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Michael Wendler (l.) und Dieter Bohlen (r.) saßen nicht lange gemeinsam in der Jury von "DSDS". bild: tvnow

Zweifelhafte Ehre: Dieter Bohlen und Michael Wendler erhalten fragwürdigen Preis

Kaum sitzt man in der Jury von "DSDS", schon wird man zum Verschwörungsideologen – diese Art von ironischen Kommentaren konnte man nach dem Ausstieg von Schlagersänger Michael Wendler bei der RTL-Castingshow öfters lesen. Grund für die Witzchen ist nicht nur der Wendler, sondern auch Sängerkollege Xavier Naidoo, der bereits vor ihm in der Jury saß und von RTL rausgeschmissen wurde, nachdem er ebenfalls immer wieder mit kruden Bemerkungen aufgefallen war.

Getoppt wurde die Farce um die Jury-Mitglieder nur von Dieter Bohlen, der sich im Vorfeld der Sendung öffentlich gegen Michael Wendler als Juror aussprach und immer wieder gegen den Sänger austeilte. Der Zoff gipfelte schließlich im Ausstieg von Michael Wendler, nach dem sich Bohlen bestätigt fühlte, und wurde zum Medienskandal.

Kein leichtes Jahr für "DSDS" also. Dabei hat die Ausstrahlung der neuen Staffel, in der der Wendler in den ersten Folgen trotz des Eklats noch zu sehen sein wird, noch nicht einmal begonnen.

"DSDS" ist ultimative Peinlichkeit des Medienjahres 2020

Die DSDS-Jury: Dieter Bohlen, Maite Kelly, Mike Singer und Michael Wendler (v.l.).

Die Verwendung des sendungsbezogenen Materials ist nur mit dem Hinweis und Verlinkung auf TVNOW gestattet.

Dieter Bohlen, Maite Kelly, Mike Singer und Michael Wendler sollten die Jury für die kommende "DSDS"-Staffel sein – dann kam einiges dazwischen. bild: tvnow

Die gesamte "DSDS"-Posse wurde nun vom Medienmagazin "DWDL" zur "ultimativen Peinlichkeit des Medienjahres 2020" gewählt. Elf Vorschläge der Redaktion standen zur Wahl, abgestimmt haben schließlich die Leserinnen und Leser. Mit 20,8 Prozent der abgegebenen Stimmen "gewann" die Castingshow den fragwürdigen Preis.

Die "DWDL"-Redaktion erklärt dazu: "Die Castingshow war in diesem Jahr die größte Bühne für die zweifelhaftesten Namen in der deutschen Fernsehunterhaltung – und das begann nicht erst mit Xavier Naidoo." Außerdem verweist das Medienmagazin auf eine Szene aus dem Januar: Damals sorgte Dieter Bohlen für Kritik, als er eine Kandidatin niedermachte, nachdem sie erzählt hatte, sie studiere Journalismus. "Willst du so eine freche Journalistin werden?", fragte Bohlen und setzte nach: "Die verbreiten ja eigentlich nur Lügen. Nonstop."

Dieter Bohlen wird von "DWDL" daher sogar in eine Reihe mit dem Wendler und Naidoo gestellt: "Seit Jahren sucht die Show erklärtermaßen nach 'Persönlichkeiten', gerne auch schrägen Typen. In diesem Jahr jedoch waren es nicht die Kandidaten, sondern drei männliche Juroren, denen Format und Anstand fehlte." Deutliche Worte.

"DWDL" ist laut eigenen Angaben Deutschlands meistgelesener Branchendienst der TV-Wirtschaft.

Das Medienmagazin kritisiert auch RTL ganz direkt. Zwar habe der Sender nach Naidoos Entgleisungen schnell gehandelt. "Doch in den Jahren zuvor störte sich niemand in der Mediengruppe an den längst bekannten, fragwürdigen Ansichten des Sängers", heißt es.

RTL im Ranking gleich mehrfach vertreten

Mit der Abstimmung setzten sich Wendler, Bohlen und Naidoo gegen die Berichterstattung von RTL und "Bild" zur Familientragödie in Solingen durch, die auf 16,7 Prozent der Stimmen kam. Platz drei belegte mit 14,0 Prozent der WDR-Intendant Tom Buhrow für seinen Umgang mit der berühmt-berüchtigten Satire des WDR-Kinderchors.

Ebenfalls in die Top 5 schafften es die Mobbing-Skandale bei den Realityshows "Promis unter Palmen" und "Sommerhaus der Stars" (9,3 Prozent) sowie die verschiedenen Fakes in Formaten von Joko Winterscheidt & Klaas Heufer-Umlauf (7,7 Prozent).

(lau)

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