Deutschland
 03.05.2020, Berlin - Deutschland. Eine Atemmaske liegt verloren oder weggeworfen auf dem B

In Berlin zahlt ihr 50 Euro Strafe, wenn ihr ohne Maske in der Bahn sitzt. Oder im Bus. Bild: imago images / Sabine Gudath

In nur drei Wochen: 30.000 Masken-Verstöße in Berlin

Eines der effektivsten Mittel zur Pandemiebekämpfung lautet: Maske auf! Richtige Anwendung vorausgesetzt – die Maske muss Mund UND Nase bedecken – kann das Ansteckungsrisiko für Maskenträger laut einer WHO-Studie um den Faktor fünf bis sechs sinken. Masken sind also Pflicht (genauso wie ihr korrekter Gebrauch), entsprechend gilt auch eine deutschlandweite Pflicht zum Tragen einer sogenannten Mund-Nasen-Bedeckung.

Um diese Pflicht in ihren Bussen und Bahnen durchzusetzen, kann die Berliner BVG seit dem 8. Juli eine Vertragsstrafe in Höhe von 50 Euro verhängen, wenn ein Fahrgast keine Maske trägt. Die Maskenpflicht ist teil der Nutzungsbedingungen, wer keine trägt, verstößt damit gegen den Vertrag, der beim Kauf eines Tickets abgeschlossen wird.

30.000 Maskenmuffel in Berlin

Wie die BVG watson mitteilte, wird diese Vertragsstrafe in bisher rund 200 Fällen verhängt. Jeder Fall werde einzeln geprüft, sagte ein Sprecher. In manchen Fällen könnten Fahrgäste etwa ein ärztliches Attest vorlegen, das sie von der Pflicht befreit. Zwischen 95 und 98 Prozent der Fahrgäste trügen aber eine Maske, in den Randzeiten und am Wochenende ließe die Disziplin jedoch nach. "Für eine Stadt wie Berlin sind wir mit der Maskendisziplin zufrieden", so ein BVG-Sprecher zu watson.

Grundsätzlich würden Fahrgäste ohne Maske zunächst auf die Maskenpflicht hingewiesen und aufgefordert, ihre Maske aufzusetzen, wenn sie von den Sicherheitsmitarbeitern der BVG ohne Mund-Nasen-Bedeckung angetroffen werden.

Rund 30.000 solcher Fälle hat das Unternehmen seit dem 8. Juli registriert – im gesamten Geschäftsgebiet, verteilt auf drei Wochen. Was zunächst viel klingt, relativiert sich beim Blick auf die Gesamtzahlen. Etwa drei Millionen Fahrten zählt die BVG am Tag, seit Beginn dem 8. Juli wären das rund 63 Millionen Fahrten – den pandemiebedingten Fahrgastschwund nicht eingerechnet.

In den allermeisten Fällen reagierten die Angesprochenen positiv auf den Hinweis, bitte eine Maske aufzusetzen. Lediglich in 80 Fällen hätten Maskenmuffel beleidigend oder gar aggressiv reagiert. Ob die Menschen Kontrolleurinnen gegenüber öfter aggressiv werden als Kontrolleuren konnte die BVG nicht sagen.

Und 240 in München

In München, Bayerns Landeshauptstadt und Gegenentwurf zum gerne mal chaotischen Berlin, hat das dort für die Einhaltung der Maskenpflicht zuständige Kreisverwaltungsreferat 240 Maskenmuffel mit einem Bußgeld belegt, wie die Behörde watson mitteilte. Anders als in Berlin, handelt es sich hier aber nicht um eine Vertragsstrafe, sondern ein echtes Bußgeld – und zwar in Höhe von 150 Euro. Wie viele Verstöße in München insgesamt vorgekommen sind, war zunächst unklar.

Zwar werde keine Statistik darüber geführt, wo gegen die Maskenpflicht verstoßen wird, ob etwa im ÖPNV oder in Geschäften. "Wir schätzen allerdings, dass es sich bei einer großen Mehrheit der Fälle (circa 80 %) um Fälle des Nichttragens eines Mund- und Nasenschutzes beim ÖPNV handelt", sagte eine Sprecherin zu watson. Wie in Berlin befreie auch in München ein ärztliches Attest von der Maskenpflicht. Solche Fälle habe es aber noch nicht gegeben.

Ob sich Maskenlose aggressiv verhalten wollte das KVR nicht direkt sagen. "Die größere Mehrheit der Angesprochenen ist einsichtig", hieß es dazu. "In einzelnen Fällen kann es aber auch zu Unstimmigkeiten bis hin zu Aggressionen kommen."

(pcl)

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Markus Lanz will Virologe aus der Reserve locken – es geht schief

Während in der Nacht zu Mittwoch mit dem TV-Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden der Wahlkampf in den USA in die heiße Phase geht, wird hierzulande vor allem über die neuen Anti-Corona-Maßnahmen, die beim Bund-Länder-Gipfel beschlossen wurden, debattiert. Markus Lanz sprach mit seinen Gästen am Dienstag über beide Themen und versuchte vor allem Virologe Jonas Schmidt-Chanasit aus der Reserve zu locken.

Elmar Theveßen war aus Cleveland in Ohio live ins Studio geschaltet und berichtete von …

Artikel lesen
Link zum Artikel