RTL hat seine Ankündigung umgesetzt und Michael Wendler radikal aus der neuen Folge entfernt.

RTL hat seine Ankündigung umgesetzt und Michael Wendler radikal aus der neuen Folge entfernt. Bild: TVNow/Stefan Gregorowius

Michael Wendler radikal aus "DSDS" entfernt – RTL gibt klares Statement ab

In dieser Woche beförderte sich Verschwörungstheoretiker Michael Wendler endgültig ins Abseits, als er die neuen Corona-Maßnahmen der Regierung mit einem KZ-Vergleich auf Telegram kommentierte. RTL reagierte wenige Stunden später und kündigte an, den Sänger komplett aus allen künftigen "DSDS" Folgen zu entfernen. Vor dessen Ausstieg als Juror im letzten Jahr wurden bereits dreizehn Episoden mit ihm abgedreht. Die erste Show ohne Wendler war schließlich am Samstagabend zu sehen.

Bei Folge eins der Staffel hatte sich der Sender noch zunächst dafür entschieden, Michael Wendler bei jeder Gelegenheit aufs Korn zu nehmen. Die Ausgabe wurde im Verlauf der Woche auch bei TVNow entfernt. Nun also fand Wendler im Abendprogramm gar nicht mehr statt. Unmittelbar vor dem Start blendete RTL den folgenden Hinweis ein:

"Die nachfolgende Sendung wurde im September 2020 aufgezeichnet. Nach Ende der Dreharbeiten hat ein Juror Verschwörungstheorien verbreitet und wir hatten die weitere Zusammenarbeit beendet. Mit Ausstrahlung der ersten Folge von 'DSDS' hat der Juror erneut völlig untragbare Äußerungen öffentlich verbreitet. Deswegen haben wir uns entschieden, ihn aus den Castingfolgen herauszuschneiden. Wir verurteilen jegliche Form von Antisemitismus, Rassismus sowie Diskriminierung auf das Schärfste."

Das klare Statement von RTL:

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So verlief "DSDS" ohne Michael Wendler

Innerhalb weniger Tage musste RTL die zweite Folge von "DSDS" noch einmal massiv überarbeiten. Das Ergebnis wirkte dann aus technischer Sicht auch entsprechend notdürftig. Kameraeinstellungen mit ihm allein gab es gar nicht mehr – und wann immer die restliche Jury komplett im Bild war, sah man den 48-Jährigen entweder nur als verwischtes Etwas am Rand oder der seitliche Bereich war geschwärzt.

Als relativ zu Beginn der Show eine knapp bekleidete Kandidatin vor die Juroren trat und Michael Wendler zuwinkte, winkte dieser auch zurück. Die Geste war fürs Publikum gerade noch zu erkennen. Viel mehr Platz räumte RTL dem "Egal"-Interpreten aber nicht mehr ein. Im Gegenteil: Die Ankündigung wurde unter Berücksichtigung des knappen Zeitfensters so konsequent wie möglich umgesetzt.

Michael Wendler winkt einer Kandidatin bei

Michael Wendler winkt einer Kandidatin bei "DSDS" – der Zuschauer kann es zumindest erahnen. Bild: tvnow/screenshot

RTL erwähnt nicht Wendlers Namen

Zu einem Knackpunkt kam es nach etwa einer halben Stunde, als Hobby-Fußballschiedsrichter Christian seine Chance erhielt. Er performte ausgerechnet einen Song von Michael Wendler – doch um welches Lied es sich handelte, wurde nicht verraten. Sogar der Name des Schlagerbarden war wie schon bei der Einblendung ganz zu Anfang tabu. RTL zeigte dann zerstückelte Sequenzen von Christians Auftritt, dazwischen waren Aufnahmen der Juroren eingeblendet – all das unterlegt mit dem "DSDS"-Intro-Sound und eben gerade nicht dem Wendler-Song.

An diesem Punkt folgte eine weitere Einordnung des Senders zum Thema Wendler. Am unteren Bildrand war nun zu lesen:

"Der Kandidat Christian hat sich für seinen Auftritt einen Song des Jurors ausgesucht, den wir aufgrund seiner unsäglichen Äußerungen aus der Sendung herausgeschnitten haben. Deshalb werden wir auch die Musik dieses Jurors nicht mehr spielen."

RTL distanzierte sich klar von Michael Wendler.

RTL distanzierte sich klar von Michael Wendler. Bild: TVNow/screenshot

Wendler-Konsequenz: Zerstückelte "DSDS"-Dramaturgie

Der jüngste Wendler-Skandal stellte RTL vor ein echtes Dilemma. Dass durch das Herausschneiden des Sängers aus der Show dramaturgische Lücken entstehen würden, war nämlich abzusehen gewesen. "Allein aus Fairness den Kandidaten gegenüber können wir ihn nicht rausschneiden. Aufgrund seiner Juryentscheide sind Leute nicht weiter bzw. in den Recall gekommen", hatte der Sender gegenüber watson noch kurz vor der großen Umplanung erklärt.

Wie zu erwarten, gab es am Samstag dann auch "DSDS"-Kandidaten, die von der Jury kein einstimmiges Urteil erhielten. RTL musste Wendlers Abstimmungsverhalten in diesen Fällen natürlich irgendwie deutlich machen, wollte ihm aber gleichzeitig nicht mehr Aufmerksamkeit zuteilwerden lassen als unbedingt nötig. Die gewählte Lösung: Wendler wurde an solchen Stellen mit einer großen Sprechblase überblendet, in der entweder "ja" oder "nein" stand – je nachdem, ob er sich für oder gegen ein Recall-Ticket ausgesprochen hatte.

Michael Wendler wird bei

Michael Wendler wird bei "DSDS" zur Sprechblase. Bild: TVNow/screenshot

Eine richtig runde Angelegenheit war die jüngste "DSDS"-Folge somit definitiv nicht. Allerdings hatte RTL auch unter Zeitdruck vor einer echten Mammut-Aufgabe gestanden. Immerhin setzte der Sender sein Vorhaben radikal um – nicht einmal Michael Wendlers Name wurde an diesem Abend erwähnt. Mehr Distanzierung geht wirklich kaum.

Besonders unglücklich war gewiss der Umstand, dass dem Publikum die Darbietung eines Kandidaten allein aufgrund der Songauswahl vorenthalten blieb. Schlager-Fan Christian erntete von Dieter Bohlen, Maite Kelly und Mike Singer ein vernichtendes Urteil, die Zuschauer hingegen konnten sich nicht einmal ein eigenes Bild machen. Bleibt also zu hoffen, dass im weiteren Verlauf der Staffel niemand mehr einen Wendler-Hit singt.

(ju)

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