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Studie weist Plastik-Weichmacher in Körpern von Kindern nach

14.09.2019, 14:0214.09.2019, 14:03

Bei sehr vielen Kindern und Jugendlichen hat eine Studie Inhaltsstoffe von Plastik im Körper nachgewiesen. Das berichtete der "Spiegel" am Freitag vorab unter Verweis auf eine Untersuchung des Umweltbundesamts und des Robert-Koch-Instituts.

  • Demnach wurden Urinproben von 2500 Studienteilnehmern zwischen drei und 17 Jahren ausgewertet.
  • In fast allen Proben seien Rückstände von Plastikinhaltsstoffen gefunden worden, insbesondere von Weichmachern.

Die Studie wird dem Bericht zufolge in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Grünen-Anfrage zur Belastung der Bevölkerung mit Chemierückständen zitiert. Die Untersuchung zeige "eindeutig, dass Plastikinhaltsstoffe mit steigender Produktion auch vermehrt im Körper auftreten", sagte Mitautorin Marike Kolossa-Gehring vom Umweltbundesamt dem Magazin.

Das wurde in der Studie untersucht

Untersucht wurden laut "Spiegel" 15 verschiedene Stoffe. Für einige existierten keine gesundheitskritischen Grenzwerte, für zwei andere seien die geltenden Grenzwerte überschritten worden.

Kolossa-Gehrings Angaben zufolge waren in der Studie die jüngsten Kinder am stärksten betroffen. Das sei "wirklich besorgniserregend", da die Jüngsten auch die sensibelste Gruppe seien.

Die Grünen-Umweltpolitikerin Bettina Hoffmann sagte dem "Spiegel", es sei zu wenig erforscht, "wie die vielen Stoffe in ihrer Summe auf unsere Körper wirken". Bedenklich seien die in der Studie entdeckten hohen Werte von Perfluoroktansäure (PFOA). Bei 20 Prozent der Untersuchten lagen sie laut "Spiegel" über dem Grenzwert, bei jüngeren Kindern war die Quote sogar noch höher.

"Es kann nicht sein, dass jedes vierte Kind zwischen drei und fünf Jahren so stark mit Chemie belastet ist, dass langfristige Schäden nicht sicher ausgeschlossen werden können", sagte Hoffmann. PFOA wird beispielsweise für Outdoorkleidung verwendet. Laut Umweltbundesamt ist der Stoff schädlich für die Fortpflanzung und wirkt lebertoxisch. In Textilien ist er ab kommendem Jahr EU-weit verboten.

(ts/afp)

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