Dschungelshow

Das Dschungelcamp gibt es 2021 nur als Ersatz-Show. Bild: TVNOW / Stefan Gregorowius

Analyse

Quoten-Sturz, reduzierte Werbe-Offensive – warum sich das Ersatz-Dschungelcamp für RTL trotzdem auszahlt

Das Dschungelcamp ist für RTL von Jahr zu Jahr ein echtes Millionengeschäft. Vor allem durch Werbung verdient sich der Sender ein goldenes Näschen. Doch 2021 ist alles etwas anders. Aufgrund der Corona-Lage sagte RTL sein jährliches Camp in Australien ab. Stattdessen entschieden sich die Verantwortlichen für eine Ersatz-Show in Deutschland. Seit dem 15. Januar läuft nun also die "Dschungelshow". Auf den Gewinner wartet das goldene Ticket für das echte Dschungelcamp im Jahr 2022 – und 50.000 Euro. Doch nicht nur für die zwölf antretenden Promis dürfte die Ersatz-Sendung lukrativ sein.

Als der Sender verkündete, dieses Jahr auf eine Alternative zum Dschungelcamp in Deutschland zu setzen, waren alle Fans sehr gespannt, wie dieses aussehen würde. Zaubert RTL einen künstlichen Dschungel ins TV-Studio nach Köln-Hürth? Oder endet das Ganze als "Promi Big Brother"-Abklatsch? Die Erwartungen und die Neugierde waren hoch. Deshalb verwundert es auch nicht, dass die Einschaltquoten gerade zum Auftakt ziemlich hoch ausfielen. Insgesamt 4,18 Millionen Zuschauer schalteten die erste Folge ein. Auch die zweite Sendung verfolgten insgesamt noch 3,58 Millionen Menschen.

Tag 2: Dschungelprüfung

Den Start der "Dschungelshow" verfolgten Millionen von Zuschauern. Bild: TVNOW / Stefan Gregorowius

Schlechtere Quoten für Ersatz-Dschungelcamp – dennoch ein Erfolg

Doch danach ging es rapide bergab. Mittlerweile hat sich die Zuschauerzahl bei etwas über zwei Millionen im Gesamtpublikum eingependelt. Angesichts der Quoten von 2020 eher enttäuschend. Allerdings muss man auch immer beachten, dass diese Werte für ein Format zu dieser Sendezeit am späten Abend noch immer wahnsinnig gut und deutlich über dem Durchschnitt sind.

RTL kann die Show also durchaus als Erfolg werten – zumindest, wenn man in Köln nicht auf die Quoten des Original-Dschungelcamps spekuliert hat.

Aber auch unabhängig von den Quoten dürfte die Show für RTL ein gutes Geschäft sein. Denn die Alternativ-Sendung in Deutschland dürfte deutlich weniger Kosten als die Australien-Variante verursachen. Schätzungen zufolge sollen diese nämlich bei etwa 30 Millionen Euro liegen.

RTL reduziert Kosten deutlich

Für die zweiwöchige Reality-TV-Show live aus Australien greift der Sender Schätzungen zufolge jedes Jahr sehr tief in die Tasche. In den vergangenen Jahren war immer wieder von etwa 30 Millionen Euro die Rede. Wenn man das Ganze mal überschlägt, überrascht das wenig. Zum Auftakt der "Dschungelshow" verkündeten Sonja Zietlow und Daniel Hartwich noch, dass normalerweise etwa 100 Mitarbeiter an der Produktion in Australien mitwirken. Die müssen erst mal bezahlt werden.

Dschungelshow

Sonja Zietlow und Daniel Hartwich moderieren die "Dschungelshow". Bild: screenshot tvnow

Hinzukommen die Kosten für Anreise der Promis und des Teams, die Unterbringung im Luxus-Hotel, die Verpflegung und natürlich die Gagen der Kandidaten. 2020 soll der Spitzenreiter immerhin bis zu 150.000 Euro kassiert haben. Auch die Kosten für das Camp selbst sind nicht zu unterschätzen. Diese teilt sich die Produktion allerdings jedes Jahr mit der britischen Variante der Show, denn die produzieren am selben Ort in Down Under – nur ein wenig zeitversetzt.

Diesen Fixkosten gegenüber stehen natürlich die Werbeeinnahmen. Und die sind enorm. Das Beratungsunternehmen Ebiquity berechnete, dass RTL 2018 durch klassische Werbespots während der Dschungel-Staffel mehr als 37 Millionen Euro eingenommen hat.

Dschungelcamp-Einnahmen vs. Ausgaben

Dabei sind Kooperationen und Produktplatzierungen aber noch nicht mit eingerechnet. Die wurden aber in den vergangenen Jahren immer wichtiger. Wir erinnern uns: Keine Dschungelcamp-Folge verging ohne Produktplatzierung oder auch besonders teure Werbeformate kamen immer wieder zum Einsatz. Bei McDonald's durften die Camper beispielsweise nach ihrem Auszug einen Burger futtern. Oder die Werbung wurde als Split-Screen eingespielt, während man weiterhin das Geschehen im Camp verfolgen konnte.

Mc Donald's Werbung beim Dschungelcamp

McDonald's tauchte 2020 in verschiedenen Sonderwerbeformen auf. Bild: RTL

Außerdem hatte RTL sich ein komplettes Dschungel-Universum erschaffen. Verdient wurde an diversen crossmedialen Produktionen, die fleißig gesponsert wurden, dem Telefonvoting während der Show sowie Lizenzgebühren oder Online-Werbung, denn immerhin ist die Show auch auf TVNow abrufbar.

Kandidaten mit geringeren Gagen

Für das Jahr 2021 sieht das alles aber ein wenig anders aus. Die großen, auffälligen Werbeauftritte fielen aus. Stattdessen gab's nur die klassischen Werbepausen. Das dürfte auch bedeuten, dass der Sender deutlich weniger Werbeeinnahmen zu verbuchen hat. Allerdings wurde mit Sicherheit auch weniger ausgegeben. Allein die Gagen der Dschungelcamp-Anwärter fielen Schätzungen zufolge deutlich schmaler aus. "Nur" zwischen 15.000 und 65.000 Euro sollen die Promis für ihre Teilnahme kassiert haben. Und statt 100.000 Euro gibt's für den Sieger 2021 auch nur 50.000 Euro.

Auch die Produktion in Hürth dürfte vergleichsweise kostengünstig ausgefallen sein. Selbst Begleitpersonen mussten in diesem Jahr nicht mitfinanziert werden. Die weiteste und damit wohl auch teuerste Anreise hatte wohl Dr. Bob.

Tag 1: Dschungelprüfung

Dr. Bob wurde aus Australien eingeflogen.

Wenn man das also gegenüberstellt, dürften die fehlenden Einnahmen durch nicht vorhandene Sonderwerbeformate wohl zu verschmerzen sein.

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