ARCHIV - 09.07.2022, Schleswig-Holstein, Keitum/Sylt: Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) und seine Frau Franca Lehfeldt kommen nach der kirchlichen Trauung aus der Kirche St. Severin. (zu dp ...
Franca Lehfeldt und Christian Lindner heirateten im Juli auf Sylt.Bild: Axel Heimken/dpa
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Nach Hochzeit mit Christian Lindner: Franca Lehfeldt wehrt sich gegen kritische Stimmen

01.09.2022, 14:58

Im Juli gaben sich Franca Lehfeldt und Christian Lindner auf Sylt in der Kirche St. Severin das Jawort. Die Feierlichkeiten dauerten drei Tage. Zahlreiche prominente Gäste aus Politik und Gesellschaft reisten dafür an die Nordsee. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ließ sich die Zeremonie nicht entgehen.

Die Hochzeit wurde allerdings von kritischen Stimmen begleitet. In den sozialen Medien ließen sich einige Personen über das Thema Steuerverschwendung aus. Zudem wurde moniert, dass die beiden einen unpassenden Zeitpunkt für die Feier gewählt hätten. Darüber hinaus gab es Kritik dahingehend, dass das Paar in der Kirche den Bund der Ehe einging, obwohl beide aus der Kirche ausgetreten sein sollen. Nun bezog die 32-Jährige allerdings zu einem ganz anderen Problem Stellung.

Franca Lehfeldt spricht über möglichen Interessenkonflikt

Im Interview mit der "Zeit" verteidigte Franca Lehfeldt jetzt die Entscheidung, nach der Hochzeit mit Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) weiterhin als Politikreporterin beim Sender Welt zu arbeiten. "Alles andere wäre geradezu ein Berufsverbot für eine Frau. Im Jahr 2022 erscheint mir das abwegig. Die Voraussetzung ist, dass ich mich an Regeln halte: Ich berichte nicht über die FDP und das Bundesfinanzministerium", stellte sie klar.

Und weiter: "Als Christian und ich zusammenkamen, war er nicht Bundesminister, und ich arbeitete noch bei RTL, habe intensiv die Corona-Politik gecovert und war, wie heute bei Welt, für CDU und CSU zuständig. Es gab wenige berufliche Überschneidungen. Natürlich war er, ich nenne es mal: ein umstrittener Oppositionspolitiker. Aber es war leichter, die FDP zu umschiffen."

Umso wichtiger sei ihr heute, dass sie ihren Anspruch verteidigt, über ihre Leistung definiert zu werden und nicht als "Frau von". Schließlich habe sie erst den Beruf und dann den Mann gehabt, betonte die Chefreporterin der Welt. Vor zehn Jahren hätte es gar keine Debatte gegeben, da habe sich die Frau fügen müssen, fügte sie hinzu. "Bei mir liegt alles offen. Ich mache nach bestem Wissen und Gewissen meinen Job", meinte Lehfeldt.

Dass in der Öffentlichkeit teils mehr über ihre Ehe mit dem Politiker gesprochen werde als über ihre Arbeit, sieht sie übrigens so: "Es ärgert mich nicht. Es ist part of the deal. Dass über meine Beziehung diskutiert werden würde, war mir bewusst." Ihr sei klar gewesen, dass eine Beziehung mit einer prominenten Person sie auch selbst in die Öffentlichkeit rücke.

Im Zuge dessen gab sie mit Blick auf die große Aufmerksamkeit rund um ihre Hochzeit abschließend an: "Als Journalistin respektiere ich die Themenwahl meiner Kollegen und Kolleginnen. Als Objekt der Berichterstattung bestehe ich auf Privatsphäre. Wir haben unsere Hochzeit daher zu keinem Zeitpunkt vermarktet." Zu der Kritik gegen Sylt als gewählten Ort der Hochzeit meinte sie übrigens lediglich: "Das ist unsere Privatsache."

(iger)

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