Sind beim FC Bayern aktuell höchstens zweite bis dritte Wahl: Joshua Zirkzee will verliehen werden, Angelo Stiller (r. daneben) seinen Vertrag nicht verlängern.
Sind beim FC Bayern aktuell höchstens zweite bis dritte Wahl: Joshua Zirkzee will verliehen werden, Angelo Stiller (r. daneben) seinen Vertrag nicht verlängern.
Bild: www.imago-images.de / Germann/ Eibner-Pressefoto

Keine Chance unter Flick: Zwei Bayern-Bankdrücker vor dem Abflug

26.12.2020, 17:57

Hansi Flick will als Cheftrainer des FC Bayern München auch Talente fördern. Das klappt bisher ziemlich gut: Alphonso Davies, Jamal Musiala, Chris Richards, Bright Arrey Mbi – die Liste an talentierten Jungstars, die sich unter Flick ins Rampenlicht spielen, ist lang.

Während die Nachwuchsspieler unter Ex-Trainer Niko Kovac noch einen eher schweren Stand hatten und kaum zum Einsatz kamen, machen viele unter Flick und seinem Co-Trainer Hermann Gerland, der seit eh und je als Talentförderer gilt, die nächsten Schritte.

Aber nicht alle. Zwei talentierte Jungstars, die zum Profikader gehören und auch schon Einsatzzeiten bekamen, kommen momentan nicht so recht zum Zug. Ihnen fehlt aktuell die Perspektive beim Rekordmeister. Deswegen wollen beide laut Medienberichten den FC Bayern verlassen, einer dauerhaft, einer auf Leihbasis.

Joshua Zirkzee: Ist eine Leihe die beste Lösung? "Er möchte unbedingt weg"

Joshua Zirkzee, niederländischer U21-Nationalspieler, liebäugelt demnach aktuell mit einem Leihgeschäft. Der 1,93-Meter-Stürmer wechselte im Sommer 2017 von Feyenoord Rotterdam nach München.

Bald Kollegen? Kölns Sebastiaan Bornauw, belgischer U21-Nationalspieler, im Duell mit Joshua Zirkzee.
Bald Kollegen? Kölns Sebastiaan Bornauw, belgischer U21-Nationalspieler, im Duell mit Joshua Zirkzee.
Bild: www.imago-images.de / Ulrich Hufnagel

Nun will der 19-Jährige laut einem Sky-Bericht im Winter innerhalb der Bundesliga wechseln. Als Hauptinteressent gilt der 1. FC Köln. Schon im Sommer hatten die Domstädter versucht, ein Leihgeschäft mit dem FC Bayern zu vereinbaren. Zirkzee war zu dieser Zeit noch der einzige Stürmer hinter Robert Lewandowski. Dann kam aber kurz vor Transferfristende Eric Maxim Choupo-Moting als "Vize-Lewy" nach München. Zirkzees Weg zu mehr Spielpraxis auf Topniveau war verbaut. Die Ausgangslage ist nun im Winter also eine andere, weswegen eine Leihe nun als wahrscheinlich gilt.

Im vergangenen Winter zeigte der junge Niederländer in der Bundesliga bereits, was er kann. Bei seinem Debüt im Dezember 2019 gegen den SC Freiburg war er gerade mal 104 Sekunden auf dem Platz. Dann schlich Zirkzee sich in den Strafraum, erster Ballkontakt, erstes Bundesligator. Mit seinem Premierentreffer zum 2:1 (90.+2 Minute) gegen die Breisgauer ebnete er damals den Weg zum 3:1-Endstand. Es sollten weitere Einsätze in der Saison 2019/20 folgen. In insgesamt 13 Pflichtspieleinsätzen markierte der gebürtige Schiedamer vier Treffer und einen Assist, genau so viele Scorerpunkte wie in der selben Spielzeit in 16 Drittliga-Partien für Bayerns Reservemannschaft. Es sah so aus, als wäre Zirkzee mit besseren Mitspielern noch besser.

So sah das damals aus: Zirkzee jubelt über den späten Führungstreffer gegen den SC Freiburg. Aktuell ist er nicht gefragt.
So sah das damals aus: Zirkzee jubelt über den späten Führungstreffer gegen den SC Freiburg. Aktuell ist er nicht gefragt.
Bild: imago images / Jan Huebner

Doch in dieser Saison hat er erst fünf Einsätze unter Flick, ein Tor oder eine Vorlage hat der Offensivmann noch nicht vorzuweisen. Zuletzt wurde er aber auch durch eine Covid-19-Infektion sowie eine Fußverletzung zurückgeworfen, seit Ende Oktober stand er nicht mehr im Bundesligakader der Bayern.

Bericht: Angelo Stiller wird seinen Vertrag beim FC Bayern nicht verlängern

Ein ähnliches Schicksal hat aktuell Angelo Stiller beim Rekordmeister. Der ebenfalls 19-Jährige ist zentraler Mittelfeldspieler, Flick beorderte ihn Ende November aus der Reservemannschaft zu den Profis. Stiller war seit der vergangenen Rückrunde Taktgeber der "kleinen Bayern", führte sie als defensiver Spielmacher zur Meisterschaft.

Angelo Stiller kommt in einem Champions-League-Spiel für Leroy Sané (l.) ins Spiel. Insgesamt durfte Stiller in der Königsklasse 19 Minuten spielen.
Angelo Stiller kommt in einem Champions-League-Spiel für Leroy Sané (l.) ins Spiel. Insgesamt durfte Stiller in der Königsklasse 19 Minuten spielen.
Bild: www.imago-images.de / ActionPictures

Flick holte ihn weiland in den Kader der ersten Mannschaft, da er in der Mittelfeldzentrale ansonsten nur noch drei fitte Spieler – Leon Goretzka, Javi Martínez und Marc Roca – zur Verfügung hatte. Doch seitdem die jüngst noch verletzten Corentin Tolisso und auch Joshua Kimmich wieder einsatzfähig sind, scheint der Coach Stiller nicht mehr zu benötigen.

Stiller: Gebürtiger Münchener will nicht verlängern

Der gebürtige Münchener kam als Neunjähriger vom TSV Milbertshofen an die Säbener Straße, durchlief seither alle Jugendmannschaften. "Ich bin durch und durch ein Bayer", sagte er im Juli im Interview mit dem "Kicker". Auf der Vereinshomepage des FCB erklärte er, dass es "etwas extrem Besonderes" für ihn sei, "das Bayern-Wappen auf der Brust zu tragen."

Jamal Musiala (l.) erhielt zuletzt den Vorzug vor Angelo Stiller (r.).
Jamal Musiala (l.) erhielt zuletzt den Vorzug vor Angelo Stiller (r.).
Bild: imago images / Maro Donato

Doch bei den Profis kam es für den U20-Nationalspieler Deutschlands erst dreimal dazu. Insgesamt 63 Minuten – 44 im DFB-Pokal gegen FC Düren und 19 in zwei Champions-League-Einsätzen – durfte er bisher unter Flick nur spielen.

Seinen Ende Juni auslaufenden Vertrag will Stiller bei den Bayern nicht verlängern, wie "Sport Bild" berichtet. Demnach hat der Spieler dem FCB schon Mitte November abgesagt, also noch bevor Flick ihn zu den Profis hochzog.

Er war wohl nur eine kurzfristige Ergänzung, zuletzt setzte Flick in seiner Rotation sogar im defensiven Mittelfeld neben Goretzka auf den offensiveren Jamal Musiala. Stillers Perspektive ist schlecht in München. Das wissen auch andere Klubs, und das auch nicht erst seit gestern: Union Berlin, der VfB Stuttgart und Werder Bremen sollen sich schon im vergangenen Sommer mit dem passsicheren Sechser beschäftigt haben. Auch Angebote aus England von den Wolverhampton Wanderers und vom FC Arsenal soll es gegeben haben.

Als heißester Kandidat allerdings gilt Bundesligist TSG 1899 Hoffenheim. Dort ist seit Sommer Sebastian Hoeneß Trainer, sein ehemaliger Förderer bei Bayern II. Im vergangenen Winter zog Hoeneß Stiller aus der A-Jugend in den Drittligakader des FCB hoch: "Er hat dann vom ersten Spiel an so agiert, als würde er schon länger in der Mannschaft auf dieser wichtigen Position spielen", schwärmte Hoeneß damals.

Sowohl Zirkzee als auch Stiller können also auf baldige Spielpraxis hoffen. Der eine per Leihe, der andere per ablösefreiem Wechsel. Selbst wenn man sich als talentierter Kicker nicht bei den Bayern-Profis durchsetzen kann – die Karrieresackgasse ist das noch längst nicht.

(as)

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