ARCHIV - 07.05.2021, Japan, Tokio: Die Olympischen Ringe sind vor dem Olympischen Stadion aufgebaut. Angesichts steigender Infektionszahlen hat Japan den Corona-Notstand f

Ein Großteil der Japaner wünscht sich eine Absage oder eine Verschiebung der Olympischen Spiele Bild: dpa / Adam Davy

Olympia-Umfrage: Mehr als 80 Prozent der Japaner gegen eine Austragung im Sommer

Mehr als 80 Prozent der Japaner sind gegen eine Austragung der Olympischen Spiele in Tokio (23. Juli bis 8. August) in diesem Sommer. Das ergab eine am Montag veröffentlichte Umfrage weniger als zehn Wochen vor dem Start der wegen der Corona-Pandemie verschobenen Spiele. Derzeit kämpft Japan mit einer vierten Infektionswelle, am Freitag hatte die Regierung den Ausnahmezustand verlängert.

Die Umfrage der Tageszeitung Asahi Shimbun ergab, dass 43 Prozent der Befragten für eine Absage der Spiele in diesem Jahr sind, 40 Prozent befürworten eine erneute Verschiebung. Im vorigen Monat lagen die Werte noch bei 35 bzw. 34 Prozent. Nur 14 Prozent der 1527 Befragten befürworten die geplante Austragung.

Japanische Regierung will weiter an Spielen festhalten

Regierungssprecher Katsunobu Kato versicherte derweil, dass die Regierung "Anstrengungen unternehmen" werde, damit die japanische Bevölkerung verstehe, "dass die Spiele in einer sicheren Art und Weise stattfinden" werden. "Wir müssen mehr Erklärungen zu den Details der konkreten (Corona-)Maßnahmen geben", sagte er.

Seit Monaten zeigen Umfragen, dass die Mehrheit der Bevölkerung im Gastgeberland den Spielen gegenüber negativ gestimmt ist. Eine weitere Umfrage von Kyodo News am Sonntag ergab, dass 59.7 Prozent für eine Absage sind, allerdings stand eine erneute Verschiebung nicht zur Auswahl.

Geplant sind regelmäßige Tests und ausschließlich Besucher aus Japan

Die Organisatoren wollen mit strengen Maßnahmen wie regelmäßigen Tests und einem Verbot ausländischer Fans sichere Spiele garantieren. Der Anstieg der Corona-Infektionen im Land setzt das Gesundheitssystem aktuell massiv unter Druck, Mediziner warnen wiederholt vor Engpässen und Burnout der Fachkräfte.

Zwar war Japan mit bislang 11.500 Corona-Toten nicht so stark betroffen wie andere Länder, doch durch die vergleichsweise langsam anlaufende Impfkampagne gerät die Regierung immer mehr unter Druck.

(nb/afp)

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