Jogi Löw (2. v.l.) mit seinen Jungs beim Training vor dem Spiel gegen Portugal.
Jogi Löw (2. v.l.) mit seinen Jungs beim Training vor dem Spiel gegen Portugal.Bild: www.imago-images.de / Heiko Becker

"Mehr Offensivkraft": Löw mit Taktikwechsel vor Portugal-Spiel

19.06.2021, 09:32

Jetzt muss geliefert werden. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat sich durch die 0:1-Auftaktniederlage bei der Europameisterschaft gegen Frankreich selbst in Zugzwang gebracht. Gegen Portugal will Bundestrainer Joachim Löw an diesem Samstag (18.00 Uhr/ARD und MagentaTV) sofort die Trendwende schaffen. Sonst muss um das Achtelfinale gezittert werden.

Löw schaltet in den Angriffsmodus: "Taktisch müssen wir schon etwas anderes ins Spiel reinbringen, das heißt mehr Offensivkraft", sagte der 61-Jährige am Freitag auf der Pressekonferenz in München. Dabei ließ er offen, ob es auch personelle Wechsel geben wird. "Taktische Änderungen kann man mit der gleichen Formation durchführen, man kann aber auch einige Wechsel vornehmen", betonte Löw.

Das Team des Deutschen Fußball-Bundes benötigt im Duell mit dem Titelverteidiger ein Erfolgserlebnis. "Mit dem Druck können alle umgehen. Den kenne ich seit 15 Jahren. Der Druck wird uns nicht erdrücken", sagte Löw.

Timo Werner ist vor Spielbeginn zuversichtlich

Auch Timo Werner geht mit Zuversicht in das zweite EM-Gruppenspiel. "Eine Auftaktniederlage ist nie gut, weil der Druck sich dadurch noch einmal erhöht. Aber wir haben eine sehr gute Stimmung, obwohl uns allen klar ist, wie bedeutend das Spiel jetzt ist", sagte der Angreifer in einem Interview der "Welt". "Ich finde es wichtig, dass wir ruhig bleiben und nicht verkrampfen, denn sonst kann es gegen Portugal schnell in die andere Richtung gehen. Ich habe ein gutes Gefühl", sagte Werner.

Er ist fest von der EM-Wende für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft überzeugt. "Das Spiel hat uns nicht aus der Bahn geworfen", sagte der Stürmer in der ARD über den Turnier-Fehlstart. Das 0:1 gegen "starke Franzosen" sei vielmehr "ein bisschen unglücklich" gewesen.

Vor dem zweiten Gruppenspiel "haben wir die Stimmung sehr gut hochgehalten", meinte Werner und ergänzte: "Wir brauchen den Kopf nicht in den Sand zu stecken."

Von der deutschen Offensive erwartet der Angreifer von Champions-League-Sieger FC Chelsea eine klare Steigerung. "Es ist unser Ansporn, mehr und bessere Torchancen herauszuspielen und das Spiel zu dominieren", sagte der 25-Jährige.

Oliver Bierhoff will den Pokal in den Händen halten

Auch Oliver Bierhoff glaubt weiter an die Titelchance der deutschen Nationalmannschaft. Sein Traum wäre es, sagte der DFB-Direktor im SZ-Interview, "nach 25 Jahren beim Endspiel in Wembley an derselben Stelle den gleichen Pokal hochzuhalten. Ich hoffe, die Queen wird dann auch wieder kommen."

Das DFB-Team hatte den bisher letzten seiner drei EM-Titel 1996 im Londoner Fußball-Tempel gewonnen, wo am 11. Juli das Finale stattfinden soll. Bierhoff erzielte im Finale gegen Tschechien als Joker beide Tore, darunter das erste Golden Goal auf großer Bühne.

"Wenn du Europameister werden willst, ist das eine Drucksituation, der wir standhalten müssen. Kein Grund zum Weinen", sagte er und tippte auf ein "2:0 für uns". Dann könne man "etwas beruhigter ins dritte Spiel gehen und hätte die Sache selbst in der Hand".

Michael Ballack ist für mehr Offensive

Zum Abschluss der Vorrunde trifft die DFB-Auswahl am Mittwoch auf Außenseiter Ungarn. "Auf das Weiterkommen über den dritten Platz können wir uns nicht verlassen", stellte Bierhoff klar.

Auch der frühere Kapitän Michael Ballack sprach sich für eine offensive Ausrichtung des deutschen Nationalteams aus. "Wir brauchen eine Topmentalität. Und ich sage, dass wir eine andere Aufstellung brauchen – dann traue ich dem Team einen Sieg zu", sagte der 44-Jährige im Interview des "Sportbuzzer" vor der Partie in München. "Ich wünsche mir einfach mehr Offensivkraft und mehr Mut. Das hat die Mannschaft selbst ja auch schon angekündigt. Wir dürfen gegen Portugal trotz der Auftaktniederlage keine Angst haben."

(lfr/mit Material von dpa)

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