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Städte wie New York haben bereits seit Jahren eine hohe Einwohnerdichte. Bild: getty images

Zahl der Millionenstädte hat sich verdreifacht – gut ist das nicht

Häufig locken Großstädte mit vielfältigen Jobangeboten und besseren Lebensbedingungen. Viele Menschen flüchten deshalb von ländlichen in urbane Bezirke. Entsprechend schnell hat sich das Städtewachstum in den letzten Jahren entwickelt. Das verdeutlicht der aktuelle "Atlas of the Human Planet" der Europäischen Union.

Für diesen werteten Forscher Urbanisierungstrends zwischen 1975 und 2015 weltweit in 240 verschiedenen Ländern aus. Nach deren Kriterien gilt ein Lebensraum ab 5000 Einwohnern als urban.

Viele, viele, viele Städte

Demnach leben mittlerweile rund drei Viertel der Weltbevölkerung in Städten. Weltweit entspricht das etwa 5,6 Milliarden Menschen. Zum Vergleich: 1975 waren es noch 2,7 Milliarden Stadtbewohner. Allerdings stieg die Weltbevölkerung in dem Zeitraum von etwa 3,6 auf 7,6 Milliarden Menschen.

Dieser Zulauf wirkte sich auch auf die Urbanisierung selbst aus. In dem Bericht heißt es, dass sich die Zahl der Städte verdoppelte. Waren es 1975 noch knapp 7.000, sind es 2015 etwa 13.000.

Besonders in Asien gab es ein starkes Wachstum

Die Auswertung zeigt, dass sich die Zahl der Megastädte – Städte mit mehr als zehn Millionen Einwohnern – in den letzten 40 Jahren verdreifacht hat. Vor allem in Asien wuchsen die Millionenstädte rasant.

So entwickelten sich dort 14 Ballungsräume zu Megastädten. In Europa sowie Nord- und Südamerika wuchs hingegen im selben Zeitraum jeweils nur eine Megastadt heran.

In Deutschland leben rund 70 Prozent aller Einwohner in Städten, wie es in dem Bericht heißt. Damit ist es eines der Länder mit unterdurchschnittlicher Urbanisierung. Insgesamt gibt es hierzulande 86 urbane Zentren.

Nicht neu, aber bedenklich

Die voranschreitende Urbanisierung ist keine wirkliche neue Erscheinung, denn die Siedlungsdichte wächst weltweit bereits seit Jahrzehnten. Dennoch liefert der Bericht der EU Einblicke, wo genau sich Millionenmetropolen entwickeln und welche Folgen das für die Zukunft haben könnte.

So weisen deutsche Großstädte wie Berlin eine immer weiterwachsende Bevölkerungsdichte auf. Von Seiten des statistischen Bundesamts heißt es, dass die Einwohnerzahl in Berlin seit 1975 um 600.000 Menschen gewachsen ist. Das führte zu Wohnraummangel oder auch überfüllten Straßen und damit einer stärkeren Luftverschmutzung.

In anderen Ländern gibt es zudem noch weitere Probleme, wie die Forscher im "Atlas of the Human Planet" schreiben:

"Viele Städte müssen angemessene Wohnungen bieten – was in Ballungszentren wie in Shanghai oder auch Delhi häufig fehlt. Außerdem ist es wichtig, dass sie eine gewisse Lebensqualität wie etwa sauberes Wasser, eine gute Verkehrsinfrastruktur sowie ausreichend Arbeitsplätze bieten."

Außerdem problematisch: Die wachsenden Städte verschlingen nicht selten wertvolles Ackerland und sorgen zudem für einen enormen Ressourcen- sowie Energieverbrauch. "Oft haben sie ein nicht nachhaltiges Wachstumsmuster entwickelt", heißt es in dem Bericht. Lösungen für das Problem werden darin nicht genannt.

Dabei gäbe es Optionen wie etwa grüne Energie oder auch Ressourcenteilung. In Deutschland gibt es zudem in einigen Städten Dieselfahrverbote, die zumindest die Schadstoffbelastung eindämmen sollen.

(tkr)

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