger Probleme damit hätten, dass die Sache mit dem kürzeren Genesenenstatus für alle gelte – nur nicht für die Abgeordneten in Berlin.

Wann sagt Scholz: "Im Kriegsfall ist die Röhre futsch!'?"

Und die Außenpolitik? Auch hier veranstalte Deutschland laut "heute-show" einen ordentlichen Eiertanz. Im Bemühen, sich – vor allem wegen der Gas-Pipeline Nord Stream II – aus dem Ukraine-Konflikt weitgehend herauszuhalten, um Gas-Partner Russland nicht zu vergrätzen, verliere Deutschland zusehends seine Glaubwürdigkeit. Und mache sich lächerlich, wenn es zwar keine Waffen, dafür aber stolz 5.000 Helme in die Ukraine schicke – und das auch noch als ein "deutliches Zeichen" dafür verkaufe, dass "wir an der Seite der Ukraine stehen", wie es Verteidigungsministerin Christine Lambrecht formulierte.

Welke bemängelte, dass die Sorge um den Gas-Deal die deutsche Politik beherrsche. "Warum hat Scholz noch nicht klipp und klar gesagt: 'Im Kriegsfall ist die Röhre futsch!'?" Vor allem die Haltung der SPD sah Welke kritisch. Dass Ex-Kanzler Gerhard "Gerdgas" Schröder einen Zusammenhang zwischen Nord Stream II und der Ukraine-Krise negierte, kommentierte Welke zynisch: "Ja, liebe Kinder, das kommt davon, wenn man jahrelang Haarfärbemittel einatmet."

Zudem sei der eigentlich ehrenhafte Ansatz, in Kriegsgebiete keine Waffen zu schicken, aus deutscher Sicht verlogen: Till Reiners berichtete aus seiner fiktiven Sendung "Bombshopping 24", dass Deutschland beim "Räumungsverkauf" in den letzten Tagen der GroKo noch einen Waffendeal mit Ägypten über Rüstungsgüterlieferungen im Wert von 4,3 Milliarden Euro freigab – mit der Zustimmung auch vom jetzigen Kanzler Scholz. Dabei sind die Ägypter, so Reiners, beim Krieg in Jemen und dem Libyen-Konflikt "am Start". Insgesamt vertickte Deutschland im Jahr 2021 so viele Waffen wie noch nie – im Wert von 9,3 Milliarden Euro. "Neuer Rekord", jubelte Reiners.

Kampf der Drachen um die Windkraft in Bayern

Viel Gegenwind für die Regierung also. Vor allem die Grünen, so Welke, "haben's nicht leicht. Die mussten bisher schon mehr Kröten schlucken, als sie jemals über die Straße trugen." Weil Klimaschutzminister Robert Habeck sein Ministerium einmal als "schlafenden Drachen" bezeichnete, sponn Oliver Welke eine süße Kindergeschichte um den "lieben Drachen Robert", der im ganzen Land umherziehe und fröhlich Windräder pflanze.

Allerdings nur, bis er nach Bayern kommt. Dort schallt ihm Übles entgegen: "Wir machen nicht mit bei deinem Quatsch, du Ökolurch! Wir machen Strom aus Kuhscheiße." Der größte Brüller Bayerns sei "der böse Drache Markus". Da stehe dem "lieben Drachen Robert" ein heftiger Monsterfight bevor: "Kann er den 'bösen Drachen Markus' zu Windkraft zwingen?"

Kampf um die Windkraft: Kann der "liebe Drache Robert" den "bösen Drachen Markus" bezwingen?
Kampf um die Windkraft: Kann der "liebe Drache Robert" den "bösen Drachen Markus" bezwingen?Bild: ZDF

Typischer EU-Kompromiss: "Zwei Scheißideen? Wir machen beide!"

Sinnbildlich weht dem "lieben Drachen Robert" auch noch ein atomarer Gifthauch entgegen. Die EU-Kommission hat im Regelwerk der Taxonomie beschlossen, dass Atomstrom und Gas künftig als "nachhaltig" gelten sollen. "Wenn das so ist", so Oliver Welke, "dann sollten auch Kreuzfahrten nachhaltig sein – denn die finden auf dem Wasser statt und Wasser bedeutet Leben".

Hinter der Verordnung stecke, so Welke, auch nur ein Deal zwischen Deutschland und Frankreich. Macron wolle – aus wahltaktischen Gründen – einen fast bankrotten Atomkonzern retten. Im Gegenzug habe Olaf Scholz "ausgekungelt", dass dann aber bitte auch Gas nachhaltig sein solle – denn das brauche Deutschland, so Welke, weil "wir die Energiewende verbockt haben".

Insgesamt also, so Welke, "ein typischer EU-Kompromiss: Wir haben zwei Scheißideen zur Wahl? Dann machen wir beide."

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