Spargelreste müssen vielleicht bald nicht mehr im Müll landen. (Symbolbild)
Spargelreste müssen vielleicht bald nicht mehr im Müll landen. (Symbolbild)

Bild: iStockphoto / AaronAmat
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Weniger Müll: Aus Spargelresten werden Erdbeerschalen

21.06.2021, 07:19

Rund ein Drittel der Spargelernte ist Ausschuss, kann also nicht verarbeitet werden. Die Gründe sind vielfältig: zu lang, zu krumm, zu fleckig sind einige Stangen, um als Edelgemüse im Supermarkt zu landen. Und auch in der Sortierhalle fällt jeden Tag viel Abfall an, im Spargelbetrieb Geiselhöring in Straubing-Bogen alleine 1000 Tonnen aus Spargelschalen oder Spargel-Enden. Denn laut Vorgaben darf eine Spargelstange nicht länger als 22 Zentimeter sein.

Lange brachte Annika Baumann, die Betreiberin des Spargelbetriebs Geiselhöring, die Reste in eine regionale Biogasanlage. Bis sie die Idee hatte, ob man die faserreichen Gemüsereste nicht hochwertiger und nachhaltiger verarbeiten könne. Sie schrieb also eine Mail mit ihrem Anliegen an die Hochschule München, Fakultät Papier und Verpackung – und hatte Erfolg. Helga Zollner-Croll, Professorin für biogene Faserstoffe, zeigte Interesse.

Ein guter Schritt Richtung Nachhaltigkeit

Drei Jahre ist das her. Inzwischen hat das daraus entstandene Projekt eine alternative Einsatzmöglichkeit von Spargelfasern erforscht. Finanziert wurde das von Baumann zum Teil selbst, teils von staatlichen Fördergeldern. Es zeigte sich, dass sich die Spargelfasern gut für die Herstellung von Papier eignen.

"Wir konnten aus dem Spargel Fasermaterial gewinnen. Die raue Oberfläche eignet sich gut für Beerenverpackungen, beispielsweise für Erdbeeren", so Zollner-Croll zum BR. "Das ist ein guter Schritt in Richtung Nachhaltigkeit, denn durch Spargelfasern lässt sich der wertvolle Rohstoff Holz zum Teil ersetzen", erklärt Zollner-Croll das Projekt-Ergebnis.

Kein Abfall, keine Kosten

Für die Unternehmerin Annika Baumann hat sich die Investition gelohnt: denn ihr Betrieb vermarktet neben Spargel auch Erdbeeren und Himbeeren. Wenn sie ihre Spargelreste künftig zu Schalen verarbeiten könnte, würde sie Kosten und Abfall reduzieren. Allerdings gibt es die Schalen derzeit noch nicht im Handel.

Vorher braucht Baumann noch einen Karton- und Papierhersteller, der Lust hat, die Idee in die Praxis umzusetzen und die Schalen aus Spargelfaser produzieren will. "Anders als Altpapier eignen sich Spargelfasern gut als Verpackungsmaterial für Lebensmittel. Spargelfasern sind nicht vorbehandelt und dürfen deshalb direkt mit Lebensmitteln in Kontakt kommen. Das ist ein großes Plus", so die Professorin gegenüber dem BR.

(jj)

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