Ab 2030 sollen in Großbritannien keine Verbrennungsmotor-Autos mehr zugelassen werden.
Ab 2030 sollen in Großbritannien keine Verbrennungsmotor-Autos mehr zugelassen werden.
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Gute Nachricht

Elektro statt Benzin: Großbritannien will ab 2030 Benzin-Autos verbieten

22.11.2020, 15:2522.11.2020, 15:32

Immer mehr Länder streben ein baldiges Aus für Verbrennungsmotoren bei Pkw-Neuwagen an. Auch der britische Premierminister Boris Johnson zieht seinen Plan an und erhöht den Druck auf die Hersteller: In weniger als zehn Jahren soll der Verkauf von Diesel- und Benzinautos in Großbritannien verboten werden.

Nicht ab 2035, sondern bereits ab 2030 sollen keine neuen Verbrenner-Autos mehr zugelassen werden. Der Verkauf von Hybrid-Modellen soll bis 2035 erlaubt bleiben. Damit will Premierminister Boris Johnson die britische Elektroautoindustrie ankurbeln. 1,3 Milliarden Pfund sollen in die Lade-Infrastruktur fließen und knapp 600 Millionen in Kauf-Anreize für umweltfreundliche Fahrzeuge.

Die Maßnahmen gehören laut "FAZ" zu einem "Zehn-Punkte-Plan für eine Grüne Industrielle Revolution", mit dem Johnson bis 2030 zwölf Milliarden Pfund (etwa 13,4 Milliarden Euro) in grüne Projekte investieren will. Darüber hinaus wolle die Regierung Bäume pflanzen, ab 2025 jährlich auf einer Fläche von 30.000 Hektar, um Kohlendioxid (CO2) zu binden. So soll das Land nach dem Abschied aus der EU innerhalb der nächsten drei Jahrzehnte klimaneutral werden. Am Dienstagabend erklärte Johnson vorab: "Auch wenn dieses Jahr einen anderen Verlauf genommen hat als erwartet, habe ich unsere ambitionierten Pläne nicht aus den Augen verloren."

Wandel der Autobranche

Im Kern des Plans steht die Wende zur Elektromobilität sowie der Ausbau von Offshore-Windparks. In verschiedenen Branchen sollen bis zu 250 000 "grüne" Arbeitsplätze entstehen – vor allem fernab der Hauptstadt London. So will die Regierung die unterschiedlichen Lebensverhältnisse in den Landesteilen angleichen. Im Norden des Vereinigten Königsreichs sind sie deutlich schlechter als im Süden.

Weiterhin will die britische Regierung neue E-Ladestationen finanzieren sowie eine halbe Milliarde Euro für die Entwicklung von Wasserstofftechniken bereitstellen, um den Übergang zu Elektro sowie Wasserstofffahrzeugen zu beschleunigen.

Keine leichte Aufgabe

Der Verband der britischen Autoindustrie nannte die neue Frist fürs Ende der Verbrenner-Autos eine "immense Herausforderung", heißt es in der "FAZ". Das von Großbritannien angestrebte Verbot wird den Wandel der Autobranche aus Expertensicht zusätzlich beschleunigen. Damit schwenke ein großer Markt auf Elektromobilität um – "und das ist wiederum ein Signal an den Kontinent und an die Hersteller", sagte Autoexperte Stefan Bratzel der "dpa". "Wenn so ein großer Markt relativ schnell eine Wende einläutet, dann kann das einen Dominoeffekt auslösen."

Ähnlich äußerte sich Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer. Das Ende des Verbrennungsmotors im Pkw werde Stück für Stück kommen, sagte er im Gespräch mit der "dpa". "Von daher sollten wir auch in Deutschland alles dafür tun, so schnell wie möglich die Anpassung und Umstellung auf das Elektroauto voranzubringen. Es bringt nichts, auf einem totgerittenen Gaul in die Zukunft gehen zu wollen."

Die Bundesregierung wiederum will die deutschen Autohersteller in der Klima- und Corona-Krise mit zusätzlichen drei Milliarden Euro stützen und so den Wandel zur Elektromobilität fördern. Geplant sind weitere Kaufprämien sowie ein Fonds zur Unterstützung der Branche.

(sb/dpa)

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