Anlässlich des Todes von George Floyd schwiegen Amira und Oliver Pocher für 8:46 Minuten in der Livesendung "Gefährlich ehrlich". Doch das Branchen-Echo blieb verhalten.
Anlässlich des Todes von George Floyd schwiegen Amira und Oliver Pocher für 8:46 Minuten in der Livesendung "Gefährlich ehrlich". Doch das Branchen-Echo blieb verhalten.
Bild: imago images/Future Image

Amira Pocher ist sich sicher: "Wir werden wirklich ausgegrenzt"

03.05.2021, 16:1403.05.2021, 16:13

Oliver Pocher ist seit über 20 Jahren im TV-Geschäft. Seine Karriere startete er bei Viva. 2003 wechselte er dann zu ProSieben und ging mit seiner Show "Rent a Pocher" an den Start. Bei RTL hat er mittlerweile einen Exklusivvertrag. 2019 teilte der Unterhaltungschef Kai Sturm mit: "Immer wenn Oliver Pocher bei RTL auftaucht, macht er uns und den Zuschauern – wie zuletzt noch bei 'Let's Dance' – großen Spaß. Deshalb freuen wir uns, dass wir das Allround-Talent exklusiv für unseren Sender gewinnen konnten und ihm mit auf den Leib geschneiderten Formaten einen sicheren Hafen und Spielwiese zugleich bieten werden."

Neben Pochers Social-Media-Aktivitäten auf Instagram, seiner selbsternannten Bildschirmkontrolle oder Sendungen wie "5 gegen Jauch" folgte dann schließlich mit "Gefährlich ehrlich" seine eigene Show, die er zusammen mit Frau Amira moderiert. Auch mit ihrem Podcast "Die Pochers hier" können sie regelmäßig ein großes Publikum erreichen. Jetzt sind die beiden sogar in der Kategorie "Publikumspreis/Beste Unterhaltung" neben "Baywatch Berlin", "Die Johnsons", "Gemischtes Hack" und "Mordlust" für den Deutschen Podcast-Preis nominiert.

Diese Nominierung habe besonders Amira verwundert, da sie der Meinung ist, dass die zwei eigentlich bei so etwas nicht berücksichtigt werden, wie sie nun in ihrer neuesten Podcastfolge erklärte.

Amira und Oliver Pocher über fehlende Anerkennung

Die 28-Jährige erklärte zunächst im Hinblick auf die Nominierung Folgendes: "Wir fühlen uns auf jeden Fall sehr geehrt. Ich hätte damit echt gar nicht gerechnet. Irgendwie habe ich das Gefühl, wir werden ausgegrenzt, wenn es um solche Sachen geht. Kommt dir das nicht auch so vor?" Oliver Pocher pflichtete bei: "Du brauchst das Gefühl nicht haben, es ist so." Im Anschluss legte Amira noch mal nach:

"Wir werden wirklich ausgegrenzt, wenn irgendwelche Sendungen ausgezeichnet werden."

Der Komiker sah das Ganze schließlich so: "Es ist grundsätzlich so, ob Comedy- oder Grimme-Preis, man möchte schon immer, dass wir irgendwie dabei sind, aber gewinnen sollen wir dann doch nicht. Da sind wir nicht die Coolen, das muss man dann so ganz deutlich sagen." Als besonderen TV-Moment führte er an, dass das Paar anlässlich des Todes von George Floyd für 8:46 Minuten in der Livesendung "Gefährlich ehrlich" geschwiegen hatte, um ein Zeichen zu setzen. Dies war genau die Zeit, in denen Floyd um sein Leben kämpfte und dann starb, weil ein Polizist auf seinem Hals kniete und ihm die Luft nahm.

Dazu stellte Pocher nun fest: "Unter anderem haben wir die längste Schweigeminute gehabt, die es jemals im Privatfernsehen gab. Da wird eine Carolin-Kebekus-Show oder alle anderen nominiert und wir nicht. Das ist einfach so." Amira fügte hinzu: "Ja, nicht nur das, es ist sehr viel. Was schon ein bisschen auffällig ist, dass man nicht mal erwähnt wird." Und weiter:

"Du hast letztes Jahr mit der Sendung 'Pocher vs. Wendler' wohl eindeutig bewiesen, dass das die erfolgreichste Sendung in diesem Jahr war. Aber man wird mit keiner Silbe erwähnt."

Der Comedian sagte abschließend dazu: "Ich finde das ganz interessant, weil in gewisser Form ist man der Underdog." Übrigens, Pocher ging in der Vergangenheit bei Preisverleihungen nicht gänzlich leer aus. Neben einigen Bravo Ottos in der Kategorie "Comedy" schnappte er sich in den vergangenen Jahren auch mal den Deutschen Comedypreis. 2020 wurde er auch dafür in der Kategorie "Beste Moderation" für "5 gegen Jauch" nominiert, ging aber tatsächlich leer aus.

(iger)

"Schere im Kopf": Oliver Pocher sieht sich auf der Bühne eingeschränkt

Oliver Pocher ist immer wieder für kontroverse Ansagen zu haben. So nahm er jüngst bei Instagram zum Beispiel Cathy Hummels aufs Korn, als die wiederum verkündete, künftig genderneutrale Sprache anzuwenden. Im "Bild"-Talk "Viertel nach acht" ging es nun explizit auch um Political Correctness, wozu der Comedian deutliche Worte fand. Daneben wurde aber auch noch ein ganz anderes Thema angesprochen: Die Rente des 43-Jährigen.

"Was darf Comedy heutzutage eigentlich noch?", fragt sich Pocher in der …

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