Boris Becker wurde bei der Live-Übertragung in Wimbledon viel Sympathie entgegengebracht.
Boris Becker wurde bei der Live-Übertragung in Wimbledon viel Sympathie entgegengebracht.Bild: Getty Images AsiaPac / Jono Searle

Boris Becker: TV-Stars ernten Kritik für Aussagen über Tennis-Legende

30.06.2022, 10:21

Aktuell laufen die Wimbledon Championships 2022, ein Gast kann jedoch nicht wie üblich zuschauen. Boris Becker, der das Tennisturnier selbst mehrmals gewonnen hat, ist derzeit in Haft. Für die BBC-Moderatoren John McEnroe und Sue Barker war das allerdings kein Grund, ihn nicht trotzdem zu ehren, was vielen Zuschauern nicht gefiel.

Liebesbekundungen für Boris Becker auf BBC

Noch vor einem Jahr war der ehemalige Tennisprofi Teil der Berichterstattung, in diesem Jahr sitzt er hinter Gittern. Da er jedoch mit dem Moderator John McEnroe befreundet ist, war er dennoch Teil des Beitrags. Dort sagte der McEnroe:

"Boris, wir lieben dich. Wir vermissen dich."

Sue Barker stimmte dem zu. Vor einer Woche berichtete McEnroe erst, dass er vorhabe, Becker im Gefängnis zu besuchen und er ihm leidtue. Die derzeitige Situation wäre "einfach schrecklich", erklärte er, und auch ihm gehe es deshalb alles andere als gut:

"Ich fühle mich einfach schrecklich. Er ist einer der großartigsten Spieler, die das Spiel jemals gespielt haben, und ich weiß, dass es Boris viel bedeutet hat. Er hat lange viel durchgemacht."
Boris Becker und John McEnroe kennen sich schon viele Jahre.
Boris Becker und John McEnroe kennen sich schon viele Jahre.Bild: Getty Images North America / Ezra Shaw

Und auch der Kommentator Andrew Castle nutzte die Live-Übertragung der Queen’s Clubs Championships Anfang Juli, um über Becker zu sprechen. Dort betonte er, er würde ihn vermissen. Er wisse, dass Becker im Gefängnis sei und auch warum. Dennoch sprach er ihn im folgenden Satz direkt an: "Boris, wir freuen uns, dich bei deiner Rückkehr begrüßen zu dürfen."

Ärger über Sympathie bei den Zuschauern

Diese große Sympathie gegenüber einem verurteilten Straftäter stoß einigen Zuschauern übel auf. Auf Twitter forderte eine Nutzerin den Sender deshalb direkt auf, Boris Becker nicht mehr zu erwähnen. Die Bürger würden Steuern zahlen, um Lizenzen zu kaufen, was Becker umgangen hätte.

Ein anderer Nutzer auf Twitter betonte, dass die Menschen Betrug wohl nicht mehr als Verbrechen ansehen. BBC hat eine Stellungnahme bisher verweigert, was weiteren Frust bei einigen Zuschauern auslöste. Eine Nutzerin fragte sich, wo hier die Rechenschaftspflicht bliebe, da die BBC immerhin eine von öffentlichen Geldern bezahlte Einrichtung sei:

"Wie können sie es wagen, es ist eine öffentliche Einrichtung, die von uns bezahlt wird. Sie sind so schlimm wie die öffentlich finanzierten Politiker, wo bleibt die Rechenschaftspflicht?"

Es gibt allerdings auch Zuschauer, die Boris Becker ebenso wie die Moderatoren vermissen. Einige fordern sogar, ihn freizulassen, und verteidigen die Kommentare von McEnroe und Co., da sein Verbrechen gewaltfrei war.

Boris Becker wurde zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt, weil er bei einem Insolvenzverfahren größere Teile seines Vermögens verschwiegen hatte. Darunter eine Immobilie mit einem Wert von etwa 1,2 Millionen Euro, sowie Anteile von Firmen und einer Summe von 427.000 Euro, die er unerlaubterweise auf andere Konten überwies.

(crl)

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