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Die Drogen- und Alkoholsucht hat Dirk seine Gesundheit gekostet. Bild: Screenshot RTL2/TV Now

Hartz IV und Drogen bei "Hartes Deutschland": Durch Sucht verlor Dirk seine Nase

Fast ein Jahr lang begleitete das TV-Team von "Hartes DeutschlandLeben im Brennpunkt" den harten Alltag in Kiel-Gaarden: Der Stadtteil ist lediglich einen Kilometer von der Innenstadt entfernt, doch beide Viertel trennen Welten.

Jetzt geht die neue Staffel der RTL2-Sozialdoku in die nächste Runde und die Filmemacher kehren in die deutschen Brennpunkte zurück.

Sie trafen erneut Drogensüchtige, Hartz-IV-Empfänger, gescheiterte Seelen. Das Ergebnis: Bilder, die unter die Haut gehen und so erschrecken real sind, dass sie den Zuschauer teils ohnmächtig ob der Hilflosigkeit der Protagonisten zurücklassen.

Kiel-Gaarden ist eine Insel der Armut

Das ehemalige Arbeiterviertel Gaarden wurde im Laufe der Jahrzehnte zum sozialen Brennpunkt. Mehr als 12.000 Menschen wurden in den 80er und 90er Jahren arbeitslos. Viele der Einwohner rutschten ab, verloren Halt und Sinn im Leben. Rund 40 Prozent der erwachsenen Einwohner sind auf Hartz IV angewiesen, 60 Prozent der Kinder erhalten Hilfe vom Staat. Eine Insel der Armut inmitten der Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein.

Einer der dortigen Drogenkranken, den die RTL2-Doku in der ersten Folge porträtierte, ist der 47-jährige Dirk. Er ist seit 30 Jahren abhängig von Alkohol, Heroin und Kokain. Als Folge des Konsums von verunreinigtem Stoff verlor er seine Nase und lebt seitdem mit einer Kunststoffprothese, einer sogenannten Epithese.

"Drogen nur zum Spaß genommen"

Sein Lebensmittelpunkt: Das Karlstal, einer der Hotspots der Drogenszene in Kiel-Gaarden. Jeden Tag wird hier gedealt und konsumiert. Dirk erklärt dem TV-Team, wie er so tief fallen konnte: "Manche sagen, sie nehmen Drogen, weil sie irgendetwas verarbeiten wollen. Ich habe das einfach just for fun genommen und bin da reingerutscht. Jetzt sitze ich hier – ich habe dadurch Krebs bekommen und auch die Nase ist ab".

Die Tage verbringt er meist im Rausch. Oder er liest Fantasy-Romane und trinkt dazu einen Weincocktail. Wie viele in Kiel-Gaarden ist Dirk ein Mann mit Vergangenheit – mit einer kriminellen Vergangenheit. Durch seine Drogensucht geriet er in Geldnot – und überfiel schließlich eine Spielhalle. Es sei nicht leicht, in der Szene zu verkehren und nicht kriminell zu werden, resümiert Dirk: "Wenn es dir richtig dreckig geht, ist dir alles sch…egal."

Aber die Jahrzehnte, die er Drogen und Alkohol opferte, kosteten ihn nicht nur seine Gesundheit. Auch die Psyche schien immer mehr zu leiden. Darum machte sich Dirk vor laufenden Kameras auch Gedanken um einen endgültigen Ausstieg aus der Sucht.

Er will zur Entgiftung, dann in eine Entzugsklinik. Ein letzter Versuch:

"Es muss alles mal ein Ende haben. Das Leben hat doch noch was zu bieten."

Dirk in "Hartes Deutschland"

Doch es kommt zunächst anders – wenige Tage nach dieser Aussage wird Dirk schwer krank und kommt auf die Intensivstation. Die Ärzte diagnostizieren einen gutartigen Tumor. Ein letzter Warnschuss. Er wird operiert, geht anschließend in eine Klinik, in der er wochenlang bleibt. In der letzten Einstellung zeigt sich Dirk zuversichtlich. Er will es schaffen. Dieses Mal ganz sicher.

Nimmst du Drogen und hast das Gefühl, dass du deinen Konsum nicht mehr kontrollieren kannst? Bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung findest du Suchtberatungsstellen in deiner Nähe und eine anonyme Sucht-und-Drogen-Hotline.

RTL2 zeigt die neuen Folgen der Sozialdoku "Hartes Deutschland" immer donnerstags um 20.15 Uhr. Außerdem sind die Episoden beim Streaminganbieter TV Now zu sehen.

(ab)

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