Im vergangenen Jahr nahmen bereits Menschen in 192 Ländern am Veganuary teil.
Im vergangenen Jahr nahmen bereits Menschen in 192 Ländern am Veganuary teil.Bild: Digital Vision / Dougal Waters
Nachhaltig

Veganuary-Challenge: Schaffst du 31 rein pflanzliche Tage?

01.01.2021, 10:55

Neujahrsvorsätze sind so eine Sache. Meistens sind sie schneller verworfen als gefasst und mal ehrlich: Die zwei Kilo mehr oder weniger auf den Rippen werden dein Leben nicht nachhaltig verändern und der zu viel gegessene Schokonikolaus mit Sicherheit kein Fehler sein, den du eines Tages auf dem Sterbebett bereuen wirst.

Anders sieht das bei Vorsätzen aus, mit denen du nicht nur dir etwas Gutes tust, sondern auch der Umwelt. Vegan ernähren zum Beispiel. Denn eigentlich wissen wir es alle: Nur so können Massentierhaltung und Tierleid verhindert werden. Und nur so kann dafür gesorgt werden, dass für die Produktion unserer Lebensmittel deutlich weniger Wasser und Land verbraucht und CO2-Emissionen erzeugt werden.

Schon im vergangenen Jahr ist das Interesse am veganen Lebensstil gestiegen, der Markt für Fleischalternativen wuchs laut Statistischem Bundesamt im ersten Quartal 2020 um 37 Prozent. Die Ernährung umzustellen und sich in gewisser Weise einzuschränken, ist trotzdem nicht einfach. Der Veganuary verbindet das Ganze deshalb mit einer Challenge: Schaffst du es, dich den Januar über rein pflanzlich zu ernähren, wenn du gleichzeitig mit Rezepten und Ernährungstipps unterstützt wirst?

2020 nahmen bereits Menschen aus 192 Ländern am Veganuary teil, der unter anderem von Stars wie Joaquin Phoenix, Alicia Silverstone, Kaya Yanar und Rezo unterstützt wird. "Wenn man die Klimakrise oder die Missstände im Lebensmittelsystem betrachtet, kann einen schnell ein Gefühl der Hilflosigkeit überkommen", schreibt etwa Joaquin Phoenix. "Doch es gibt etwas, das man dagegen tun kann: Mach mit und probier's diesen Januar vegan."

Rezepte kommen per Email

Denn selbst wenn der Veganismus nur vorübergehen sein sollte, hat er tiefgreifende Folgen. Mit einer Million Teilnehmern am Veganuary würden 104.000 Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden. Das sind etwa 15.000 Umrundungen der Welt mit dem Auto, berechnete das Animal and Policy Program der Harvard University. Zudem würden geschätzt 3,4 Millionen Tiere weniger für die Tierproduktion benötigt und im Schlachthof ihr Leben lassen.

In diesem Jahr rechnen die Veranstalter mit einer halben Million Anmeldungen. "Wir möchten Menschen mit einem Augenzwinkern dazu ermutigen, einen Selbstversuch zu starten und für sich die zahlreichen Vorteile einer rein pflanzlichen Ernährung zu entdecken", so Ria Rehberg, die Geschäftsführerin der gemeinnützigen Organisation:

"Noch nie war das Interesse an einer veganen Ernährung so groß wie jetzt. Viele Teilnehmende wollen nicht nur der eigenen Gesundheit etwas Gutes tun, sondern auch im Privaten positive Auswirkungen auf Umwelt, Tiere und Klima bewirken. Das ist ein wichtiges und bedeutendes Zeichen und macht Hoffnung auf positive Veränderungen im Jahr 2021."

Also: Ran an die Karotte. Wer noch etwas Hilfestellung in puncto veganer Ernährung braucht, kann sich über die Homepage der Aktion offiziell zum Veganuary anmelden. Dann gibt's 31 Tage lang E-Mails mit Rezepten, Einkaufstipps, Ernährungsplänen und Hinweisen zur optimalen Nährstoffversorgung. Die helfen hoffentlich, die Neujahrsvorsätze dieses Jahr endlich mal einzuhalten.

(ftk)

COP26: Climate Action Network ruft zum "Gipfel der Verantwortlichkeit" auf

Zwei Tage vor dem offiziellen Beginn des Weltklimagipfels COP26 in Glasgow ruft das Climate Action Network International (CAN) – ein umweltpolitische Netzwerk von über 1300 Nichtregierungsorganisationen – die europäischen Länder und die Europäische Union zu einem "Gipfel der Verantwortlichkeit" auf: Der von der COP vorgelegte "Climate Finance Delivery Plan" solle konkreter zu klaren Finanzierungsstrukturen mit einer deutlich höheren Kostenübernahme durch die Industrieländer ausgearbeitet werden, mit dem die Bestimmungen des Pariser Klimaabkommens zur Begrenzung auf 1,5 Grad eingehalten könnten, forderte das CAN in einer Pressekonferenz am Mittwoch.

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