Jens Spahn - PK Coronavirus DEU, Deutschland, Germany, Berlin, 03.11.2020 Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister CDU, waehrend der Bundespressekonferenz zum Thema Die Pandemielage im Lockdown zum Umgang und der Bekaempfung mit dem Coronavirus in Berlin. Jens Spahn, Federal Minister for Health CDU, during a press call at the Bundespressekonferenz concerning on the spread of novel coronavirus and during the second wave of the coronavirus pandemic on November 3, 2020 in Berlin, Germany. *** Jens Spahn PK Coronavirus DEU, Germany, Germany, Berlin, 03 11 2020 Jens Spahn, Federal Minister for Health CDU, during a press call at the Federal Press Conference concerning on the spread of novel coronavirus and during the second wave of the coronavirus

Froh über mehrere gute Impf-Neuigkeiten: Gesundheitsminister Jens Spahn. Bild: imago images / Stefan Boness/Ipon

Fortschritte bei der Impf-Kampagne – Gesundheitsminister Spahn zeigt sich optimistisch: "Das ist ein guter Tag im Kampf gegen die Pandemie"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich hoffnungsfroh gezeigt angesichts jüngster Entwicklungen bei der Corona-Massenimpfung in Deutschland und der EU. "Das ist ein guter Tag im Kampf gegen die Pandemie", sagte Spahn am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Zuvor hatte es mehrere Schritte gegeben, die für eine etwas beschleunigte Impfkampagne sorgen könnten. Spahn zählte die Gründe für seinen Optimismus auf: "Wir können mehr Impfdosen pro Ampulle verwenden. Der zweite Impfstoffhersteller wird kommende Woche liefern. Der dritte Impfstoff steht vor der Zulassung. Uns stehen zusätzliche Impfdosen durch den neuen EU-Vertrag mit Biontech zu. Und wir bauen darauf, dass der Produktionsstandort in Marburg im Februar ans Netz geht." Er fügte hinzu: "Das heißt: mehr Impfstoff, mehr Schutz, weniger Angriffsfläche für das Virus."

20 Prozent mehr Impfungen mit vorhandenem Biontech-Impfstoff

Konkret heißt dies: Der zweite zugelassene Impfstoff des US-Herstellers Moderna kommt ab diesem Dienstag bei den Bundesländern an. EU-weit gibt es zudem eine neue Vereinbarung über bis zu weitere 300 Millionen Dosen Corona-Impfstoff der Mainzer Firma Biontech und seines US-Partners Pfizer. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA erwartet den Antrag des Hersteller Astrazeneca auf eine bedingte Marktzulassung in der EU. Mit einer Zustimmung wird gerechnet.

Am Freitagmittag war zuvor bekannt geworden, dass ab sofort 20 Prozent mehr Menschen mit dem Impfstoff aus einer Ampulle der Hersteller Biontech und Pfizer geimpft werden können. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA habe zugelassen, dass sechs statt bisher fünf Dosen aus einer Ampulle gezogen werden dürfen.

FILE - In this Monday, Dec. 14, 2020, file photo, a vial of the Pfizer-BioNTech vaccine for COVID-19 sits on a table at Hartford Hospital in Hartford, Conn. New research suggests that Pfizer’s COVID-19 vaccine can protect against a mutation found in two contagious variants of the coronavirus that erupted in Britain and South Africa. Those variants are causing global concern. They both share a common mutation called N501Y, a slight alteration on one spot of the spike protein that coats the virus. That change is believed to be the reason they can spread so easily. (AP Photo/Jessica Hill, File)

Jetzt noch ergiebiger: Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer. Bild: ap / Jessica Hill

Die Fläschchen werden vom Hersteller "überfüllt" geliefert. Da die Zulassung aber nur für die Entnahme von fünf Dosen erfolgte, musste die Restmenge bislang mit den Flaschen entsorgt werden. Das fällt nun weg.

Erste Studien zur Wirkung auf Virusmutation: "Effizient neutralisiert"

Der Impfstoff wirkt zudem offenbar auch gegen die neuartigen Virusmutationen aus Großbritannien und Südafrika. Das teilten beide Firmen am Freitag in Mainz und New York unter Verweis auf erste Studienergebnisse mit. Der Wirkstoff habe das veränderte Virus "effizient neutralisiert". Es handle sich aber um frühe Ergebnisse. Weitere Studien seien nötig.

Nach Angaben von Biontech und Pfizer handelte es sich um ein Experiment, bei dem eine im Labor nachgebaute Mutation in das archivierte Blutserum von 20 Menschen gegeben wurde, die an den vorangegangenen großen Zulassungsstudien für den Impfstoff teilgenommen hatten. Die Seren neutralisierten die Mutation im gleichen Ausmaß wie die unveränderten Varianten des Erregers.

"Ermutigt" von den Ergebnissen

Die für die Studie an der University of Texas in den USA genutzte künstliche Mutation enthielt demnach indes nicht das komplette Spektrum der Veränderungen, die an den in Großbritannien und Südafrika kursierenden Varianten auftreten. Die Firmen zeigten sich dennoch "ermutigt" von den Ergebnissen. Sie deuteten darauf hin, dass die Mutationen nicht resistent gegen die Impfung seien.

Zugleich gaben sie sich betont optimistisch, ihren Wirkstoff im Fall eines Verlusts der Schutzwirkung entsprechend verändern zu können. "Sollte das Virus sich so verändern, dass eine Anpassung des Impfstoffs notwendig wird, glauben wir, dass die Flexibilität der firmeneigenen mRNA-Technologieplattform von Biontech eine Anpassung es ermöglicht", hieß es in der Mitteilung.

(andi/dpa)

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