Die kapitalismuskritische Serie "Squid Game" ist weltweit ein voller Erfolg.
Die kapitalismuskritische Serie "Squid Game" ist weltweit ein voller Erfolg.Bild: imago images / Netflix

"Squid Game": Diese Szene war entscheidend für Netflix-Megahit – warum sie erst später eingefügt wurde

01.12.2021, 19:1402.12.2021, 13:29

Die südkoreanische Serie "Squid Game" ist der größte Netflix-Hit aller Zeiten. Die gesellschaftskritische Show hat seit ihrer Veröffentlichung im Oktober dieses Jahres bereits weit über 100 Millionen Zuschauer weltweit in ihren Bann gezogen.

In einem Interview mit der US-amerikanischen Zeitschrift "Vulture" sprach der Serienschöpfer Hwang Dong-hyuk über seinen Erfolgshit und verriet dabei außerdem, welche entscheidende Szene erst später eingefügt wurde – und warum.

Erste Version des Drehbuchs wurde bereits 2008 geschrieben

Hwang Dong-hyuk berichtete, dass "Squid Game" ursprünglich als Film erscheinen sollte. Die erste Version des Drehbuchs, die er bereits 2008 geschrieben hatte, war deutlich kürzer und hatte sich thematisch mehr auf die Spiele konzentriert. Erst nachdem Netflix 2018 Interesse an der Story gezeigt hatte, baute er den Plot weiter aus. "Die Serie hat mehr Raum für die Hintergrundgeschichten der einzelnen Charaktere gelassen und eine detailreiche Erkundung ihrer Gefühlswelt ermöglicht", erklärte der 50-Jährige gegenüber "Vulture"

Die Erweiterung der Story zur Serie, ermöglichten dem Autor nicht nur vielschichtigere Charaktere – sondern auch mehr. Im Interview berichtete Hwang Dong-hyuk, dass Undercover-Polizist Joon-hon im originalen Drehbuch gar nicht existent war. "Das Hinzufügen dieses Charakters hat es möglich gemacht, die Welt der Arbeiter und des Spielemachers zu zeigen", erläuterte er.

Wahl-Szene wurde erst später hinzugefügt

Doch es gibt noch eine weitere wichtige Änderung, welche die Wirkung von "Squid Game" komplett verändert hat. Der Drehbuchautor offenbarte: "Ich habe den Teil hinzugefügt, in dem die Teilnehmer wählen, um das Spiel zu verlassen und dann doch zurückkehren". Den Spielern wird in der Serie eine Demokratie vorgespielt, in welcher sie das Spiel jederzeit verlassen können, insofern die Mehrheit dafür stimmt. Zurück im Alltag werden die Kandidaten jedoch erneut mit ihren Geldproblemen konfrontiert und durch die Aussicht auf den Gewinn wieder in die tödlichen Spiele zurückgedrängt.

Hwang Dong-hyuk erklärte weiter, dass die Veränderung wichtig gewesen sei, um Zuschauern die Negativfolgen des Kapitalismus vorzuführen: "Im echten Leben haben wir auch alle paar Jahre die Chance zu wählen und so die Richtung zu verändern, in die sich unsere Gesellschaft entwickelt, doch oftmals merken wir, dass eine andere Regierung unser Leben nicht besser macht. Dasselbe gilt für die Leute in Squid Game – sie versuchen ihr Schicksal zu verändern, doch in Wahrheit verändert sich nicht viel".

(fw)

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