Nachdem sich Lena Meyer-Landrut jüngst musikalisch zurückmeldete, verriet sie nun, was sie aus ihrer Pause mitgenommen hat.

Lena Meyer-Landrut meldete sich kürzlich mit neuer Musik zurück. Bild: lenameyerlandrut/instagram

Lena Meyer-Landrut rechnet mit "ESC"-Erfolgsdruck ab: Werde "nie wieder so erfolgreich"

Lena Meyer-Landrut feierte gerade ihre Rückkehr auf die Bühne – und das auch mit neuer Musik. In ihrem Song "Strip" geht es beispielsweise unter anderem darum, das zu tun, was einen glücklich macht. Genau darüber sprach sie nun auch im Podcast "happy, holy & confident" von Laura Malina Seiler. Es ging in dem Gespräch allerdings auch um Ängste vor Veränderungen, Selbstzweifel, Selbstverwirklichung und Erfolgsdruck.

Lena gestand dabei auch, dass Veränderungen ihr nicht unbedingt liegen. Doch manchmal sind sie eben unvermeidbar. Sie erklärt im Gespräch dazu ganz offen:

"Was will ich denn? Was macht mich denn glücklich? Was macht mich denn eigentlich unglücklich? Das bedingt ja, dass man sich auf die Suche begeben muss, was einen unglücklich macht. Sich die Fragen zu stellen, ist total riskant, weil es eventuell bedeutet, dass man etwas verändern muss in seinem Leben. Ich empfinde Veränderung immer als Anstrengung. Im Nachhinein als wunderschön und toll. Aber ich muss immer viel Mut aufbringen, um mich diesen Fragen zu stellen."

Veränderungen fallen Lena Meyer-Landrut schwer

Auf die Frage, was sie dann doch in die Veränderung treibe, verriet Lena, dass sie aktuell noch der Typ sei, der "rock bottom" brauche, um etwas zu verändern. Ihr müsse es erst "richtig, richtig schlecht gehen" und sie müsse erst mehrere Tage oder Wochen darüber verzweifeln, ehe sich etwas ändert. Das sei nicht bei allem so, aber bei vielem. Sie sei ein Typ, der es brauche, erst ganz unten zu sein. "In mir brodelt's lange, irgendwann knallt's und dann geht's. Wie so ein Schalter oder ein Abfluss, der geöffnet wird", so Lena.

Wichtig sei nur, dass sie auf die Erkenntnis selber komme und sie selber fühle. Sie müssen emotional bei ihr ankommen, nicht rational. Da könnten ihr noch so viele Leute Ratschläge geben, "wirklich etwas verändern tue ich erst, wenn es emotional bei mir angekommen ist" und sie spüre, es tue ihr nicht gut. Leicht falle ihr die Veränderung dann zwar dennoch nicht, aber es sei plötzlich schaffbar.

Öffentlichkeitsdruck lastet auch auf Lena

Lena spricht auch davon, sich von äußerem Druck freizumachen. Vor allem, wenn es um die Erwartungen anderer geht, "wie man auszusehen hat, wenn man in der Öffentlichkeit steht". Das sei etwas, womit sie sich immer beschäftige. Sie gesteht ganz offen:

"Dieser Öffentlichkeitsdruck – es ist nicht so, als sei ich davon nicht beeindruckt."

In den vergangenen fast zwei Jahren der Pandemie habe sie aber einen "großen Schritt in Richtung egal gemacht". Geholfen habe ihr dabei konsequent sich von Social Media zurückzuziehen. Dadurch habe sich "die Wichtigkeit relativiert". Mittlerweile sei sie dazu übergegangen, nur noch das zu posten, womit sie sich wirklich wohlfühle und nicht mehr das, wovon sie denkt, sie müsse es aus einem bestimmten Grund tun. "Ich glaube, damit macht man den besten Anfang. Irgendwo muss man ja die Kette durchbrechen", meint sie.

Lena gesteht: Erwartung an einen selbst ist die größte

Wenn es um ihre Musik geht, sagt sie, hat sie eher einen "Erfolgsdruck als einen Mögensdruck". Denn sie sei davon überzeugt, dass es immer ein paar Menschen geben wird, die es mögen. "Und selbst wenn nicht, gefällt es mir", stellt sie klar. Deshalb veröffentliche sie auch nichts mehr, nur weil jemand sagt, es sei erfolgsversprechend. "Davon bin ich komplett frei und mache einfach das, was ich gut finde." Dass es erfolgreich wird, hofft sie aber natürlich dennoch. Das liege aber auch daran, wie "erfolgsverwöhnt" sie sei.

Denn wenn man einmal Erfolg hatte, sei es schwierig beim nächsten Projekt nicht die Erwartung zu haben, wieder erfolgreich zu sein. "Da ist die Erwartung an einen selber auf jeden Fall die größte", gesteht sie.

Nie wieder so erfolgreich wie beim "ESC" 2010

In Anspielung auf ihren großen "ESC"-Erfolg von 2010, durch den sie international bekannt geworden ist, sagt sie schmunzelnd: "Vielleicht ist mein Glück schon mal, dass ich nie wieder so erfolgreich sein werde, wie der erste Auftritt, den ich in meinem Leben hatte." Aber ein gewisser Restdruck bleibe, das sei aber auch gut, räumt Lena ein.

 Lena Meyer-Landrut aus posiert am 12. 03. 2010 in einem Fernsehstudio in Koeln mit Stefan Raab.

An der Seite von Mentor Stefan Raab reiste Lena zum "ESC" 2010. Bild: imago images / imago stock&people

Für Lena kommt Erfolg automatisch, wenn man Dinge aus Überzeugung und Leidenschaft macht. Mit dem innerlichen Erfolg kämen dann auch die "positiven Begleiterscheinungen wie Geld und Anerkennung", meint sie. Allerdings ist sie sich auch bewusst, dass sie natürlich privilegiert ist, aber sie käme ursprünglich eben nicht aus einer solch privilegierten Situation – lediglich innerlich, wie sie sagt:

"Weil mir immer beigebracht wurde, dass ich das machen darf, was ich möchte und dass ich gut bin und das alles ok ist. Ich durfte immer alles ausprobieren. Ich wurde nie zu etwas gezwungen oder reingedrückt. Das ist auf jeden Fall mein Privileg. Aber ich komme nicht aus einer finanziell privilegierten Familie. Oder einer Professoren-, Doktoren-Familie, was man als gesellschaftlich angesehen empfindet."

Wenn Lena an ihre turbulente Anfangszeit in der Musikbranche denkt, die direkt mit einem Mega-Erfolg begann, kann sie sich nicht davon frei machen, dass ihr schon bewusst war, dass eventuell etwas ganz Großes auf sie zukommt. Sie habe sich nicht davor verschlossen, "aber ich habe auch nicht damit gerechnet oder es forciert". Sie habe sich eher am Theater gesehen, aber ihre Furchtlosigkeit und die Unvoreingenommenheit habe ihr letztendlich alles ermöglicht.

(jei)

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Gute Nachricht

Edeka führt eine Änderung an der Kasse ein: Was das für Kunden bedeutet

Wer einkaufen geht, erhält im Supermarkt als Beleg gewöhnlich eine Quittung in Papierform. Dieses verselbstständigte System, an welchem ein hoher Papierverbrauch hängt, wurde von der Leitung der Edeka-Märkte nun endlich überdacht. Denn für die Umwelt ist die sogenannte Bon-Pflicht in Deutschland alles andere als positiv zu bewerten. Also hat sich der Supermarkt-Riese Edeka etwas überlegt, damit der Papierverbrauch sinkt.

Zukünftig soll es neben dem Kassenbon aus Papier nun auch eine andere …

Artikel lesen
Link zum Artikel