NPD redet von "Schutzzonen" für Deutsche und will in S-Bahnhöfen rumlungern

16.07.2018, 13:0317.07.2018, 07:24

Auch das noch: Die rechtsextreme NPD, die bei der vergangenen Bundestagswahl 2017 gerade einmal 0,4 Prozent der Stimmen erhielt, will nun ganz Deutschland "schützen". 

Bereits Anfang des Jahres rief die NPD bundesweit zur Bildung von Bürgerwehren auf. Das Ziel: "Schutzzonen schaffen!" Über die Kampagne berichtete nun die "taz".

Bürgerwehren sind in rechten Kreisen ein beliebtes Mittel,   

  • um Präsenz zu zeigen,
  • das Gewaltmonopol des Staates in Frage zustellen
  • und Andersdenkende einzuschüchtern.

Für die NPD ist Deutschland nicht erst seit der Flüchtlingskrise dem Untergang geweiht. Es bedürfe jetzt "nötiger denn je Männer und Frauen der Tat." "Seid dabei! Reiht Euch ein! SCHAFFT SCHUTZZONEN!", schreibt die NPD auf ihren diversen Facebookseiten.

Die Berliner NPD gibt nun vor, mit so einer Bürgerwehr in Berlin unterwegs zu sein. Sie zeigt in einem Video (gepostet am 11. Juni dieses Jahres), wie so eine Schutzzone in der Praxis aussehen soll. Im Bild laufen Parteifunktionäre mit roter Warnweste auf Karohemd durch Berliner S- und U-Bahnhöfe und kündigen an, verschiedene Strecken in Berlin regelmäßig abzufahren. Ein fettes "S" auf dem Rücken, Walkie Talkies in Händen, Stecker in den Ohren.

Sie stehen mit verschränkten Armen im Abteil, simulieren einen Plausch mit Fahrgästen oder helfen dem aufrechten Deutschen bei der Entschlüsselung von BVG-Netzplänen. Alles "aus Sorge für die Sicherheit in unserem Land". Natürlich.

Ganz schön komplex – so ein Fahrplan.
Ganz schön komplex – so ein Fahrplan.
screenshot facebook Landesverband NPD Berlin

Wie die "taz" berichtete, geht die DB Sicherheit sowie die Bundespolizei diesen Vorgängen nach. Bislang sei jedoch keine NPD-Streife tatsächlich in den Zügen angetroffen worden. 

Die NPD machte ihre Absichten im Februar 2018 publik. Der Parteivorsitzende Frank Franz hatte dazu aufgerufen.

"Dabei geht es nicht darum, paramilitärische Aufzüge zu veranstalten, sondern beispielsweise um Telefonketten, um Nachbarschaftshilfe oder tatsächlich um Bekannte und Nachbarn, die durch Rundgänge ihr Viertel zu einem sichereren Ort machen."
Frank Franz, Obernazi

Warum Facebook endlich Rechtsradikale sperrt:

Sein Stellvertreter Ronny Zasowk stellte dazu ganz pragmatisch fest: "Viele unserer Mitglieder und Unterstützer haben berufliche Erfahrungen im Sicherheitsbereich gesammelt." Und das wolle man jetzt nutzen. 

Begleitet wurde das mit den üblichen Parolen und Behauptungen wie: "Unsere Frauen" seien "Freiwild, das vom Staat zum Abschuss freigegeben wurde". Das Ziel formulierte Ronny Zasowk dann auch: "Ganz Deutschland muss eine Schutzzone werden."

Die NPD schickt ihre Türsteher in die Bahnen und hält sich für die Polizei. Bleibt die Frage: Wer schützt uns vor der NPD?

(ts)

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