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woman buying meat at the butcher shop

Die Leberkäs-Semmel zu teuer? Ein Metzger aus München geigte einem Kunden nach dieser Kritik die Meinung. (Symbolbild) Bild: E+ / Neyya

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Kunde beschwert sich über Fleisch-Preis – Metzger reagiert empört

Gutes Fleisch hat seinen Preis. Und laut einer Umfrage, die kurz nach dem Tönnies-Skandal durchgeführt wurde, sind sehr viele Deutsche bereit, deutlich mehr für Fleischprodukte zu bezahlen.

Ein Metzger aus München hat allerdings andere Erfahrungen gemacht – zumindest mit einem Kunden. Der hatte sich mittels einer Google-Rezension beschwert, 2,10 Euro für ein Brötchen mit Leberkäse seien doch viel zu viel.

"Qualität und alles top, aber saftige Preise zum Teil. 2,10 für 'ne warme Leberkäs-Semmel und dann so 'ne Scheibe ist schon derb", lautete die Bewertung des Kunden auf Google, der als Bewertung 3 von 5 Sternen hinterließ.

Korbinian Rausch, Mitarbeiter bei der Metzgerei Bauch, nahm sich die Zeit für eine ausführliche Antwort. In einem längeren Facebook-Post schrieb er, Kritik sei zwar durchaus erwünscht.

"Doch wenn wir schlecht bewertet werden, weil eine Leberkäse-Semmel 2,10 Euro kostet, dann ist dies kein Auslöser für Traurigkeit und Reue, sondern Empörung und Wut."

Alle Welt schimpfe über die billigen Fleischpreise, die Ausbeutung von Mensch und Tier und bei großen Fastfoodketten zahle jeder, ohne mit der Wimper zu zucken, vier bis fünf Euro für ein Sandwich oder einen Burger. Rausch zählte auf, wie sich die Kosten zusammensetzten: Ein Schwein müsse geboren, gefüttert, aufgezogen und geschlachtet werden – "und das am Münchner Schlachthof und nicht hunderte von Kilometern entfernt."

Dazu kämen dann noch die Gewürze, das Fleisch müsse zerlegt und zu Brät verarbeitet werden. "Von der Münchner Herstellung wird dieses Brät in unserer Metzgerei in Unterhaching geliefert", so Rausch weiter. Auch das Brötchen werde nach traditioneller Art hergestellt.

Schließlich müsse auch das Personal bezahlt werden – und zwar mit einem "sehr fairen und würdigen Lohn", wie Rausch betont.

Seine Reaktion auf Facebook wurde jeweils mehrere hundert Male mit "Gefällt mir" markiert oder geteilt. In den Kommentaren bekam der Metzger viel Zuspruch.

So erklärt der Metzger seinen Post: "Günstiger ist es mit gutem Gewissen nicht anzubieten"

Gegenüber watson erklärt Korbinian Rausch, was ihn zu dem Posting veranlasst hat. Die Preisgestaltung sei in der Tat eine schwierig zu beantwortende Frage, da diese zwangsläufig zur Überlegung führe, wie viel uns Tierwohl, Regionalität, gutes Handwerk, Frische und Qualität wert seien. "Ich gehe davon aus, dass jeder hier seine eigenen Definitionen und Überlegungen hat", sagt Rausch.

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Korbinian Rausch (l.) und Inhaber Marcus Bauch. bild: Korbinian Rausch

Aus seiner Sicht sei ein Leberkäs-Brötchen für 2,10 Euro "ein günstiges Angebot für jedermann." "Günstiger ist es nicht mit gutem Wissen und Gewissen anzubieten." "Nicht in Anbetracht der Beachtung von Tierwohl, der gesamten Wertschöpfungskette, handwerklichen Backwaren und der fairen Bezahlung unserer Mitarbeiter." Insgesamt sei die Nachfrage nach Billigfleisch unter der eigenen jedoch Kundschaft gering.

"Der Wunsch nach günstigem Fleisch ereilt uns glücklicherweise nicht allzu häufig. Wenn es denn passiert antworten wir sachlich, aber bestimmt."

Ihm selbst und auch dem Eigentümer Marcus Bauch sei es ein Anliegen, jeden Kunden als Mensch ernstzunehmen. "Dazu gehört in fast allen Fällen ein gutes Miteinander und viel Herzlichkeit, im konkreten Einzelfall jedoch auch einmal die Konfrontation." Man stehe zu seiner Arbeit und wünsche sich auch eine gegenseitige Wertschätzung.

Eine Rückmeldung des Kunden habe es bisher nicht gegeben, so Rausch weiter. "Leider hat sich dieser Kunde im Speziellen nicht weiter bei uns gemeldet, wir bedauern dies, können es aber auch nicht weiter beeinflussen."

(om)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Cassie 15.07.2020 08:31
    Highlight Highlight Kunden die sich anonym über etwas beschweren,weiss man eigentlich einzuordnen.Ganz viele befragte Kunden behaupten kein billiges,günstiges Fleisch zu kaufen.Aber die leeren Kühlregale beim Discounter sind die mit den billigen FleischwarenViele Kunden fahren mit ihren Protz Auto sogar in weiter entfernte Discounter um ihr Billigfleisch zu kaufen,und nicht vom Nachbar dabei erwischt zu werden.2,10Euro für ein belegtes Brötchen vom Metzger ist nicht teuer.Kunde könnte auch Billigbrötchen und Leberkäse beim Discounter kaufen ,aber das macht ja Arbeit und er hätte nichts zu meckern.
    • MrMatrone 16.07.2020 07:57
      Highlight Highlight @ Cassie, Sie haben es richtig erkannt. In Foren hat jeder einen "Metzger seines Vertrauens". Ich hab ihn nach Jahren noch nicht gefunden, bin auf Bio umgestiegen was ich auch nicht unbedingt bei jedem Schlachter erhalte, auch wenn er es als solches deklariert hat. Geiz ist ja so geil - da wird tatsächlich ein solches Brötchen zu teuer. Und wenn ich dann noch sehe, wie oft ein-bis zweimal Angebissenes weggeworfen wird, kann ich nur den Kopf schütteln. Richtig teuer müßte es sein, damit die Leute nicht alles entsorgen - weil es ja so günstig war....
    • Cassie 16.07.2020 10:19
      Highlight Highlight @MrMatrone,habe selbst schon in Metzgereien im Verkauf gearbeitet,eine der Metzgereien bezog Supermarktfleisch/ Wurst,erhöhte den VKPreis um 200% und die Kunden waren von der vermeintl. Metzgerqualität beeindruckt.In anderer Metzgerei würde zu 90% Wurst,Mittagsgerichte selbst hergestellt zu ganz moderaten VKPreisen.Ohne Beschiss.So geht es auch.Im Supermarkt an Bedientheke-da arbeite ich z.Z.machen Kunden den Aufstand-bitte gaaaanz dünn schneiden,kein Fettrand ,nur die größten Scheiben ,in Metzgerei wird ohne murren gekauft,ist ja schliesslich natürliche ,gute Ware,die teuer sein MUSS
    • MrMatrone 16.07.2020 14:33
      Highlight Highlight Genau so läufts. Danke für den Einblick. Vermutet habe ich es schon lange, bestätigt hatte es bisher noch keiner....

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