Sebastian Vettel äußerte sich kritisch gegenüber dem Formel-1-Rennen in Russland.
Sebastian Vettel äußerte sich kritisch gegenüber dem Formel-1-Rennen in Russland.Bild: www.imago-images.de / Eleanor Hoad

"Menschen werden getötet": Vettel wird nicht in Russland fahren – FIA sagt Rennen ab

25.02.2022, 13:2926.02.2022, 10:28

Sebastian Vettel schaute ernst, betrübt, fassungslos. Der russische Angriff auf die Ukraine, die explodierenden Bomben, die Panzer auf den Straßen haben auch den Formel-1-Star mitgenommen. Und für Vettel ist klar: Er wird in dieser Situation nicht in Russland fahren.

"Ich sollte nicht gehen, ich werde nicht gehen", sagte Vettel sichtlich bewegt über das geplante Rennen in Sotschi (25. September). Er sei "schockiert" über den "furchtbaren" Einmarsch in der Ukraine, sagte der 34-Jährige bei einer Pressekonferenz am Donnerstag bei den Testfahrten in Barcelona.

Vettel will auch unter den Fahrern diskutieren

Bekümmert und "traurig" sprach Vettel über den Krieg. "Menschen werden aus dummen Gründen getötet", sagte der Aston-Martin-Pilot, Russland habe eine "sehr seltsame und verrückte Führung". Deshalb wolle er nicht in Russland fahren. "Meine Entscheidung ist gefallen", sagte Familienvater Vettel, er werde das Thema auch in der Fahrergewerkschaft GPDA diskutieren: "Ich halte es für falsch, in diesem Land zu fahren." Und Weltmeister Max Verstappen (Red Bull) meinte: "Wenn sich ein Land im Krieg befindet, wäre es nicht richtig, dort zu fahren."

Besonders pikant ist die Situation indes für Mick Schumachers Haas-Team. Der US-Rennstall ist wirtschaftlich von seinem russischen Titelsponsor Uralkali abhängig, einem Bergbau-Unternehmen, und tritt seit einem Jahr in Rot, Blau und Weiß an, den Farben der russischen Flagge. In Barcelona wird der Rennstall nun zumindest wortlos Stellung beziehen: Am Freitag schickt Haas ein komplett in Weiß lackiertes Auto auf die Strecke.

Mick Schumacher fährt aktuell für das Haas-Team, das von einem russischen Sponsor abhängig ist.
Mick Schumacher fährt aktuell für das Haas-Team, das von einem russischen Sponsor abhängig ist.Bild: www.imago-images.de / Xavier Bonilla

Am Freitagmittag entschied die Formel 1, dass das Rennen ausfallen werde. Es sei "unter den derzeitigen Umständen" unmöglich, den Großen Preis von Russland auszutragen, hieß es in einer Mitteilung

Die Entscheidung wurde nach einem Treffen am Donnerstagabend von Formel 1, Motorsport-Weltverband Fia und den Teams getroffen. In die Entscheidung seien alle relevanten Interessengruppen einbezogen gewesen. "Wir beobachten die Entwicklungen in der Ukraine mit Trauer und Bestürzung und hoffen auf eine rasche und friedliche Lösung der derzeitigen Situation", hieß es weiter.

Die Königsklasse des Motorsports hatte zuletzt 2011 aus politischen Gründen auf ein Rennen verzichtet. In Bahrain wurde damals nach politischen Unruhen nicht gefahren, nachdem dort auch Menschen ums Leben gekommen waren.

(stu/sid)

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