Die Preise steigen im Supermarkt.
Die Preise steigen im Supermarkt.Bild: www.imago-images.de / Fleig

Bis zu 10 Cent teurer: Darum will dieser Schokoladen-Hersteller seine Preise erhöhen

22.10.2021, 15:09

Der bekannte Schokoladen-Hersteller Ritter Sport schlägt in Zukunft mehr auf seine unverbindliche Preisempfehlung für Händler drauf. Allerdings geht es dem Unternehmen dabei nicht um die Deckung von höheren Kosten, sondern er argumentiert die Preiserhöhung mit Investitionen in die Nachhaltigkeitskommunikation.

Spannend vor allem, weil es bei der Preiserhöhung auch um die Frage des Wettbewerbs geht. Produkte des Herstellers Ritter Sport kosten oftmals 1,19 Euro, während eine Tafel Milka-Schokolade des Hauptkonkurrenten Mondelēz im deutschen Handel meist 1,15 Euro kostet. Und das, obwohl der Hersteller bereits im Januar ebenfalls nachgezogen ist und seine unverbindliche Preisempfehlung für Milka-Schokoladen auf 1,19 Euro erhöht hat. Dies findet sich nur kaum an den Supermarkt-Regalen, wie das Branchenmagazin "Lebensmittelzeitung" schreibt.

"Ritter Sport ist mehr wert als Milka"

Derzeit sind zwar die Tafeln der beiden Schoko-Giganten für 59 Cent in der Aktion erhältlich, allerdings zahlen Konsumentinnen und Konsumenten seit diesem Jahr im Schnitt bereits
7 Cent mehr für die Produkte von Ritter Sport. 83 Cent kosten die Schokoladen-Tafeln derzeit von Milka, während für eine Ritter Sport Tafel 90 Cent fällig sind.

Die Begründung des Konzerns ist simple: "Ritter Sport ist mehr wert als Milka", sagt Ritter-Deutschlandchef Michael Lessmann, wie die "Lebensmittelzeitung" berichtet. Aber auch die häufigen Aktionspreise von Milka sind laut der Verbraucherzeitung ein Grund für die Preisunterschiede im Handel.

Weiterer Preisanstieg geplant

Jetzt will Ritter Sport diesen Preisunterschied offenbar weiter ausbauen. Künftig wird die unverbindliche Preisempfehlung für Ritter Sport Standard-Tafeln also nicht mehr 1,19 Euro lauten, sondern 1,29 Euro. Die Preise der höherwertigen Produkte sollen dem Unternehmen zufolge sogar auf 1,39 Euro beziehungsweise 1,49 Euro angehoben werden. Dies bezieht sich auf die Produktreihen "Nussklasse" und "Kakaoklasse".

Auch Preiserhöhungen gegenüber Händlern sollen im Gespräch sein, berichtet die "Lebensmittelzeitung". Ritter-Deutschlandchef Lessmann kämpfe für entsprechende Konditionsveränderungen, sagte er dem Verbrauchermagazin. Damit setzt sich Ritter auf eine lange Liste an Konsumgüterherstellern, die höhere Preise fordern. Dennoch wolle der Konzern die dort verbreitete Argumentation nicht mitgehen. So betonte Ritters Deutschlandchef gegenüber der "Lebensmittelzeitung": "Wir steigen mit Händlern in keine Diskussion über Rohwarenpreise ein."

Ritter Sport setzt auf Nachhaltigkeit

Stattdessen wolle der Konzern den Wert der Marke weiter betonen, begründet Lessmann. Und das nicht nur mit dem Preisunterschied zum direkten Konkurrenten Mondelēz, denn Ritter wolle Investitionen in die Nachhaltigkeit und die Kommunikation darüber tätigen. Vor wenigen Wochen startete Ritters Marketing-Kampagne, die die eigene Kakao-Plantage thematisiert. Lessmann erklärte in der "Lebensmittelzeitung", dass der Konzern damit "zum ersten Mal das Thema Nachhaltigkeit in den Vordergrund" rückt.

Auf den Plakaten der Kampagne sind Bilder von der eigenen Kakaoplantage in Nicaragua zu sehen. Seit 2012 investiert Ritter Sport in das 2.500 Hektar große Anbaugebiet. Ritter wolle in der Werbung nun "voll auf das Thema Kakao-Herkunft" setzen, sagt Lessmann.

(lc)

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