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Bild: iStockphoto

11 Dinge, die du dich nicht mehr traust, zu Bitcoin zu fragen

Du weißt, du bist spät dran. Immer wenn Leute mit ihren Bitcoins angeben, macht dich das latent aggressiv, denn du hast keine Ahnung wovon sie reden. Ganz gleich ob du nur mitreden willst oder selbst versuchen willst, mit Kryptogeld reich zu werden: Wir beantworten die wichtigsten Fragen, damit du sie gar nicht erst stellen musst.

Fangen wir nochmal ganz einfach an: Was ist Bitcoin?

Bitcoin ist die bekannteste Kryptowährung, also eine digitalen Währung, die elektronisch geschaffen und verwahrt wird. Anders als der Euro oder der Dollar werden Bitcoins nicht als Scheine oder Münzen physisch gedruckt, sondern bestehen aus berechneten, verschlüsselten Datenblöcken. Das Bitcoin-Netzwerk unterliegt keinerlei institutioneller Kontrolle. Das bedeutet, dass keine Zentralbank und kein Staat die Geldmenge steuert und die Rahmenbedingungen festlegt – das Netzwerk steuert sich selbst. Bitcoins und andere Kryptocoins werden über die Blockchain bewegt.   

Das war ja noch einfach. Aber was ist eine Blockchain?

Abgesehen von ein paar wenigen Ausnahmen basieren alle Kryptowährungen auf der Technologie der Blockchain. Eine Blockchain ist, vereinfacht gesagt, ein digitaler Kontoauszug oder eine Buchhaltung für Transaktionen zwischen Computern. Einträge in diese Buchhaltung werden in einem Block zusammengefasst. Jeder Block speichert alle Transaktionen dezentral auf vielen Rechnern, damit die Information nicht manipulierbar ist. Ist ein Block voll, wird er der Kette (Chain) angehängt. 

Und wie macht man einen Bitcoin?

Bitcoins werden durch "Mining“ gewonnen. Allerdings mithilfe von speziellen Computern und nicht in einem Bergwerk, wie der Name  vermuten lässt. Einzelpersonen, die "Miner" genannt werden, haben die Aufgabe, die Blöcke für die Blockchain bereitzustellen. Das macht aber kaum ein "normaler" Mensch, da der Prozess wahnsinnig viel Strom frisst. Dieser enorme Energieverbrauch wurde auch schon vielfach von Naturschützern und Anderen kritisiert. 

Wer hat sich das ausgedacht?

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Satoshi Nakamoto im Jahr 2008. Jedoch hat niemand den oder die Erfinderin jemals zu Gesicht bekommen. Es wird  gemunkelt, dass mehrere Personen hinter dem Pseudonym stecken. Der Australier Craig Wright gab sich 2016 als der Erfinder aus, allerdings wurde dies nie zweifelsfrei bestätigt. 2009 schrieb Nakamoto einen akademischen Aufsatz zu Bitcoin, der erste Bitcoin wurde im folgenden Jahr produziert. Manche glauben, dass die dezentrale Open-Source-Währung eine Reaktion auf die damalige Finanzkrise und das Versagen der Banken war.

Bitcoin kann ich jetzt. Was gibt's noch?

Es gibt über 1000 Altcoins, also Alternativen zu Bitcoin. Die berühmtesten heißen Ether, Bitcoin Cash, Ripple, Litecoin, IOTA, Dash und Monero. Viele von ihnen versuchen Lösungen für bestimmte Probleme zu bieten. Ethereum zum Beispiel hat seine eigene Blockchain (Ethereum), die "intelligente Verträge" ermöglicht. Ein Beispiel: In einer Zukunft, in der selbstfahrende Autos Pakete nach Hause liefern, könnte ein intelligenter Vertrag, der mit der Blockchain gekoppelt ist, sicherstellen, dass dem Käufer keine Kosten entstehen, bis das Paket bei ihm angekommen ist. Dies wäre eine Transaktion, die ohne menschliche Interaktion stattfinden kann.

Die Top-15 aller Kryptowährungen (Stand: 19.3.2018)

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Bringt mir das auch was im richtigen Leben?

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Kurz nach Bitcoins Geburtsstunde konnte man vor allem im Darknet Drogen und Waffen mit Bitcoin bezahlen. Mittlerweile hat die Kryptowährung es aus der Illegalität geschafft, jedoch ist sie noch lange kein gängiges Zahlungsmittel. Hier ein paar Beispiele, wo man bereits damit zahlen kann: Internetaffine Unternehmen wie Wordpress akzeptieren Bitcoin als Zahlungsmittel. Wer an Wikipedia, Wikileaks oder Greenpeace spenden will, kann dies in Form von Bitcoin tun. Offline ist es hingegen nicht so einfach mit der Bezahlung. Bekanntestes Beispiel in Deutschland für ein Restaurant, das Bitcoin akzeptiert, ist das Room77 in Berlin. Es war eines der ersten Lokale weltweit, das Bitcoin annahm. Eine gute Suchmaschine, über die man Produkte suchen kann, die mit Bitcoins bezahlt werden können ist Spendabit. Auf Coinmap kann man sich Bitcoin-Akzeptanzstellen in seiner Nähe anzeigen lassen. Dabei wird deutlich, dass in Deutschland noch Nachholbedarf ist.

Zurück zum KryptoSmalltalk. Warum schwankt der Bitcoin-Kurs so stark?

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So wie bei anderen Währungen bestimmen auch bei Bitcoin Nachfrage und Angebot den Preis. Das Angebot an Bitcoins wurde von Satoshi Nakamoto (dem Bitcoin-Erfinder) auf 21 Millionen Coins beschränkt. Bisher (Stand: März 2018) wurden knapp 17 Millionen Bitcoins gemint, das heißt 80 Prozent aller Coins sind bereits im Umlauf. Das Angebot wird somit knapper, was den Preis eventuell wieder in die Höhe treiben könnte. Hinzu kommt, dass Hacks auf Kryptobörsen den Markt immer wieder die Anleger verunsichern und das die Kurse beeinflusst. 

Brauchen wir dann noch Banken?

Bitcoin ist eine komplett digitale Währung ohne Gegenwert in Gold oder ähnlichem. Aufgrund ihrer dezentralen Konzeption wird Bitcoin nicht von einer Person, einer Zentralbank, einem Unternehmen oder einem Land kontrolliert. Stattdessen wird sie von den Nutzern kontrolliert und geschaffen. Den Wechselkurs bestimmen allein Angebot und Nachfrage. Kryptowährungen erlauben sogenannte P2P-Transaktionen: User können ihre Kryptos innerhalb weniger Sekunden in den letzten Winkel der Erde schicken. Sender und Empfänger können die Transaktion mitverfolgen, es herrscht Transparenz und vor allem die Gewissheit, dass die Transaktion stattgefunden hat. Ein Finanzinstitut wird nicht mehr benötigt. Das gefällt vor allem denjenigen, die den Banken seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr vertrauen. Zentralbanken gefällt das nicht so gut. Sie kritisieren Kryptowährungen und fordern ihre Regulierung.

Frage für mein Konto: Ist es zu spät um Bitcoin zu kaufen?

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Ob es zu spät ist, um in den Kryptomarkt einzusteigen, muss jeder selbst entscheiden. Sicher, ist, dass man sich einlesen sollte (z.B. auf https://cointelegraph.com/ oder https://www.btc-echo.de/ ) und nur so viel Geld investieren sollte, wie man bereit ist zu verlieren. Denn obwohl viel an der Sicherheit im Krypto-Markt geschraubt wird, geht es immer noch zu wie im Wilden Westen. Reguliert wird hier so gut wie gar nicht und es kommt immer wieder zu Hacks von großen Kryptobörsen bei denen schnell das ganze Geld futsch sein kann. 

Wer trotzdem sein Glück versuchen will, kann in Deutschland mittlerweile sehr einfach Kryptos auf einer Online-Börse kaufen. Dort erstellt man einen Account, transferiert Euros und es kann losgehen. Alternativ kann man sich auch ein Wallet, eine digitale Brieftasche, zulegen und Kryptos beim Direktanbieter kaufen (da ist das Identifikationsverfahren jedoch sehr aufwändig). Man muss übrigens keinen ganzen Bitcoin kaufen, sondern kann auch nur einen Anteil kaufen. In rund 70 Ländern gibt es übrigens immer mehr Bitcoin-Automaten, wo man Bargeld (Fiatgeld) einzahlt und Bitcoin auf sein digitales Wallet bekommt. In Deutschland allerdings noch nicht.

So sieht die Tauschbörse "Coinbase" aus

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Wird Bitcoin überleben?

Wenn man das wüsste. Aktivisten sehen in Bitcoin das Zahlungsmittel der Zukunft – Banken und Anleger vor allem ein unreguliertes Spekulationsobjekt mit hoher Missbrauchsgefahr. Wenn Bitcoin nicht überlebt, dann vielleicht die Technologie dahinter, die Blockchain. Krypto-Enthusiasten halten sie zusammen mit dem Internet für eine der größten Erfindungen der Menschheit. Auch Staaten haben unterschiedliche Meinungen zum Thema: Manche Länder – z.B. China und Südkorea – wollen den Kryptohandel verbieten. Dann gibt es wiederum Länder (Venezuela), die ihre eigene Kryptowährung erfinden. Auf Google ist Werbung für Kryptowährungen neuerdings verboten. Es ist also ungewiss, ob Bitcoin & Co. überleben werden. Aber das wusste man bei diesem Internet ja auch nicht.

Ist die Blase jetzt geplatzt oder nicht?

Im vergangenen Jahr stieg der Bitcoin-Preis von 1000 US-Dollar auf 20.000 an und sank im Februar dieses Jahres wieder auf unter 6000 Dollar. Andere Digitalwährungen wie Ether, Ripple oder Litecoin gaben ebenfalls im zweistelligen Prozentbereich nach. Schuld waren zunehmende Regulierungsbestrebungen und immer wieder Hackerangriffe auf größere Handelsbörsen wie zuletzt in Japan. Viele behaupten deshalb, die Blase sei "geplatzt".  Das muss aber nicht stimmen. Der Krypto-Markt ist weitaus beweglicher als der Aktienmarkt, da keine Unternehmen dahinter stehen. Preise falle und steigen viel schneller. Und geplatzte Blasen können sich auch erholen: Als im Jahr 2000 die Dotcom-Blase platzte, fiel zum Beispiel die Amazon-Aktie von 106 Dollar auf 10 und brauchte Jahre um sich wieder zu erholen. Heute hat sie einen Wert von 1000 Dollar. Wer anlegt, braucht manchmal einen langen Atem.

Und für alle, die nicht lesen wollen:

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Video: YouTube/Late Night with Seth Meyers

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