Beim Reisanbau entstehen große Mengen Methangas.
Beim Reisanbau entstehen große Mengen Methangas.Bild: iStockphoto / Yusfa Hidayatul Murteza
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Reduzierung von Methan: Fische auf Reisfeldern können Klima schützen

12.03.2021, 10:59

Ob in Form von Sushi, als Beilage zu einer Gemüsepfanne oder im Burrito – Reis ist ein unglaublich beliebtes Grundnahrungsmittel. In Deutschland isst eine Person im Durchschnitt fünf Kilo Reis pro Jahr, in China und Indien sind es sogar 100 Kilogramm Reis.

Das Problem bei der Gewinnung von Reis: Auf den Feldern entsteht Methangas, das etwa 25 Mal stärker als Kohlendioxid wirkt. Insgesamt kommen zwischen zehn und 20 Prozent des Methans in unserer Atmosphäre aus dem Reisanbau. Reis klimafreundlicher anzubauen, ist also ein wichtiges Ziel im Kampf gegen den Klimawandel, das jetzt vielleicht durch den Einsatz von Fischen erreicht werden kann. Die Idee: Sie werden auf den Reisplantagen ausgesetzt, fressen Plankton und senken so indirekt die Methanemissionen.

Dieses Vorgehen ist nicht völlig neu, schon zuvor haben Fische die Reisfelder zum Beispiel von Insekten und Krankheitserregern befreit, der Klimaaspekt blieb bisher jedoch unbeachtet.

Erste Experimente in Finnland

Die US-amerikanische NGO Resource Renewal Institute hat gemeinsam mit dem Ökologen Shawn Devlin verschiedene Studien und Tests durchgeführt. In Finnland hat die Zugabe von Barschen in einem See die Methanemissionen um ein Vielfaches reduzieren können. Die Forscher haben herausgefunden: Barsche ernähren sich von Plankton, die sich von kleinen Bakterien ernähren, welche wiederum Methan fressen. Wenn die Bakterien weniger Fressfeinde hatten, vermehrten sie sich und nahmen mehr Methan auf – und es stieg weniger in die Atmosphäre auf.

Seither wird eine ähnliche Methode auf Reisfeldern in Kalifornien getestet, dabei konnten die Methanemissionen um mehr als die Hälfte reduziert werden – und auch der CO2-Gehalt in der Luft wurde niedriger. Denn das Plankton, das die Fische fressen, nimmt CO2 auf und dient so als Kohlenstoffspeicher.

Großer Durchbruch?

Gegenüber "The Standard" sagt Steven Weiss, Biologe an der Universität Graz: "Die Kultivierung von Fischen zusammen mit Reis ist sicher nicht der große Gamechanger für den Klimawandel. Es ist nicht auszuschließen, dass manche Landwirte noch mehr Fische züchten werden, um den steigenden Bedarf zu befriedigen, und diese dann mit Zusätzen wie Fischmehl füttern, was für das Klima wieder ein Blödsinn wäre."

Der Biologe macht auf ein weiteres Problem aufmerksam: Bis die Fisch- und Reisproduktion perfekt auf die Region und ihre klimatischen Bedingungen abgestimmt sei, dauere es seiner Einschätzung nach Jahre. "Die meisten Landwirte können sich eine solche Auszeit vom Normalbetrieb schlicht nicht leisten." Der Ansatz sollte aber trotzdem verfolgt werden, neue Unterstützungs- und Finanzierungsmodelle für Landwirte könnten dazu beitragen, dass die Methode weiter getestet und ausgereift wird.

(sb)

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