Mit diesem Bild machte eine Influencerin den "Influencer Gumpen" im Nationalpark Berchtesgaden weltbekannt.
Mit diesem Bild machte eine Influencerin den "Influencer Gumpen" im Nationalpark Berchtesgaden weltbekannt.Bild: Screenshot Instagram
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Ermittlungen wegen Reisefotos gegen sture Influencerin – Nationalpark zieht Konsequenzen

06.08.2020, 18:57

Was ist schöner als ein Foto im Infinity Pool? Richtig, ein Foto im Infinity Pool, umgeben von herrlicher, quasi unberührter Natur. Allein, mit dem Unberührt-sein der Natur ist es schnell vorbei, wenn aus einem "Geheimtipp" eine Touristenattraktion wider Willen wird.

So geschehen im Nationalpark Berchtesgaden, wo eine deutsche Influencerin den sogenannten Natural Infinity Pool groß machte, indem sie Fotos des in Bayern auch als "Influencer Gumpen" bekannten Orts mit ihren 1,2 Millionen Followern teilte. Dazu lieferte sie eine Wegbeschreibung zu dem ehemals versteckten und naturschützerisch wertvollen Ort, der weit abseits des offiziellen Wegenetzes im Nationalpark liegt.

"Nun besuchen jährlich tausende Fototouristen die Gumpen am Wasserfall", klagte der Nationalpark in einer Mitteilung. Die Folgen der Weltbekanntheit: Müll und Lärm im geschützten Bergwald, rund drei Kilometer neue Trampelpfade, illegale Lagerfeuer – und immer wieder Rettungsaktionen für in Not geratene Besucher.

Polizei hat Anzeige gegen die Influencerin gestellt

Jetzt will der Nationalpark Berchtesgaden dem Trubel einen Riegel vorschieben und den Natural Infinity Pool am Königsbach-Wasserfall sperren. Zudem hat die Polizei gegen die Influencerin eine Anzeige beim Landratsamt Berchtesgaden gestellt, wie die Behörde watson mitteilte – wegen illegalen Drohnenflugs.

"Am 5. Juni 2020 wurde die Angelegenheit (Aufnahmen einer Influencerin im Berchtesgadener Nationalpark) der unteren Naturschutzbehörde bekannt: Sie erhielt von der Nationalparkverwaltung Kenntnis, dass auf Instagram ein Drohnenvideo veröffentlicht wurde", erklärte das Landratsamt watson am Mittwoch.

Derzeit ermittele die Polizeiinspektion Berchtesgaden, die auch die Anhörung durchführt. Nach Abschluss der Ermittlungen werde die Naturschutzbehörde dann Prüfen, ob ein Bußgeld verhängt wird.

"Über laufende Bußgeldverfahren und die Höhe des festgesetzten Bußgeldes können verständlicherweise keine Auskünfte erteilt werden. Grundsätzlich reicht der vorgeschriebene Rahmen für das unzulässige Betreiben von Flugmodellen oder Starten und Landen mit anderen Luftfahrzeugen im Nationalpark von bis 50 Euro bis 2.500 Euro. Wie lange das Verfahren und die Ermittlungen andauern werden, lässt sich derzeit nicht abschätzen", so das Landratsamt weiter.

Park bat Influencerin, ihren Post zu löschen

Erst Anfang Juni hatte der Park auf Instagram versucht, den Menschen ins Gewissen zu reden und gegen "Selfie-Sucht in unserem Schutzgebiet" vorzugehen. Der Park bat die Influencerin außerdem, ihr Posting zu löschen, um noch mehr Nachahmer zu vermeiden. Nicht zuletzt gab es an einem "Pool" bereits Tote. Im April 2019 waren zwei Männer aus Sachsen ertrunken.

Erfolg hatte der Park mit seiner eindringlichen Bitte nur bedingt. Der Post ist weiterhin online, im Text dazu wird mittlerweile aber darauf hingewiesen, dass der Ort große Gefahren birgt und außerdem Müll und Trampelpfade sich negativ auf das Ökosystem auswirken. "Der Nationalpark möchte also nicht, dass noch mehr Menschen hierherkommen!", stellte die Influencerin klar.

Die Natur soll sich erholen

Die Nationalparkverwaltung Berchtesgaden strebt nun in Abstimmung mit dem Landratsamt Berchtesgadener Land ein Betretungsverbot für den Bereich des "Infinity Pools" an, damit sich die Vegetation erholen kann. Die Situation sei "so nicht länger tragbar". Das Königssee-Ufer und untere Terrassen am Wasserfall sollen zugänglich bleiben.

Das Landratsamt werde eine Verordnung erarbeiten, heißt es vonseiten des Nationalparks. Für Zelten und Biwakieren, Feuer machen, den Einsatz von Drohnen oder das Hinterlassen von Müll gibt es schon jetzt Bußgelder.

(pcl/mit Material von dpa)

1 Kommentar
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Die beliebtesten Kommentare
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Franz-Xaver Scheifele
29.07.2020 14:42
Was für ein unendlicher Schwachsinn dieser über unterirdisch viel Intelligenz verfügenden Schwachmaten!
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