Oana Nechiti und Erich Klann waren einst Profitänzer bei "Let's Dance".
Oana Nechiti und Erich Klann waren einst Profitänzer bei "Let's Dance".Bild: Andreas Rentz/Getty Images

"Deswegen können sie das auch nicht schätzen": Ex-"Let's Dance"-Profis kritisieren Jury-Job

15.05.2022, 14:43

Oana Nechiti und Erich Klann waren selbst jahrelang als Profitänzer ein Teil von "Let's Dance". Erich tanzte sogar zehn Jahre mit. Ende 2020 verkündete er seinen Ausstieg. Seine Partnerin Oana war 2018 zuletzt in dem Erfolgsformat zu sehen. In ihrem gemeinsamen Podcast "Tanz oder gar nicht" bewerten sie mittlerweile die Auftritte der Promis und Profis selbst.

In der jüngsten Folge sprachen sie nicht nur über die Leistungen im Halbfinale, sondern urteilten auch über die Juroren. Dabei übten die beiden deutlich Kritik daran, dass sie eben nicht den Aufwand der Anwärter auf den Titel "Dancing Star" zu schätzen wüssten.

Erich und Oana bewerten die Jury-Urteile

Zunächst stellte Oana insgesamt zur elften Live-Show fest: "Ich fand die Show gut, aber nicht so mega emotional oder spektakulär. Für mich ist der 'Magic Moment' die beste Sendung der Staffel. Beim Impro-Tanz haben das alle super gemacht. Es war nicht so viel improvisiert." Erich sah das Ganze so: "Beim Halbfinale insgesamt finde ich, dass manche ein paar Vorteile durch die Tänze hatten, bei denen sie brillieren oder auch glänzen konnten. Man wusste, das ist eine Vorlage. Im Prinzip war das so wie ein Elfmeter im Fußball."

Der 35-Jährige betonte jedoch auch: "Diese Woche war mit zwei Tänzen und einem Impro-Tanz die übelste Woche, die man sich vorstellen kann. Du bist die ganze Zeit am Nachdenken und fragst dich: 'Wie soll ich das schaffen?' Die Finalwoche ist definitiv entspannter. Aber jetzt kamen alle an ihre Grenzen, körperlich, mental, selbst die Profis. Du willst ins Finale kommen und dich nicht mit deinem Partner zerstreiten."

Dabei hob Oana besonders die Leistung von Amira Pocher hervor: "Mir hat am meisten gefallen, wie Amira im Opening getanzt hat. Da war eine Cha-Cha-Cha-Passage, wo ich dachte: 'Maschine, was ist das auf einmal?' Du siehst, wie sich die Promis tänzerisch entwickeln. Da habe ich eine sehr motivierte Amira gesehen. Sie wusste, was sie will, gibt Gas heute, das habe ich im Opening schon bemerkt."

Erich pflichtete bei: "Sehr bewusst hat sie auch diesen Quickstep getanzt." Im Anschluss daran richtete er sein Augenmerk schließlich auf die Juroren. Er kritisierte: "Ich finde immer schade, dass der Schwierigkeitsgrad nicht gemessen wird. Ich finde, da laufen Leute einfach durch und dann gibt es welche, die arbeiten im Training so hart an kleinen Details. Das wird überhaupt nicht geschätzt. Man rast da durch die Bewertung und man nimmt das nicht so auf."

Und weiter: "Ich wünschte, die Zuschauer würden sehen, wie das Training ins Detail geht. Die Jury ist auch nicht dabei, haben das Erlebnis in den Wochen nicht gehabt, 'Let's Dance' von vorne bis hinten zu machen, durchzuziehen und deswegen können sie das auch nicht schätzen. Das ist meine Ansicht und da kann man sich auch gar nicht darüber streiten, sondern das ist Fakt." Oana sah das ähnlich und sagte mit Blick auf ihre eigenen Erfahrung als "DSDS"-Jurorin im Jahr 2019 und 2020:

"Da bin ich voll bei dir, das sehe ich genauso. Es ist anders, wenn man das alles jahrelang am eigenen Leib gespürt hat, wo man genau weiß, wie es auf der Seite aussieht. Ich weiß, wie sich die Jury-Seite anfühlt. Es ist so einfach, ich habe das selbst bei 'DSDS' erfahren können. Es ist leichter, darüber zu reden und mit Worten zu schmeißen. Ich habe sehr stark meine Worte mit Bedacht ausgewählt. Ich habe mir bewusst vorgenommen, jedem meine Aufmerksamkeit zu schenken, ob du gut bist, schlecht bist, ist mir egal, jeder hat meine Aufmerksamkeit verdient."

Darüber hinaus merkte Oana an: "Darum ging es mir. Danach dachte ich, ich möchte eine ehrliche Bewertung geben, möchte wirklich aus dem Bauch heraus ansprechen, was ich fühle. Ich habe versucht, stark auf meine Wortwahl aufzupassen, weil ich ganz genau weiß, dass es sehr viel mit den Menschen macht. Worte haben große Macht. Es ist eine ganz andere Sache, wenn du bei 'Let's Dance' offiziell die Position hast, als wenn wir hier jetzt im Podcast darüber quatschen."

Erich erklärte, dass ihm in seiner Zeit bei "Let's Dance" das Jury-Urteil nie wichtig gewesen sei. "Ich wollte einfach meine beste Leistung bringen. Vor allem meine Mutter wollte ich stolz machen. Das war immer meine Priorität. Zuschauer haben mich auch interessiert, aber die Jury nie", so der Vater zweier Söhne.

Bei Oana war das offenbar ähnlich: "Mich hat die Jury auch nicht wirklich interessiert, aber es hat meine Arbeit beeinflusst, weil es sich auf meinen Partner immer ausgewirkt hat. Mein Partner hat sich immer Sorgen und Gedanken gemacht und das machte es dann schwierig."

Der Profitänzer fügte hinzu: "Ich finde, es macht das kompliziert. Man selber nimmt das so wichtig und versteht gar nicht, wie unwichtig der Jury das ist, was sie manchmal sagen oder wie sie es sagen." Zum Schluss meinte Oana: "Die Aussagen sind zum Teil so, dass der Promi damit null anfangen kann. Sie sind sehr technisch. Die verstehen das nicht. Die erinnern sich nur an die wenigen Punkte, obwohl ich gesagt habe, dass es gut war."

(iger)

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