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Tiiiief einatmen – das können viele Covid-19-Erkrankte noch verhältnismäßig lange. Nur: Warum? Bild: iStockphoto / Udom Pinyo

Was mit deiner Lunge passiert, wenn du Corona hast

Was genau passiert eigentlich in der Lunge, wenn das Covid-19-Virus um sich greift? Und warum verläuft die Krankheit so anders im Vergleich zu altbekannten Infektionen?

Aktuelle Erkenntnisse zeigen, was in der Lunge los ist, sobald sie am Coronavirus erkrankt und vor allem wird deutlich: Covid-19 verläuft teils ganz anders, als das, was Mediziner bisher von anderen Erkrankungen erkannten. Von einem rasanten Krankheitsverlauf bis zu schwerem Sauerstoffmangel – wir haben die drei spannendsten Unterschiede kurz zusammengefasst.

Patienten geht es schlagartig schlecht

Zuerst fühlen sich viele Corona-Patienten noch ganz in Ordnung. Erst nach etwa einer Woche verschlechtert sich der Zustand – dann allerdings oft dramatisch. Das ist ein deutlicher Unterschied zur schleichend verlaufenden, "normalen" Grippe.

Mediziner haben noch keine eindeutige Erklärung für diese Besonderheit. Doch die Verschlechterung hängt zeitlich offenbar mit der Wanderung der Viren vom Rachenraum in die Lunge zusammen, vermuten Experten im "Spiegel". Bei einigen Patienten waren die Viren zum Zeitpunkt der auftretenden Lungenentzündung nicht einmal mehr im Rachen nachweisbar.

Heißt: Solange die Viren sich im Rachen befinden, geht es den Patienten noch ganz gut. Wandern sie in die Lunge, verschlechtert sich der Allgemeinzustand schnell.

Der Körper hat Sauerstoffmangel, atmen fühlt sich aber noch normal an

Obwohl der Körper schon massiven Sauerstoffmangel erlebt, empfinden viele Patienten noch keinerlei Atemnot. "Das ist eine Kombination, die man fast nie sieht", schreiben Ärzte in der Fachzeitschrift "Intensive Care Medicine" dazu.

Die Erklärung dafür konnten Mediziner offenbar anhand von CT-Bildern herleiten: In den Lungen von Covid-19-Patienten zeigt sich während der Entzündung viel weniger angesammelte Flüssigkeit, als es bei altbekannten Lungenentzündungen der Fall ist. Erst diese Flüssigkeit macht das Gewebe jedoch unbeweglich – der Patient kann nur noch schwer atmen. Bei Covid-19-Patienten tritt dieser unangenehme Zustand aber erst spät auf.

Zusammengefasst: Flüssigkeit sammelt sich bei Covid-19 nur langsam in der Lunge, daher empfinden viele Patienten das Atmen relativ lange noch als völlig normal.

Die wichtigsten Telefonnummern zum Coronavirus

Unter der 030 346 465 100 erreichst du das Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums.

Weitere wichtige Nummern:

116 117: Ärztlicher Bereitschaftsdienst
115: Einheitliche Behördennummer
0800 011 77 22: Unabhängige Patientenberatung Deutschland

Es sammelt sich ungewöhnlich viel Blut

Mit diesem Wissen lautet die nahe liegende Frage nun: Warum hat der Körper dann trotzdem so wenig Sauerstoff zur Verfügung? Der "Spiegel" zitiert hier den Pneumologen Michael Pfeifer: "Die Patienten haben mehrere Entzündungsherde in der Lunge." In den Gefäßen dieser Entzündungsherde sammelt sich nach aktuellen Kenntnissen bei einer Corona-Erkrankung ungewöhnlich viel Blut. Damit ist der Transportweg für Sauerstoff vielerorts quasi verstopft, der Körper erleidet einen Mangel.

Kurz zusammengefasst: Blutansammlungen in den Entzündungsherden sorgen demnach dafür, dass der Sauerstoff beim Atmen nicht ausreichend ins Blut gelangt. Es entsteht ein Mangel.

(jd)

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