Ikea
MOSCOW, RUSSIA - JUNE 3, 2020: Customers at the IKEA Khodynskoye Pole store at the Aviapark Shopping Center. IKEA has reopened three stores in Moscow as COVID-19 restrictions ease, and introduced a customer count system to monitor the number of people inside stores. Anton Novoderezhkin/TASS PUBLICATIONxINxGERxAUTxONLY TS0DB313

Ein Mann trägt seine Maske in einer Ikea-Filiale falsch. Bild: www.imago-images.de / Anton Novoderezhkin

Maskenloser Mann unsanft aus Ikea geschmissen – Kette begründet Maßnahme

Die Corona-Pandemie ist eine "demokratische Zumutung", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel Ende August. Die Maßnahmen zu ihrer Eindämmung greifen oft in Grundrechte ein und beschränken Freiheitsrechte zum Teil massiv.

Gerade das Tragen von Masken oder eines Mund-Nasen-Schutzes (MNS) wird dabei von einigen als besondere Zumutung betrachtet. Freilich nicht von allen. So sprach sich etwa die Mehrheit der Bevölkerung laut einer Yougov-Umfrage dafür aus, eine Maskenpflicht an öffentlichen Plätzen einzuführen. Nur 30 Prozent der Befragten empfänden eine solche Maßnahme als "unangemessen", hieß es am Mittwoch.

Nicht jeder muss die Maske tragen

Die Maske wird also vom überwiegenden Teil der Menschen im Kampf gegen die Corona-Pandemie angenommen. Es gibt allerdings auch Personen, denen es aus medizinischer Sicht nicht möglich ist, eine Maske zu tragen – und die sich von der Pflicht befreien lassen.

Zwar wurden in der letzten Zeit Fälle öffentlich, bei denen Ärzte Blanko-Atteste zum Download anboten oder ihren Patienten mutmaßlich aus Gefälligkeit attestierten, keine Maske tragen zu können.

Doch auch das Robert-Koch-Institut weist darauf hin, dass es "Personen gibt, die aus medizinischen oder anderen triftigen Gründen" keine Maske tragen können. Nicht jeder, der im Bus oder beim Einkaufen ohne Maske unterwegs ist, muss also zu jenen reichstagsstürmenden Hygienedemonstranten gehören, die hinter Masken ein vermeintliches Mittel wittern, das die Bevölkerung in Angst halten soll.

Die Person sollte aber damit rechnen, vom Personal auf die fehlende Maske angesprochen und gegebenenfalls darauf hingewiesen zu werden, doch bitte eine Maske zu tragen. So geschehen in einer Ikea-Filiale in Nordrhein-Westfalen. Dort berief sich ein, offenbar blinder, maskenloser Mann auf sein ärztliches Attest – und durfte feststellen, dass Ikea dieses reichlich egal war.

Bei Ikea gelten besondere Regeln

Wie der Kölner "Express" berichtet, hatte sich der Mann in dem Geschäft geweigert, eine Maske zu tragen und war unsanft des Ladens verwiesen worden. "Der Sicherheitsdienst hat mich grob gepackt. Als ich mit meiner Pflegerin das Gebäude verlassen habe, hat das Sicherheitspersonal uns weiter verfolgt und die Polizei gerufen", sagte der Mann dem Blatt.

Ikea erklärte watson dazu am Mittwoch, man habe sich "die Entscheidung, unsere Haltung zur 'Maskenpflicht' zu ändern, nicht einfach gemacht" und sei sich darüber bewusst, dass diese manch einen "eventuell auch verärgern" könne.

Aber, so Ikea weiter, um "die Gesundheit unserer Kunden und Mitarbeitenden bestmöglich zu schützen, haben wir uns entschieden, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes beim Besuch eines Ikea-Einrichtungshauses für alle Kunden bis auf Weiteres verpflichtend zu machen".

Attest in dem Fall egal

Dies gelte auch für den Fall, dass ein ärztliches Attest vorliege. Ikea akzeptiere in diesem Fall auch einen "Schal, Tuch oder Rollkragenpullover als Schutz", um den Besuch "Kunden mit vorliegendem Attest so angenehm wie möglich zu gestalten".

In dem Statement weist Ikea außerdem darauf hin, dass Kunden die Möglichkeit haben, "über einen Kontakt im Einrichtungshaus mit einem gewissen Vorlauf die Order des Kunden zusammenzustellen und kontaktlos zu übergeben".

Verschiedene Aspekte, gesundheitliche vor allem, hätten Ikeas Entscheidung beeinflusst. Darunter auch, dass die Kette die Erfahrung gemacht habe, "dass Kunden ohne Mund-Nasen-Schutz von anderen Besuchern darauf angesprochen werden und unsere Mitarbeitenden immer wieder solche Situationen schlichten müssen".

Zu den Vorwürfen des Mannes, der laut "Express" auch eine Entschuldigung seitens Ikea fordert, wollte sich das Unternehmen am Mittwoch nicht weiter äußern. Zunächst sollen alle Beteiligten angehört werden, dies sei aber noch nicht geschehen.

(pcl)

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