Gesundheit
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Burger essen geht zum Beispiel auch prima ohne Fleisch: Mit Alternativen aus Pilzen, Käse oder Hülsenfrüchten. Bild: iStockphoto / rez-art

Vegetarier wissen: Mit diesen 5 Lebensmitteln wird dir Fleisch nicht fehlen

Skandale in der Fleischindustrie sind nicht neu: Ob Gammelfleisch in Imbissbuden, Pferdefleisch in der Lasagne oder gar tödliche Listerien in der Wurst – schockiert haben uns die Vorfälle schon. Unser Essverhalten nachhaltig beeinflusst allerdings wohl kaum.

Nun aber wurden wegen eines einzigen Corona-Ausbruchs in einer Schlachterei ganze Landkreise lahmgelegt: Nachdem im Fleischbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück über 1500 Mitarbeiter positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden sind, wurde unter anderem über den Kreis Gütersloh der erneute Lockdown verhängt. Grund für den heftigen Ausbruch sind vermutlich die Arbeitsbedingungen im Tönnies-Betrieb sowie die Gruppenunterkünfte, in denen sich Krankheitserreger besonders schnell verbreiten können.

Vor diesem Hintergrund kann einem der Appetit auf das Schnitzel schon mal vergehen. Viele von uns werden momentan überlegen, wie wir unseren Fleischkonsum zumindest reduzieren können. Gleichzeitig lässt die Aussicht auf Tofu-Nuggets und Gemüseburger nicht bei jedem das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Fleischlos essen kann aber ganz schön kreativ und vor allem lecker sein – wenn ihr folgende alternativen Lebensmittel mal ausprobiert:

Seitan

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Verleiht Gluten wieder einen besseren Ruf: Seitan. Bild: iStockphoto / Romualdo Crissi

Seitan habt ihr vielleicht schon mal probiert – in asiatischen Restaurants gibt es diesen Fleischersatz recht häufig. Er ähnelt Tofu ein wenig, besteht im Gegensatz zum Soja-Block allerdings aus Weizeneiweiß, also Gluten. Seitan findet vor allem in der japanischen Küche Verwendung ist in Geschmack und Konsistenz recht fleischähnlich.

Wie verwenden? Das "Weizenfleisch" könnt ihr, ähnlich wie Tofu, sehr vielfältig zubereiten: Es macht sich gut in Curry oder Suppen, ihr könnt es aber auch als vegetarische Alternativen zu Geschnetzeltem oder Gulasch nutzen.

Wo kaufen? Seitan bekommt ihr fertig in größeren Supermärkten, Bioläden oder im Asia-Markt. Ihr könnt ihn allerdings auch selbst aus Mehl oder Glutenpulver herstellen, ein Rezept findet ihr hier.

Portobello

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Sieht einem "normalen" Burger-Patty täuschend ähnlich: Portobello-Pilz. Bild: iStockphoto / bhofack2

Portobello habt ihr vielleicht schon auf der Speisekarte vegetarischer oder veganer Burger-Restaurants gesehen: Dabei handelt es sich um einen großen, saftigen Pilz – ein Riesen-Champignon quasi. Wegen seiner Konsistenz eignet er sich, wie viele Pilze übrigens, als hervorragender Fleisch-Ersatz.

Wie verwenden? Der Klassiker ist wohl: Portobello marinieren, anbraten und mit Salat, Soße sowie Brötchen als Burger verspeisen. Weil die Pilze so groß sind, könnt ihr sie aber auch prima füllen, zum Beispiel mit Käse oder Gemüse, und im Backofen backen. Auch grillen kann man sie übrigens.

Wo kaufen? Manchmal gibt es die Riesen-Pilze in größeren Supermärkten. Ansonsten könnt ihr euer Glück bei größeren Gemüsemärkten und Markthallen versuchen.

Shiitake

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Shiitake-Pilze können sogar als Tee getrunken werden. Bild: www.imago-images.de / imageBROKER/Jürgen Pfeiffer

Ein weiterer Pilz, mit dem ihr prima Fleisch ersetzen könnt, ist Shiitake: Der Pilz stammt aus Japan und zählt zu den am häufigsten angebauten Speisepilzen der Welt. Beliebt ist er vor allem wegen seines Umami-Geschmacks: Umami wurde neben salz, sauer, süß und bitter als fünfte Geschmacksqualität definiert und schmeckt herzhaft nach Fleisch.

Wie verwenden? Shiitake-Pilze könnt ihr sehr vielseitig verwenden: Ihr könnt sie einfach mit Gemüse und Reis essen oder als Zutat für Suppen nutzen.

Wo kaufen? Frisch oder getrocknet gibt es sie im Asia-Markt oder in größeren Supermärkten.

Halloumi oder Paneer

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Angebraten im Salat macht sich Halloumi-Käse besonders gut. Bild: iStockphoto / Veliavik

Wem Tofu nicht schmeckt, sollte stattdessen mal Halloumi probieren: Die etwas festere, gummiartige Konsistenz und der herzhaft-salzige Geschmack kommen vielleicht nicht ganz an Fleisch heran – verleihen aber einem Gemüseteller mehr Wumms. Etwas cremiger ist Paneer, indischer Frischkäse, wie ihr ihn vielleicht schon einmal in Restaurant gegessen habt. Auch Paneer eignet sich hervorragend, um ein Curry aufzupeppen.

Wie verwenden? Halloumi könnt ihr einfach anbraten – in einer beschichteten Pfanne geht das sogar ohne Öl. In Würfel geschnitten schmeckt er prima im Salat anstatt Hähnchenbrust, als Scheibe macht er sich gut im vegetarischen Burger. Paneerkäse eignet sich natürlich super für indisch angehauchte Currys: Einfach kurz anbraten, zum Curry hinzugeben und mit Reis servieren.

Wo kaufen? Halloumi gibt es in jedem größeren Supermarkt. Paneer bekommt ihr im indischen Lebensmittelladen, manchmal auch im Asia-Shop – oder ihr macht ihn einfach selbst: Milch aufkochen, Zitronensaft hinzugeben, bis der Käse sich oben absetzt. Ein Beispiel-Rezept findet ihr hier.

Linsen oder Bohnen

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Bohnen, Linsen, Erbsen – in allen Formen und Farben. Sie sind leckere und an nicht-tierischem Einweiß reiche Lebensmittel. Bild: iStockphoto / monticelllo

Hülsenfrüchte kennen wir und haben sie alle schon einmal gegessen. Wegen ihrer Konsistenz eigenen sie sich allerdings hervorragend, um Fleisch zu ersetzen: Zum Beispiel könnt ihr Linsen statt Hackfleisch für eine Bolognese nehmen oder sie pürieren und zusammen mit Gemüse und Gewürzen zu einem Burger-Patty zusammenpressen. Ähnliches gilt zum Beispiel auch für Kidneybohnen: Ihr könnt etwa Frikadellen aus ihnen machen.

Wie verwenden? Hülsenfrüchte könnt ihr natürlich sehr vielfältig nutzen. Dabei müssen sie nicht zwangsläufig Fleisch imitieren. Wenn ihr euch vegetarisch oder vegan ernähren wollt, sind Linsen und Bohnen immer ein tolles Lebensmittel, das euren Gerichten etwas mehr "Gewicht" zu geben vermag. Plus: Sie sind tolle Eiweißquellen!

Wo kaufen? Ganz normal im Supermarkt. Exotischere Sorten, wie rote Linsen oder schwarze Bohnen, gibt es auch im Bioladen.

Bonus-Tipp: Misch Nüsse unter!

Wenn ihr den Eindruck habt, eure Fleisch-Ersatz-Produkte schmecken irgendwie fad, kann es daran liegen, dass ihr sie entweder nicht gut genug gewürzt oder mariniert – oder aber, dass sie einfach nicht genug Fett haben. Denn Fett ist ein guter Geschmacksträger. Dabei meinen wir nicht das mitunter schädliche Frittierfett oder gehärtete Öle, sondern gesunde Quellen wie Nüsse. Wenn ihr zum Beispiel eurem Soja-Hack für Bolognese, Frikadellen oder Chili sin Carne etwas mehr Pepp verleihen wollt: Einfach ein paar klein gehackte Walnüsse hinzugeben!

Und denkt dran: Ihr müsst nicht von heute auf morgen die Super-Vegetarier oder gar Veganer werden. Wenn ihr zumindest hin und wieder ein Fleischgericht durch eine pflanzliche Alternative ersetzt, tut ihr bereits eurer Gesundheit einen Gefallen – und helft dabei, den massenhaften Fleischkonsum und seine negativen Konsequenzen etwas einzudämmen.

(ak)

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    Alle Leser-Kommentare
  • der Interessierte 29.06.2020 20:53
    Highlight Highlight Mir schmeckt mein Fleisch auch weiterhin. Ich möchte, dass die Menschen fair bezahlt werden und das Vieh anständig geschlachtet wird. Das Essen von Fleisch an sich ist nicht unethisch und nicht unmoralisch. Außer man will das so sehen.
  • Kolos 28.06.2020 13:55
    Highlight Highlight Ich esse nicht oft Fleisch, aber die Möglichkeit besteht, wenn ich es essen möchte. So wäre es auch richtig. Jetzt werden im TV verschiedene Ersatzprodukte gezeigt. Ich selbst habe auf so ein künstliches Essen kein Appetit. Das soll aber die Zukunft werden. Die Digitalisierung der neuen Weltordnung bringt nur so etwas. Da kann ich nur nein sagen. Es wird etwas zusammengebastelt und man muss es dann essen, weil nichts anderes vorhanden wird? Weil das Natürliche nicht mehr existieren wird? Schöne Aussichten. Dann werden wieder mehr Menschen schlank werden. Es wird aber eine komische Welt sein.
    • Jaisalmer 29.06.2020 14:08
      Highlight Highlight Weisst du was alles in Fleisch drin ist heutzutage? Wie viel Antibiotika?

      Und was hat das mit Digitalisierung zu tun?

      Vegane Produkte werden hautsächlich aus Soja-, Erbsen- oder Weizenprotein hergestellt. Was ist da dran nicht natürlich? Das wächst ja nicht im Labor, sondern auf einem Acker.
    • der Interessierte 29.06.2020 21:06
      Highlight Highlight Und Veganersatzzeug besteht aus allem möglichen Zeug aus dem Cemielabor. Die Rückseite von Veganprodukten durchlesen, lässt jedem den Appetit vergehen. Ich esse Naturfleisch vom Bauern, da weiß ich was drin ist. Habe auch schon selbst geschlachtet.
    • Jaisalmer 30.06.2020 14:45
      Highlight Highlight Der Interessierte:
      Wenn ich das schon lese: Veganerzeugs....

      Hast du die Rückseite von einem veganen Produkt überhaupt schon mal durchgelesen?

      Wenn du Naturfleisch vom Bauern ist, dann ist das löblich. Ich würde aber mal sagen, 95 Prozent der Fleischesser tun das nicht.
  • Zweiundvierzig 27.06.2020 12:34
    Highlight Highlight Wenn ich Pilze essen will, esse ich Pilze. Wenn ich Hülsenfrüchte essen will, esse ich Hülsenfrüchte.
    Und wenn ich Fleisch essen will, esse ich Fleisch!
    Das Gummizeug geht nicht an mich (wie auch manche Tintenfischringe) - dann lieber ein Brot.

    Es gibt eine relativ einfache Lösung für das Fleischproblem. Eine Limitierung des Exportvolumens und mit der Konsequenz leben, dass Fleisch ein Luxusgut ist und daher der prekären Masse nicht täglich zugänglich.

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