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Brandattacke auf Trierer Karl-Marx-Statue

10.05.18, 13:12

Auf die erst kürzlich in Trier errichtete Statue des Philosophen Karl Marx ist am frühen Donnerstagmorgen eine Brandattacke verübt worden. Ein an dem Bronze-Denkmal befestigtes Banner sei angezündet worden, berichtete die Polizei. Die Feuerwehr habe das Spruchband gelöscht. Sachschaden sei nicht entstanden.

Marx vor dem Brand

Die Enthüllung der Statue am Samstag. Bild: dpa

Die Polizei nahm Ermittlungen gegen Unbekannt auf. Einem Sprecher zufolge wurde das Banner komplett zerstört, so dass auch keine Schrift zu erkennen gewesen ist. Am Denkmal selbst waren am Morgen noch kleinere Aschereste zu sehen. Es war erst am vergangenen Samstag zum 200. Geburtstag von Marx enthüllt worden. 

Ein Geschenk Chinas

Die 2,3 Tonnen schwere und 4,40 Meter große Bronzestatue des chinesischen Künstlers Wu Weishan ist ein Geschenk der Volksrepublik China an die Stadt Trier. Nach Angaben der Stadt Trier trägt die Volksrepublik rund 56.000 Euro der insgesamt 92.500 Euro teuren Statue. Trier kommt für 36.500 Euro auf. In China hat der Marxismus trotz Jahrzehnten des marktgesteuerten Wachstums bis heute eine große Bedeutung.

Marx ohne Umhang

Karl Marx in Bronze. Bild: dpa

Ein Sprecher der Stadt Trier bedauerte den Zwischenfall: 

"Bei der Enthüllung der Statue haben sich viele Menschen mit unterschiedlichen Meinungen zur Marx-Statue friedlich und respektvoll damit auseinandergesetzt. Es ist schade, dass es nun zum Versuch einer Sachbeschädigung gekommen ist."

Er sagte weiter: "Wir hoffen, dass das nicht wieder vorkommt, sondern dass Meinungsunterschiede in Trier auf zivilisierte Art und Weise miteinander besprochen werden."

Demonstrationen und Kritik vor der Enthüllung

Die Aufstellung der Statue, die ein Geschenk Chinas ist, war bereits im Vorfeld umstritten. 

So hatte die Schriftstellervereinigung PEN-Zentrum Deutschland vor dem Festakts unter Verweis auf die Menschenrechtslage in China gefordert, die Statue vorerst nicht einzuweihen.

Die Lehren von Karl Marx haben das 20. Jahrhundert geprägt

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hatte die Entscheidung hingegen verteidigt und betont, dass es wichtig sei, Brücken zu bauen und das Verhältnis zu China zu intensivieren. Über die Aufstellung hatte es zuvor auch im Stadtrat intensive Diskussionen gegeben.

Begleitet wurden die Feierlichkeiten von mehreren Demonstrationen

Dafür:

Mitglieder der DKP demonstrieren bei der offiziellen Enthüllung der Karl-Marx Statue Bild: dpa

Dagegen:

Mitglieder der Jungen Alternative, der Jugendorganisation der AfD, demonstrierten vor der Enthüllung der Karl-Marx-Statue in Trier. Bild: dpa

Zunächst startete am Samstagvormittag nach Polizeiangaben eine Kundgebung des "Karl-Marx-Bündnisses" in Richtung Simeonstiftplatz, an der sich rund 500 Menschen beteiligten. An einer Kundgebung der AfD, beteiligten sich der Polizei zufolge rund 70 Menschen. Diese Demonstration sei wiederum von einer Veranstaltung des Multikulturellen Zentrums Trier mit rund 150 Demonstranten flankiert worden. Dabei habe es "gegenseitige verbale Anwürfe" gegeben, jedoch keine Zusammenstöße.

(ts mit dpa)

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