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Bild: picture alliance/dpa/Montage Watson

Das "GNTM"-Finale war ein Feuerwerk der Absurditäten. 13 spektakuläre Highlights

Wow. Wow. Wow. Was für ein Abend.

Seit rund einem Jahrzehnt treffe ich mich jedes Jahr aufs Neue immer donnerstags mit einer Freundin, um mir mit ihr "Germany's Next Topmodel" reinzuziehen. Dabei geht es uns nicht darum, wirklich rauszufinden, wer denn am Ende den Titel davonträgt – nein, hier ist der Weg das wahre Ziel. Denn das vermeintliche Ziel, das große Finale, ist immer eine große Tortur, nach deren Ende man sich zwar kaum noch erinnert, wer eigentlich gewonnen hat, sondern viel mehr an 1) Heidis Outfit und 2) Weeeeeerbung.

Dieses Jahr war das anders. Junge, was war das für eine Show!

Das Finale 2019 ist keines, das man so schnell vergessen wird; ich würde sogar behaupten, es ist eins für die Reality-TV-Geschichtsbücher, von dem unsere Ururenkel noch schwärmen werden, wenn Heidi in 86 Jahren das 100. "GNTM"-Jubiläums-Finale moderiert. Und das lag keineswegs an Simones Sieg (obwohl der durchaus verdient war) – sondern an diesem Spektakel der Absurditäten, das uns über knapp drei Stunden hinweg mit der besten Unterhaltung versorgte, die das Fernsehen je gesehen hat. Ich weiß: Steile These – aber lasst mich euch vor Augen halten, was genau gestern Abend alles geschah...

Danke, Taylor Swift...?

Zu Beginn des Finales sah alles noch verdächtig nach "Same procedure as every year" aus: Die Meeedchen eröffneten mit der Hilfe der Crew vom Cirque du Soleil die Show. Aber natürlich ging es – wie auch in allen Jahren zuvor – ja gar nicht wirklich um die Kandidatinnen, sondern um die Heidi, die dann in altbekannter Heidi-Manier von der Decke herabgeschwebt kam.

Gähn, schnarch, mit sowas kann uns niemand mehr beeindrucken, haben wir es doch einfach schon zu oft gesehen. Aber verzichtet werden durfte darauf natürlich auch nicht – das Event musste schließlich spektakulär genug ausfallen, um die chaotische Presse der letzten Woche rund um den Ausstieg der Finalkandidatin Vanessa in Vergessenheit geraten zu lassen.

Vom Himmel hoch, da kam sie also her, unsere Heidi, doch alle warteten eigentlich nur auf einen Star: TAYLOR SWIFT, die schließlich schon per Instagram angekündigt worden war.

Sie kam dann auch. Naja – so halb zumindest. Denn wie auch wir vor den heimischen Fernsehern, musste sich das anwesende Live-Publikum ein Video von Taylors Performance ansehen. Taylor Swift war gar nicht wirklich da, sondern hatte die Kandidatinnen und Heidi schon bei der Generalprobe mit einem (Playback-)Auftritt beglückt. Na toll, da zahlst du extra für Tickets zum Live-Finale und musst dann doch bloß fernsehen?

Die feministische "GNTM"-Demo

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Die Zukunft mag weiblich sein, doch dieser Abend wurde von Männern geskriptet, wetten? Bild: picture alliance/dpa

Wer zu diesem Zeitpunkt schon befürchtete, das könnte ein seltsamer Abend werde, lag goldrichtig – denn plötzlich marschierte eine Gruppe an Demonstranten über die Bühne. Das waren diesmal aber keine Flitzer, deren nackte Brust die Worte "Heidi Horror Picture Show" zierten, sondern die (Ex-)Kandidatinnen, die hier den sogenannten "Girl Power Walk" (oje) abliefern sollten.

Hatten sie die Demo-Schilder mit Texten wie "Girls run the world" selbst gebastelt? Sicher nicht, denn Simone, Sayana und Cäcilia wandelten in furchtbar unvorteilhaft geschnittenen "Kleidern" auf und ab, die Nachrichten wie "Gott ist eine Frau" verbreiteten. Was ist das für eine widersprüchliche Message, drei jungen Frauen Outfits aufzudrücken, die ach-so-feministisch wirken sollen?

Thomas Gottschalk, der Herr der Ringe

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Machste supi, Thomas. Bild: picture alliance/dpa

Ebenso deplatziert wie diese politische Inszenierung der Kandidatinnen: Thomas Gottschalk. Denn wow, der gute Mann hatte so gar keine Ahnung, was er da überhaupt zu suchen hatte. Vor allem, als er plötzlich eine Ringschatulle auspackte, ging ein Raunen durch (meine) Menge: Wollte der jetzt echt gerade Tyra Banks einen Antrag machen? Was ging denn hier ab?!

Aber Heidi war not amused. Thomas hatte da scheinbar was falsch verstanden, die Ringe sollten noch gar nicht zum Einsatz kommen. Ganz schnell brachte er sie also wieder zum Verschwinden, ließ jedoch Spekulationen zurück: WÜRDEN HEIDI UND TOM VOR LAUFENDER KAMERA HEIRATEN? OMG, OMG.

Spaß! Spaß! SO VIEL SPAß!

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Wobei, die Sonnenbrillen sind schon ganz nett. Bild: picture alliance/dpa

Und dann kamen die Jonas Brothers – so viel muss man Heidi lassen: Sie schafft es, Jahr für Jahr wirklich große Promis anzukarren. Dass die bei ihrer eigenen Performance aber meistens auf Hintergrund-Deko reduziert werden, scheint da niemandem etwas auszumachen.

So auch diesmal: Die Jonases sangen sich die schräge Seele aus dem Leib, während Cäcilia, Sayana und Simone tanzend (oder wie man das sonst nennen soll) den "Neon-Walk" performten. Simone verlor ihre Schuhe, aber machte nix, wurde dieses Contra schließlich danach im Feedback in ein riesiges Pro umgewandelt. (Ist es wirklich lobenswert, wenn man als Model die Schuhe verliert?) Aber ist okay, denn immerhin hatte es Simone geschafft, die peinliche Tanzeinlage, die die Kandidatinnen scheinbar hatten einstudieren müssen, so wenig peinlich wie möglich rüberzubringen.

Warum müssen Models tanzen können? (Warum müssen sie inspirierende Reden halten können?) Eine Frage, die ich mir bei jedem Finale aufs Neue stelle. Klar, Körpergefühl muss da sein – aber nur, weil ich schön tanzen kann (was nicht der Fall ist), bin ich nicht automatisch eine Granate auf dem Catwalk. Umgekehrt übrigens genauso wenig, wie die gequälten Dance-Moves der Top 3 belegen.

Cäcilias Ende bei "GNTM"

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Zack und weg! Bild: picture alliance/dpa

Der traurige Tiefpunkt der ganzen Show: Wie sang- und klanglos Cäcilia abserviert wurde. Ganz à la "1, 2 oder 3" mussten sich Simone, Sayana und Cäcilia vor leuchtenden Bodenplatten aufstellen. Wessen Licht am Ende nicht leuchtete, war raus – so das Prinzip –, und was von der Idee her wie eine schöne, optische Rauswurf-Methode klang, endete in einem hektischen "Oh, äh, du bist wohl raus, ciao". Cäcilias Licht erlosch, während Heidi noch mitten im Satz war, und es blieb kaum Zeit für ein "Leb wohl", da war die Drittplatzierte schon runter von der Bühne.

Nachdem ohnehin von Anfang an schon klar gewesen war, wer die Topmodel-Krone mit nach Hause nehmen würde, wirkte Cäcilias Abgang so gefühlskalt wie auch der Rest der Folge. Ja, und das, obwohl da noch eine Hochzeit kam...

Klaudias K

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Bild: picture alliance / Geisler-Fotopress

Klaudia mit K: Der Name ist Programm. Denn diese arme Frau kann vermutlich nicht mal aufs Klo, ohne dass ihr ein noch ärmerer Kerl im schwarzen Bodysuit mit einem gigantischen, roten Glitzer-K dorthin folgt.

"Und was machst du beruflich?" – "Ich arbeite als Buchstabe."

"Hab gehört, hier sind noch welche Single..."

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Hier wird jetzt geheiratet, basta!! Bild: picture alliance/dpa

Das war hier schon längst nicht mehr "Germany's Next Topmodel", sondern vielmehr "Germany's Next Superbride", als wir im Backstage-Bereich ein Dutzend Bräute präsentiert bekamen. Heidi hatte oft genug mit dem Zaunpfahl um sich geschlagen und immer wieder angedeutet, dass ihr ja selbst eine Hochzeit bevorstünde, sodass niemand mehr überrascht war, als der "Braut-Walk" angekündigt wurde.

Einer der Drehbuch-Autoren dieses Abends war da offenbar einer sehr simplen Gedankenkette gefolgt: "GNTM" wird hauptsächlich von Frauen geschaut – und was mögen Frauen? 😍 HEIRATEN! 😍 Ein Happy End, wie es im jahrhundertealten Buche steht! Aber Moment mal, hier waren ja noch gar nicht alle verliebt, verlobt, verheiratet – also mussten sich die Meedchen den vorwurfsvollen Spruch anhören: "Ich hab gehört, hier sind ja noch welche Single..." – Unerhört! Hier, nehmt Brautkleider, so, wie es sich für euch gehört!

Und langsam wurde klar: Die feministisch anmutende "Demo" vom Anfang hatte wohl aus Ausgleich für den darauffolgenden Abklatsch eines Junggesellinnenabschiedes herhalten sollen. Aber um diesem Mädchentraum noch ein romantisches Sahnehäubchen zu verpassen, musste natürlich auch direkt geheiratet werden. Logo.

DIE HOCHZEIT DES JAHRZEHNTS

Spätestens, als Theresia im wallenden Brautkleid auf ihren nichtsahnenden Thomas zuschwebte, fiel mir vor lauter Ungläubigkeit fast die Schokolade aus dem Mund. Hier würde jetzt nicht wirklich gleich live im TV geheiratet werden. Oder? Oder?

Tja, doch. Und das Ganze ähnelte einem Autounfall – ich wollte nicht hinsehen, musste aber. Und so ließ ich, untermalt vom eigenen hysterischen Gelächter, über mich ergehen, wie Thomas dann auch begriff: Ja, hier wurde jetzt geheiratet, ob er wollte oder nicht! Wie der andere Thomas, der Gottschalk, jetzt doch seinen großen Ring-Auftritt verpennte. Wie Heidi höchstpersönlich die Standesbeamte spielte. Und wie sich Simone und Sayana vermutlich fragten, seit wann die verdammte Theresia denn hier plötzlich die Protagonistin war. "GNTM"? Hatten wir inzwischen alle vergessen. Das war hier unsere deutsche Royal Wedding!

Heidis Junggesellinnenabschied

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#squadgoals? Bild: picture alliance/dpa

Und dabei wäre es so viel schöner gewesen, wenn nicht Theresia und Thomas, sondern Heidi und Tom hier vor laufender Kamera geheiratet hätten. Stattdessen schenkte sich die zukünftige Frau Kaulitz (Heidi Kaulitz? Klum-Kaulitz? Klaulitz?) in dieser Show einen Junggesellinnenabschied, der sämtliche 08/15-Punkte abhakte.

Channing Tatum will "GNTM" nicht verlassen

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Kurz und schmerzhaft: Channing Tatums Auftritt Bild: picture alliance/dpa

Und dem gefiel das Ganze scheinbar so gut, dass er einfach. Nicht. Abhauen. Wollte. Obwohl er scheinbar nur für ein Gruppen-Selfie eingeflogen worden war (?!), wirkte es doch sehr hektisch, dass er nach rund zwei Minuten ankündigte, jetzt wieder "loszumüssen", dann aber einfach nicht ging und stattdessen lieber im Pulk seiner muskulösen Buddies rumhing. So lange, dass Heidi selbst fragte: "Meintest du nicht, du musstest los?" Ja, genau, hau endlich ab! Reicht! Taylor Swift gab's auch nur auf der Leinwand zu sehen, bitte geh jetzt auch!

Wieso... so... sexy?

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... #couplegoals?! Bild: screenshot prosieben

Und dann kamen sie endlich, die WAHREN Stars des Abends, die wieder und wieder und wieder von Heidi angekündigt worden waren: Ihre "zukünftige Familie", ihr "baldiger Ehemann". Da waren sie dann plötzlich, Bill und Tom Kaulitz, und obwohl Tokio Hotel ja eigentlich aus vier Typen besteht, wurden die anderen beiden in die wirklich hinterste Bühnenecke verfrachtet. War aber vielleicht auch ganz gut so, denn ansonsten wären wir vielleicht zu abgelenkt gewesen, um wirklich wertschätzen zu können, was Bill und Tom da für eine heiße Show ablieferten.

Es kann nicht nur mir aufgefallen sein, dass Bill seinen Zwillingsbruder merkwürdig... sexy von hinten antanzte. Die Sexiness war aber schnell verflogen, denn plötzlich mussten sie in einem ausgewachsenen Monsun (verstehste? Monsun? Hehe.) performen und schlurften dann klitschnass und mit einem Nasser-Hund-Look zu Heidis Sofa hinüber. Ähnlich nass ging's dann zwischen Heidis und Toms Mündern her. Und beim "Hi, Schatz" lief mir dann auch ein Schauer den Rücken runter.

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"Kooomisch, es ist unentschieden!"

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Simone oder Sayana? Ist das eine rhetorische Frage? Bild: picture alliance/dpa

Wir näherten uns allmählich dem Ende dieses zugegebenermaßen legendären Abends. Es war an der Zeit, zwischen Sayana und Simone zu entscheiden. "Wer würde es nur werden?", fragten sich exakt 0 Menschen in Deutschland. Um sicherzugehen, rief Heidi aber noch zur kurzen Sofa-Umfrage auf: Simone oder Sayana? Tom und Bill: Yeah, Simone! Georg und Gustav (so heißen die anderen Tokio Hotels übrigens): Yeah, Sayana! Warum auch immer diese vier plötzlich zur Jury gehören, aber yeah!

Und um's besonders geheimnisvoll zu machen, sollten Gottschalk und Tyra Banks dann doch bitte geheim abstimmen. Was, nebenbei bemerkt, durch Heidis darauffolgenden Kommentar völlig entwertet wurde: "Wir haben ein Unentschieden!" Die Konsequenz überraschte ebenfalls exakt 0 Menschen in Deutschland: Heidi durfte allein entscheiden!

SIMONE, WELCHER STRIPPER IST DER GEILSTE?

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Yaaaaaay, Määääänner Bild: picture alliance/dpa

Es wurde dann Simone, wer hätt's geahnt? Doch anstatt die ihren wohlverdienten Sieg auch in Ruhe und im Kreis der Familie auskosten zu lassen, musste das frischgebackene "GNTM" erstmal prompt in den Backstage-Bereich kommen, um für "Red" dann noch ein bisschen die Stripper zu begaffen. Annemarie Carpendale gab alles, um die Männer dem Model schmackhaft zu machen: "Na, welcher wäre dein Typ? Na? Na? Na?" Denn Simone ist schließlich Single – und DAS GEHT JA NICHT!

Simone spielte nicht mit und betonte, nicht viel auf äußere, erste Eindrücke zu geben. Und das war wohl der applauswürdigste Moment des ganzen Abends.

Aber wie hat es euch gefallen? Hat Simone die Krone verdient? Schreibt's in die Kommentare!

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