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VW-Chef Herbert Diess musste sich bei "Maischberger" auch unangenehmen Fragen stellen. Bild: Screenshot ARD

VW-Chef mit mutiger Ansage zum Diesel-Skandal bei "Maischberger"

Eine illustre Runde hatte sich am Mittwochabend bei "Maischberger" eingefunden, um über die Themen des Jahres zu sprechen. Ex-Familienministerin Kristina Schröder (CDU), VW-Vorstandschef Herbert Diess, die Theologin Margot Käßmann sowie die Journalisten Friedrich Küppersbusch und Juan Moreno ("Spiegel") gaben sich die Ehre.

Auf dem Themenplan stand alles, was Deutschland 2019 bewegt hat: Greta, Rezo, Diesel, Kühnert, Nahles, das Ibiza-Video, Halle.

Das Auto ist nicht tot

Den mutigsten Auftritt legte sicher der VW-Chef Herbert Diess hin. Im Einzelgespräch mit Sandra Maischberger, die ihn launig mit "Wenn Autofahren Sünde ist, gehört er zu den Hauptsündern der Welt“ anmoderierte, durfte er das gute, alte Auto verteidigen.

Was er leidenschaftlich und voller Überzeugung tat: „Die beste Zeit kommt noch“, wischte er alle diesbezüglichen Zweifel vom Tisch. Das Auto werde sich stark verändern. "Es wird nachhaltig, emissionsfrei, es wird extrem sicher durch die Einbindung ins Internet.“ Das Auto müsse ein Software-Produkt werden – "ähnlich wie ein Smartphone heute".

Tempolimit? Wozu das denn?

Und wie gesagt: elektrisch. Womit sich aus Diess' Sicht auch ein Tempolimit erledigt hat. "Wir werden bald elektrisch fahren und Elektro-Autos fahren in der Regel langsamer."

Er selbst habe einen Golf GTI und einen Ferrari und fahre gelegentlich auch mal schneller als 130, aber "so, dass es immer sicher ist“. Das wollte Maischberger ihm nicht glauben. Sie kramte eine Anekdote aus Diess' Jugend hervor, der sich mit 16 Jahren einen Arm gebrochen hatte – als er auf seinem Skateboard mit 60 km/h unterwegs war.

Dann wurde es nochmal ernst. Diess musste auch zum Diesel-Skandal Stellung beziehen. Ob er ganz sicher sei, dass seine Ingenieure nicht weiter betrügen, fragte ihn die Moderatorin.

Nicht nur das, antwortete Diess:

„Wenn nicht, dann nehme ich den Hut."

Wenn seine Ingenieure immer noch betrügen, ist VW-Chef Diess raus

Stellt Greta die Systemfrage?

Was die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg von diesen Aussagen hält, ist nicht bekannt. Sie war schließlich nicht eingeladen. Ihre Ansichten standen aber ebenfalls auf der Agenda.

So war Ex-Ministerin Schröder der Auffassung, die von ihr ausgelöste weltweite Bewegung "Fridays for Future" sei "absolut bemerkenswert.“ Nur, um ihr im nächsten Atemzug Fanatismus und Einseitigkeit zu unterstellen.

Bei Bewegungen wie "Fridays for Future" oder "Extinction Rebellion" werde der Klimaschutz vorgeschoben, um die Systemfrage zu stellen:

"Entweder wird das marktwirtschaftliche System infrage gestellt oder sogar unser parlamentarisches System, weil alles zu langsam geht.“

Kristina Schröder geht "Fridays for Future" und "Extinction Rebellion" zu weit

Im Netz kam Schröders Aussage nicht so gut an:

Auch Margot Käßmann und Friedrich Küppersbusch äußerten sich kritisch. Gretas Wutrede vor den Vereinten Nationen habe viele erschreckt, meinte Käßmann. "Das ging zu weit", so die Theologin. "Sie hat sich in dem Moment auch um viele Sympathien geredet."

Küppersbusch gab sich geradezu staatstragend. "Die Jugend hat Recht, die Erwachsenen Interessen.“ Politik sei aber der Ausgleich zwischen Interessen. Die passende Antwort auf seine Ausführungen gab er sich selbst: OK Boomer. Oder, wie seine Generation es früher ausgedrückt habe: Opa erzählt vom Krieg.

(om)

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