Bisher fällt nicht für alle Getränke Pfand an. Bald wird die Pfandpflicht jedoch ausgeweitet.
Bisher fällt nicht für alle Getränke Pfand an. Bald wird die Pfandpflicht jedoch ausgeweitet.
Bild: ZB / Monika Skolimowska
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Erweiterte Pfandpflicht im Supermarkt ab 2022 soll Umwelt schützen

01.06.2021, 12:46

Das Flaschenpfand wurde vor knapp 17 Jahren eingeführt, um den Plastikmüll zu verringern. Bisher waren aber viele Produkte von der Regelung ausgenommen. Das wird das Bundesumweltministerium jedoch ab 2022 ändern und so den Umweltschutz vorantreiben. Für Plastik-Käufer wird es also teurer werden. Der Bundesrat billigte am Freitag eine gesetzliche Neuregelung, die unter anderem die Einwegpfandpflicht ausweitet.

Der Packungsinhalt hat bisher bestimmt, ob ein Produkt besteuert wurde. Dadurch waren etwa Frucht- und Gemüsesäfte von der Mehrwegregelung ausgenommen. Das wird sich ändern. Laut Gesetz sollen bereits im kommenden Jahr Ausnahmen bei der Einwegpfandpflicht wegfallen.

Saft, Milchmischgetränke, Cider? Künftig gibt es auch hierfür Pfand

Ab erstem Januar entscheidet nämlich die Art der Verpackung darüber, ob eine Pfandgebühr anfällt. Für Kunden, die gerne Smoothies, oder frischen Saft trinken, könnte ein Einkauf also teurer werden. Der Pfandbetrag: 25 Cent.

Auch Milchmischgetränke und Kaffee aus dem Kühlregal sollen künftig mit Pfand versehen werden, der Umwelt zuliebe. Produkte wie Apfelwein, Cider oder Energydrinks sind ebenfalls nur noch bis Ende des Jahres pfandfrei.

Für Eckhard Heuser, der Hauptgeschäftsführer im Milchindustrie-Verband, ist diese Änderung fehlgeleitet. "Plastikflaschen für Milch gehören in den gelben Sack und nicht in die Rücknahmeautomaten", sagte er der "Lebensmittelzeitung". Denn bei der Rückgabe sind besondere Hygienevorkehrungen zu beachten. Probleme könnten "gerade im Sommer, wenn die Flaschen im Lebensmitteleinzelhandel gepresst werden" auftreten, so Heuser.

In Supermärkten gibt es künftig eine erweiterte Pfandpflicht.
In Supermärkten gibt es künftig eine erweiterte Pfandpflicht.
Bild: www.imago-images.de / Christoph Hardt

Durch die sommerlichen Temperaturen können die Milchreste in den Verpackungen schimmeln, einen unangenehmen Geruch entwickeln und ein Gesundheitsrisiko darstellen. Heuser nennt die Gesetzesänderung "ein weiteres Beispiel für deutsche Plastikhysterie".

Auch eine "Rezyklatquote" wird eingeführt

Der Gesetzesnovelle ist Teil eines größeren Maßnahmenpakets zur Müllreduzierung. Die von der Europäischen Union beschlossenen Änderungen sollen in mehreren Etappen bis zum Jahr 2030 für mehr Nachhaltigkeit sorgen.

Vorgesehen sind etwa Vorgaben für die Gastronomie: Restaurants und Cafés müssen Waren zum Mitnehmen künftig auch in wiederverwendbaren Verpackungen anbieten. Die Mehrweg-Alternativen für Plastikbecher oder Styropor-Schalen sind ab 2023 vorgesehen. Die Mehrwegbehälter müssen vom jeweiligen Gastronom demnach auch zurückgenommen werden. Kleine Geschäfte sind davon ausgenommen - sie müssen ihren Kunden aber Essen oder Getränke auf Wunsch in mitgebrachte Behälter abfüllen.

Das Maßnahmenpaket sieht ebenfalls eine sogenannten "Rezyklatquote" vor, die vorschreibt, dass Getränkeflaschen aus Einwegkunststoff zu einem gewissen Prozentsatz aus recyceltem Plastik bestehen soll. So müssen Plastikflaschen ab 2025 mindestens zu einem Viertel aus recyceltem Kunststoff bestehen.

(lfr)

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