Coronavirus
Female scientist working in the CDC laboratory.

Um gezielter einen Impfstoff entwickeln zu können, wollen Forscher jetzt Freiwillige mit dem Coronavirus infizieren. Bild: iStockphoto / Eugeneonline

Britische Forscher wollen Freiwillige gezielt mit Coronavirus anstecken

Zur besseren Erforschung von Corona-Ansteckungen wollen britische Wissenschaftler erstmals Freiwillige gezielt mit dem Virus anstecken. Wie Wissenschaftler des Londoner Imperial College und anderer Einrichtungen am Dienstag mitteilten, soll das Forschungsprogramm zeigen, wie hoch die Viruslast sein muss, damit Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 erkranken. Auf diese Weise solle das Programm dazu beitragen, "die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, seine Folgen zu lindern und Todesfälle zu reduzieren".

Die Wissenschaftler wollen dafür Freiwillige im Alter von 18 bis 30 Jahren ohne Vorerkrankungen wie Herzprobleme, Diabetes oder Fettleibigkeit finden. "In dieser ersten Phase wird es das Ziel sein, die kleinste Virusmenge festzustellen, die nötig ist, damit eine Person Covid-19 entwickelt", erklärte das Imperial College. Nach einer Ansteckung wollen die Wissenschaftler die Immun-Antwort der Probanden genau beobachten.

Die Probanden sollen über die Nase mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert werden, wie Peter Openshaw, Professor für experimentelle Medizin am Imperial College, dem Sender BBC Radio 4 sagte. "Der große Vorteil dieser Studien mit Freiwilligen ist es, dass wir jeden Freiwilligen nicht nur während der Infektion, sondern auch vorher sehr sorgfältig untersuchen und genau herausfinden können, was in jedem Stadium passiert."

Studie soll bei Entwicklung von Impfstoff helfen – Forscher betonen geringes Risiko

Die Studie, an der auch die britische Regierung, ein Unternehmen und ein Krankenhaus beteiligt sind, soll Anfang kommenden Jahres beginnen. Ihre Ergebnisse sollen dann für die Entwicklung von Impfstoffen und Therapien gegen das neuartige Coronavirus genutzt werden.

Die beteiligten Wissenschaftler versuchten in ihrer Mitteilung, potentiellen Probanden die Angst vor einer schweren Erkrankung zu nehmen. "Unsere oberste Priorität ist die Sicherheit der Probanden", versicherte Chris Chiu von der Imperial-Abteilung für Infektionskrankheiten. "Keine Studie ist komplett risikofrei", aber britische Forscher hätten viel Erfahrung mit Studien mit einer absichtlichen Infektion von Probanden. Er und seine Kollegen würden die "Risiken so gering, wie wir nur können", halten, betonte Chiu.

Weltweit wurden bereits mehr als 40 Millionen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen, fast 1.12 Millionen Infizierte starben. In aller Welt wird derzeit an einem Impfstoff gegen den Erreger gearbeitet, unter anderem in Großbritannien.

(lau/afp)

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