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Dieter Nuhr teilt wieder aus. Bild: imago images / VIADATA

Neuer Shitstorm: Dieter Nuhr attackiert Ex-Grüne

Jutta Ditfurth ist Publizistin, ehemalige Grünen-Politikern, Stadtverordnete im Frankfurter Stadtparlament – und sie war Zielscheibe einer Kritik in Dieter Nuhrs Sendung am Donnerstag.

Der Grund: Ditfurth ist laut eigenen Aussagen an Covid-19 erkrankt und kann zurzeit mit Lesungen und Vorträgen kein Geld verdienen. Auf Twitter bat sie daher ihre Follower um Spenden – wie sie das schon einmal während einer Erkrankung Anfang des Jahres getan hatte.

Für diesen Spendenaufruf hatte Nuhr vor allem eines übrig: beißenden Spott.

Das sagte Dieter Nuhr über Jutta Ditfurth

"Jetzt muss sie auf Twitter betteln gehen, weil ein bisschen Geld bei aller Abneigung gegen die Kohle unverzichtbar ist", kritisierte Nuhr. Dabei bekomme sie als Stadtverordnete 1333 Euro im Monat.

"Ich musste fast weinen", ätze Nuhr. "Ich erzähle das nicht aus Häme, sondern aus Fassungslosigkeit. Denn ich glaube, es gibt eine Menge Menschen, deren Notstand gerade erheblich gravierender ist, als der von Frau Dithfurth." Diesen Menschen fehle es aber an "Dreistigkeit", befand der Kabarettist.

Der Twitter-Account Korallenherz verbreitete am Freitag den Clip. Darunter sammelte sich Kritik an Nuhr für dessen Beitrag. "Was hat das mit Satire zu tun? Das ist einfach nur erbärmliche Hetze", schreibt ein Twitter-Nutzer etwa.

Ditfurth erklärt ihre Lage

In einem Interview mit dem "Spiegel" am Samstag legte Ditfurth ihre Situation dar. Sie habe noch keinen Coronavirus-Test machen können, aber ihr Arzt habe Covid-19 diagnostiziert, dass ihre geschilderten Symptome ins Krankheitsbild passten.

Ihr Posten im Stadtparlament Frankfurt sei ein Ehrenamt. "Dafür gibt es weder Diäten noch Pensionsansprüche, sondern nur eine persönliche Aufwandsentschädigung von rund 1000 Euro im Monat. Das versteuere ich und mit dem Rest finanziere ich die parlamentarische Geschäftsstelle von ÖkoLinX im Römer."

Sie lebe von den Einnahmen aus ihren Büchern und von Vorträgen und Lesungen. Die Auftritte fallen nun während der Corona-Krise weg.

Sie habe auch in der Vergangenheit kein Geld beiseite legen können. "Ich hab mich früh dafür entschieden, dass ich als undogmatische Linke die Gesellschaft verändern will und zwar unabhängig von etablierten Strukturen. Das ist auch eine Entscheidung gegen Karriere", erklärt sie.

Der Spendenaufruf habe sie Überwindung gekostet. Aber sie sagt: "Ich bin in echter Existenznot." Sie hofft auf ein paar tausend Euro. "Bis jetzt bin ich einen weiteren Monat sicher, das sah vorgestern noch anders aus."

Ditfurth sieht sich einer "Hasskampagne" ausgesetzt

Ditfurth kritisierte auf Twitter, Nuhr sei mit seinem Beitrag auf die "angezettelte Hasskampgne" gegen sie aufgesprungen.

Rechtsextreme wie der österreichische Aktivist der Identitären Bewegung, Martin Sellner, oder der neurechte Verleger Götz Kubitschek hatten Ditfurth wegen ihres Spendenaufrufs online attackiert.

"In Zeiten von Corona zeigt sich, wer jemand ist: Menschenfeind oder Mensch", kommentierte Ditfurth den Beitrag Nuhrs.

(ll)

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