Bild
Bild: Hartmut Bösener/Imago/Watson/Montage Watson
Musik

Ein Tag Backstage mit einer weltbekannten Metal-Sängerin, die die Szene verändert

02.07.2019, 09:42

Ein Tag Backstage mit einer weltbekannten Metal-Sängerin

Video: watson/Lia Haubner, Helena Düll

Menschen, die Heavy-Metal machen, tragen schwarz und sind Männer – so lautet auch im Jahr 2019 ein weit verbreitetes Vorurteil. Auch über den Death-Metal gibt es dieses Klischee. Die Band Arch Enemy aber, die seit über 20 Jahren diesem Subgenre, in dem hohe Melodien auf extrem tief gestimmte E-Gitarren und E-Bässen gespielt werden, zugerechnet wird, ist anders.

Alissa White-Gluz ist die Frontfrau und Sängerin der Band – sie singt ganz typisch für ihr Genre nicht klar, sondern guttural, was man als "Growling" bezeichnet. Alissa kennt die Klischees. Der Grund: Sie ist eine Frau, sie hat blaue Haare, sie lebt vegan und sie ist straight edge (Anmerkung: Das ist eine Gegenkultur, in der die Mitglieder auf Alkohol, Drogen, Tabak und häufig wechselnde Geschlechtspartner verzichten. Oft leben sie vegan oder vegetarisch).

Alissa sagt:

"Ich wusste schon von Anfang an, dass ich in der Metal-Szene ein bisschen exzentrisch rüberkommen würde. Erstmal natürlich, weil ich ein Mädchen bin."

Doch allen Widerständen zum Trotz geht Alissa ihren eigenen Weg.

"Ich war schon mit aller Art von sexistischer Kritik konfrontiert: 'Wenn du so aussiehst, kannst du gar nicht intelligent sein', oder: 'Wenn du so klingst, kannst du gar nicht attraktiv sein.' Ich bin, wer ich bin. Take it or leave it. Ich werde mich nicht verändern."

Inzwischen ist sie aufgrund ihres Könnens, ihres Erfolgs, ihrer Werte und ihres eigenen Looks ein Vorbild für viele junge Frauen in der Szene.

"Ich weiß nicht, ob ich dem Stereotyp entspreche. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das nicht der Fall ist. Aber es sieht so aus, als würde ich vielleicht eine neue Art von 'Stereotyp' erschaffen: Wir sehen mehr und mehr Menschen, die sehr offen damit umgehen, was sie wirklich fühlen und denken. Sie sehen aus, wie sie aussehen wollen und haben keine Angst, sich selbst auszudrücken."
Gestritten wird immer: Experte erklärt Dynamik der Ampel-Koalition
Seit die Ampel vor einem Jahr ihre Arbeit aufgenommen hat, wird gestritten. Trotzdem: "Ich würde der Ampel kein schlechtes Zeugnis ausstellen", sagt Parteienforscher Benjamin Höhne im Interview.

Watson: Herr Höhne, als sich die Ampel formiert hatte, wollte man einen neuen Ton anschlagen und Streitigkeiten im Hintergrund lösen. Das hat sich als unhaltbar erwiesen. Was ist denn die bessere Variante?

Zur Story