Gruppenbild ohne den späteren Sieger: Bei der Präsentation der Pfeil-Gladiatoren fehlte Michael van Gerwen wegen seines Mittagsschlafs.
Gruppenbild ohne den späteren Sieger: Bei der Präsentation der Pfeil-Gladiatoren fehlte Michael van Gerwen wegen seines Mittagsschlafs.Bild: ProSieben/ Willi Weber
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Oliver Pocher wird bei der "Promi-Darts-WM" ausgebuht – Amira schreitet ein

In London verlor Michael van Gerwen im Finale der PDC-Weltmeisterschaft. Aber bei der "Promi-Darts-WM 2023" (ProSieben) schlug "Mighty Mike" zurück. Im Finale bezwang er gemeinsam mit Kevin Großkreutz Ex-Weltmeister Gerwyn Price und dessen Promi-Partner Bülent Ceylan mit 3:1.
10.01.2023, 15:41
jürgen Winzer

Das Maritim Airport Hotel zu Düsseldorf ist nicht der "Ally Pally" (Alexandra Palace) in London, aber das scherte weder die begeistert mitgehenden Fans noch die Spieler auf der Bühne. Neunmal knallten die Profis bei der ProSieben-"Promi-Darts-WM" die drei Pfeile ins Triple-20-Feld und sorgten für "Onehunderteiiightyyy"-Gebrüll. Und auch die Promis schlugen sich während der über vier Stunden währenden, von zahllosen Werbespots unterbrochenen Dauerwerbesendung wacker.

Die ProSieben-Pfeil-Paarungen: Moderator Matthias "The Killing Machine" Killing und der vor fünf Tagen zum besten Pfeilwerfer der Welt gekürte Michael "Bully Boy" Smith, Amira "Austrian Powers" Pocher und Ex-Weltmeister Peter "Snakebite" Wright sowie Comedian Bülent "The Monnemer Headbanger" Ceylan und Ex-Weltmeister Gerwyn "The Iceman" Price traten in Gruppe A gegeneinander an.

Gruppe B bestand aus Henning "Blockxbuster" Wehland und dem neuen deutschen Board-Helden Gabriel "German Giant" Clemens, Oliver "Tiny Bull" Pocher und Fallon "Queen of Palace" Sherrock sowie Kevin "Der Dartmunder" Großkreutz und Michael "Mighty Mike" van Gerwen, dreifacher Weltmeister und amtierender Promi-WM-Titelträger (damals mit Pascal Hens). Von Profiseite eindeutig die Crème de la Crème.

Irokese und Seepferdchen-Tattoo: Oliver Pocher überzeugt nur optisch

Van Gerwen und Price warfen sich auf einen beachtlichen Turnierdurchschnitt von über 100 Punkten. Promiseitig hatte eh niemand mit solchen Leistungen gerechnet. Aber die "Nachwuchsathleten" setzten Glanzpunkte. Henning Wehland, der, ebenso wie Kevin Großkreutz, in der Vorbereitung sogar bei Hobbyturnieren gespielt hatte, schaffte einen 121er-Score (zweimal Triple-20, einmal eine 1) und später noch eine 99-Punkte-Aufnahme.

Amira Pocher, die Überraschung des Abends, gelang ein 100er-Score und checkte einmal ein Leg aus. Das wunderte vor allem sie selbst: "Heute Morgen beim Training war ich froh, wenn ich das Board getroffen habe." Auch Bülent Ceylan warf mehrfach entscheidende Pfeile, den ersten gleich im ersten Leg des Abends – da ließ der "Monnemer" sofort freudig headbangend die Mähne fliegen.

Trotzdem sah der Kommentator Elmar Paulke durchaus Verbesserungspotenzial: "Es gibt ne Streuung wie beim Streuwagen im Winterdienst." Das galt vor allem für Oliver Pocher. Als Entertainer ist er Vollprofi, was er mit seinem Auftritt als Peter-Wright-Double bewies: Kunstglatze, schwarz-rot-goldener Irokesenschnitt und ein aufgemaltes Tattoo – statt der Schlange von "Snakebite" wählte Pocher ein Seepferdchen.

Optisch also hui, sportlich pfui – was das Publikum mit lauten Buh-Rufen quittierte und Ehefrau Amira auf den Plan rief: "Jetzt hört doch mal auf zu buhen! Also wirklich, das ist so uncool. Ich verstehe das gar nicht. Der macht doch gar nichts!" Es gibt so viele schöne Sportarten, fraglich, warum sich Oliver zum Darten einladen ließ. Paulke: "Ich frag den mal nachher, ob er überhaupt gezielt hat."

"Gaga"-Revanche geglückt: Clemens schießt Weltmeister Smith raus

Die Höchststrafe gab es für Oli, als er in der Zwischenrunde direkt auf seine Ehefrau Amira traf. Die, an diesem Abend wahrlich die bessere Hälfte, fieselte ihn und seine neue Partnerin Fallon Sherrock, getragen von Peter Wrights Treffsicherheit, 2:0 ab und schickte ihn damit nach Hause. Und während sie ihn noch in Schutz nahm ("Er ist angeschlagen. Er ist krank."), keilte Oli schlagfertig-gekränkt zurück: "Ich fahr dann schon mal. Amira kann sich ein Taxi nehmen."

Neben dem Ehezwist am Oche, so heißt die Wurfbegrenzungsmarkierung, die vom Board exakt 2,37 Meter entfernt ist, gab es auch die WM-Revanche zwischen dem neuen deutschen Darts-Dominator Gabriel Clemens und Michael Smith. Letzterer hatte "Gaga" auf dem Weg zum WM-Titel in einem hochklassigen WM-Halbfinale letztlich klar 6:2 weggebügelt. In der Zwischenrunde nun drehte Clemens mit seinem Partner Wehland den Spieß um.

Gelungene Revanche: Gabriel Clemens, im WM-Halbfinale von Michael Smith (rechts) bezwungen, warf den neuen Weltmeister aus dem Düsseldorfer Promi-Turnier.
Gelungene Revanche: Gabriel Clemens, im WM-Halbfinale von Michael Smith (rechts) bezwungen, warf den neuen Weltmeister aus dem Düsseldorfer Promi-Turnier.Bild: Getty Images/Luke Walker

Dank eigenem Check-out und einem Leg-Winner von Wehland drehte das deutsche Duo das Spiel und siegte 2:1. Damit schied Weltmeister Smith, früh entthront, ziemlich zügig aus dem Wettbewerb aus. Sein Groll hielt sich in Grenzen, Clemens' Freude ebenso: "Ich hätte lieber das WM-Halbfinale gewonnen."

Im Halbfinal-Drama werden 10 Match-Darts vergeben

Im Halbfinale war für Clemens dann aber Schicht im Schacht. Das erste Leg mussten er und Partner Wehland an Großkreutz und van Gerwen abgeben. Im zweiten hätte Großkreutz (!) dann beinahe ein 174-Finish geschafft, was eine Sensation gewesen wäre. Aber er verfehlte und auch van Gerwen versemmelte einen Matchdart. So brachte Clemens doch noch das Leg nach Hause. Im Entscheidungs-Leg aber machte "MvG" seinen Fauxpas wett: Er warf zweimal das "Single-Bull" (jeweils 25 Punkte) und checkte dann die Doppel-2 zum Spielgewinn aus. Grandios.

Michael van Gerwen hat einen neuen, besten deutschen Freund: Kevin Großkreutz.
Michael van Gerwen hat einen neuen, besten deutschen Freund: Kevin Großkreutz.Bild: ProSieben/ Willi Weber

Finalgegner wurden Gerwyn Price und Bülent Ceylan. Auch sie mussten gegen Peter Wright und Amira Pocher über drei Legs gehen, wobei Price mit einem 154er-Check-out das größte "High Finish" des Abends gelang. Das "Decider-Leg" wurde zum echten Drama, da beide Promi-Spieler je drei und beide Profis je zwei Match-Darts in die Wallachei zwirbelten. Letztlich machte Price dem Krimi ein Ende.

Final-Druck für van Gerwen: "Wir durften nicht aufs Klo"

Das Finale bedeutete die "halbe" Neuauflage des letzten Showdowns (coronabedingt 2020). Damals trat Price mit Influencerin Sarah Harrison gegen van Gerwen mit Handball-Legende Pascal Hens an und unterlag 1:3. Vor dem Finale verschoss van Gerwen ein paar Trashtalk-Pfeilspitzen Richtung Price und unkte, der "Iceman" werde "gleich mit Kopfhörern hier erscheinen" – eine Anspielung an Price's denkwürdige Performance während der Viertelfinal-Schlappe im "Ally Pally" gegen Gabriel Clemens.

Aber nicht Price geriet zuerst in die Bredouille, sondern "MvG". Der verspürte im Finale nämlich einen besonderen Druck: "Wir wollten aufs Klo, aber es wurde uns nicht erlaubt", meinte er. Aber das ist für den dreifachen Weltmeister natürlich letztlich doch nur eine Pipi-Petitesse. Er sorgte souverän für die 1:0-Führung, die jedoch Bülent Ceylan (!) treffsicher auf die 18 ausglich.

König der "Promi-Darts-WM": Michael van Gerwen siegte mit seinem Partner Kevin Großkreutz und holte sich somit bereits den dritten Titel.
König der "Promi-Darts-WM": Michael van Gerwen siegte mit seinem Partner Kevin Großkreutz und holte sich somit bereits den dritten Titel.Bild: ProSieben/ Willi Weber

Und obwohl der Comedian nochmal eine starke 104 warf (Elmar Paulke: "Keine Ahnung, wie er das gemacht hat, aber es ist geglückt."), war für ihn und Price nichts mehr zu machen: "MvG" nagelte jeweils die Pfeile zum Leg-Gewinn ins Board. Am Ende stand es 3:1 und "Mighty Mike" feierte seinen dritten Sieg bei der Promi-Darts-WM. Er und sein "neuer bester deutscher Freund" Kevin Großkreutz nahmen den Siegerpokal aus den Händen von Pascal Hens strahlend entgegen.

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