Umwelt
Bild

Ein Taucher erkundet ein Korallenriff. bild: picture alliance/imageBROKER

Sensation: Neue Entdeckung könnte krankes Korallenriff retten

Das drittgrößte Korallenriff der Welt, das Florida Reef, könnte dank einer sensationellen Entdeckung gerettet werden. Forschern des Florida Aquariums in Tampa ist es erstmals gelungen, geriffelte Kaktuskorallen in menschlicher Pflege zu reproduzieren.

Die Korallen waren gerettet und gepflegt worden, nachdem sie 2014, wie viele andere Korallenriffe weltweit, von einer Krankheit befallen wurden. “Wir verlieren Korallenarten schneller, als wir etwas über sie erfahren können”, sagte Keri O’Neil, leitende Wissenschaftlerin am Florida Aquarium, gegenüber CNN.

Vor diesem Hintergrund ist es um so bedeutsamer, dass die Wissenschaftler mit der neuen Erkenntnis nun grundlegende Informationen über die Biologie der Korallen erhalten. Den Forschern gelang es erstmals, den Reproduktionsprozess auf Video festzuhalten. Sie wissen jetzt beispielsweise, wann sie Babys haben oder wie ihre Larven aussehen und können somit gezielt neue Korallen reproduzieren.

Schaut euch diese Larven an! Ihr seht Kaktuskorallenlarven, die laichen und schwimmen. Diese wichtige Korallenschutzarbeit könnte dazu beitragen, Kaktuskorallen vor dem Aussterben aufgrund der Steinkorallen-Gewebeverlustkrankheit zu bewahren

Neue Hoffnung für Florida Reef

Dadurch hoffen die Forscher, die gesunden Korallen wieder in das beschädigte Riff, das auch "Americas Great Barrier Reef" genannt wird, einzuführen und es somit vor dem Absterben zu retten.

Roger Germann, Präsident des Florida Aquariums hält diesen Durchbruch für maßgeblich beim Schutz der Korallenriffe. Gegenüber CNN betont er:

"Gesunde Korallenriffe sind entscheidend für das Überleben und die Lebensqualität von Menschen und Tieren, insbesondere hier in Florida sowie in der Karibik und im Golf von Mexiko. Wir glauben, dass es unsere Verantwortung ist, das Florida Reef vor dem Verschwinden zu bewahren."

Roger Germann quelle: CNN

Wichtiger Bestandteil des Ökosystems

Etwa 70 bis 90 Prozent aller bestehenden Korallenriffe weltweit werden vermutlich in den nächsten 20 Jahren verschwinden, vermuten Forscher. Der sich erwärmende Ozean, saures Wasser und Verschmutzungen sind die Hauptgründe für das Sterben der Korallen.

Korallenriffe bieten Lebensraum und Schutz für viele Meeresorganismen, dienen als Stickstoffquelle und liefern wichtige Nährstoffe in der Nahrungskette. Sie sind ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems und besonders schützenswert.

(lau)

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0

Gastbeitrag

"Lasst die Häuser stehen!": Warum es falsch ist, Menschen wegen Kohleabbau umzusiedeln

Ab sofort lest ihr alle zwei Wochen Gastbeiträge von Fridays-for-Future-Aktivisten auf watson. Heute: Christina Schliesky über Umsiedlungen wegen des Kohleabbaus. Nach dem katastrophalen Kohleausstiegsgesetz ist klar, dass man seitens der Bundesregierung keine allzu große Unterstützung mehr erwarten kann. Die Klimabewegung muss jetzt zusammenhalten und solidarisch sein.

Standet ihr schon mal am Rande eines Tagebaus? Wenn man an einem Tagebau steht, sieht man kilometerweit nichts, außer einem riesigen Loch, das sich bis zum Horizont erstreckt, und dem Rauch aus den Schornsteinen der Kohlekraftwerke in der Ferne. Ich bin an so einem Tagebau aufgewachsen. Seinetwegen bin ich Aktivistin bei Fridays For Future geworden.

Als ich 14 Jahre alt war, standen meine Mutter und ich zum ersten Mal an diesem Krater. Es war ein beklemmendes Gefühl, als sie in die schwarz-graue …

Artikel lesen
Link zum Artikel