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Urteil: Bundesweite Stadionverbote dürfen ohne Beweise verhängt werden

27.04.18, 11:41
Aus 1. BL Saison 2017/18 Hannover 96 gegen den VfB Stuttgart 1:1 am 24.11.2017 in der HDI Arena. Im Foto: VfB Fans mit Banner Stadionverbot *** From 1 BL season 2017 18 Hannover 96 against VfB Stuttgart 1 1 on 24 11 2017 in the HDI Arena In the photo VfB fans with banner stadium ban

Stuttgart-Fans haben in Hannover eine klare Haltung zu Stadionverboten. Bild: imago sportfotodienst

Bundesweite Stadionverbote für Fußballfans bleiben nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zulässig. Die Karlsruher Richter wiesen laut einer Pressemitteilung am Freitag eine Verfassungsbeschwerde eines Fans von Rekordmeister Bayern München gegen ein, gegen ihn verhängtes Stadionverbot, als unbegründet zurück.

Die Sanktion könne auch ohne den Nachweis einer Straftat verhängt werden, wenn es eine auf Tatsachen gestützte Sorge künftiger Störungen gebe, so der Beschluss. Als Vorgabe für das Verhängen eines Verbots verlangt das Bundesverfassungsgericht aber, dass die Betroffenen zunächst angehört werden müssten.

Auf Verlangen sei ihnen zudem eine Begründung für das Verbot mitzuteilen. Der Kläger hatte 2006 als 16-Jähriger ein Auswärtsspiel der Bayern beim MSV Duisburg besucht. Nach dem Abpfiff kam es zu körperlichen und verbalen Auseinandersetzungen mit Duisburg-Fans.

Zwar wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs gegen den Bayern-Fan wegen Geringfügigkeit eingestellt. Dennoch sprach der MSV für den Fan auf Anregung der Polizei bis 2008 ein bundesweites Stadionverbot aus. Der FC Bayern schloss den Fan außerdem aus dem Verein aus und kündigte ihm seine Dauerkarte.

(tl/afp)

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