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Bild: watson-montage

Nach Absage an AfD: Rechte hetzen gegen Berliner Lokal – wir haben vor Ort nachgefragt

Ein Berliner Nobel-Restaurant steht im Zentrum eines Shitstorms von rechts. Der Grund: Das "Bocca di Bacco" weigerte sich, AfD-Spitzenpolitiker zu bewirten.

Es gebe die Annahme, dass Mitglieder der AfD-Fraktion Menschen aufgrund ihrer Herkunft "diskriminieren und diskreditieren", so begründete der Betriebsleiter des Restaurants, Martin Birnbaum, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur die Absage an die AfD-Spitze.

Die Absage sorgte bundesweit für Schlagzeilen.

An dem spontan anberaumten Abendessen wollten offenbar Parteichef Jörg Meuthen, Partei- und Fraktionschef Alexander Gauland, Co-Fraktionschefin Alice Weidel und der parlamentarische Geschäftsführer Bernd Baumann teilnehmen.

AfD-Fraktionssprecher Christian Lüth nannte die Entscheidung auf Twitter "undemokratisch und dumm".

Es war ein Tweet mit Wirkung...

Mit schlechten Google-Bewertungen wüten nun AfD-Anhänger gegen das "Bocca di Bacco". Immer wieder findet sich etwa der Kommentar: "Politisch Andersdenkende werden in diesem Schuppen also nicht mehr bedient? Das ist Diskriminierung in Reinperson (sic!)."

Der Kommentar kommt zusammen mit einer Ein-Stern-Bewertung. Hunderte solcher schlechten Bewertungen haben sich mittlerweile angesammelt. Die AfD-Anhänger senken so die Bewertung des italienischen Restaurants insgesamt.

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Bild: screenshot

Watson war vor Ort und hat nachgefragt, wie das Personal des Restaurants die Anfeindungen empfindet. Es handle es sich um den Shitstorm ihres Lebens, hieß es. Die Betreiber wollten nun prüfen, wie sie juristisch dagegen vorgehen können.

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Bild: Timo Stein

Gegenüber der "Welt" erklärte Inhaber Alessandro Mannozzi schriftlich:

"Unser Team heißt Gäste aus aller Welt seit 2001 willkommen. Diese sind unterschiedlichen Geschlechts, unterschiedlicher Abstammung und Rasse. Sie sprechen unterschiedliche Sprachen, gehören unterschiedlichen Religionen an und sind unterschiedlicher politischer Meinungen."

Die AfD teile diese Weltoffenheit, Toleranz und Akzeptanz nicht, so Mannozzi weiter. "Deshalb machen wir von unserem Hausrecht Gebrauch."

Immerhin: Es gibt auch Zuspruch für das "Bocca di Bacco". Zahlreiche Internet-Nutzer solidarisieren sich mit dem Restaurant.

"Ein wirklich ganz feiner Laden, in dem man sehr lecker essen kann. Ganz besonders empfehlenswert ist die 'Courage' (steht nicht auf der Speisekarte, wird aber bei Bedarf geliefert)", heißt es in einem Kommentar auf Google.

(ll/ts)

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