Deutschland
26.03.2020, Berlin: Christian Drosten, Direktor, Institut für Virologie, Charite - Universitätsmedizin Berlin, aufgenommen im Forschungsministerium bei einer Pressekonferenz zum Nationalen Forschungsbündnis der Universitätsmedizin im Kampf gegen Covid-19. Foto: Michael Kappeler/dpa-pool/dpa | Verwendung weltweit

Christian Drosten hat für manche Kritik wenig Verständnis. Bild: dpa/Michael Kappeler

"Auf diesem Niveau kommen wir nicht ins Gespräch": Drosten kanzelt Kritiker ab

Der Berliner Virologe Christian Drosten sieht sich immer wieder Anfeindungen ausgesetzt. Vor allem in den sozialen Medien wird gegen Drosten ausgeteilt. Oft kommt die Kritik von Verschwörungsunterstützern, die in dem Chef-Virologen eine Hassfigur sehen. Jetzt hat Drosten auf einen seiner Kritiker geantwortet und deutlich gemacht, was er von dessen Meinung hält.

Der Schweizer Arzt Thomas Binder war bereits zuvor durch die Verbreitung von Verschwörungsmythen aufgefallen. Wie die österreichische Online-Plattform gegen Internetmissbrauch "Mimikama" berichtete, behauptete Binder unter anderem, das Coronavirus sei harmloser als eine Grippe, der neue Mobilfunkstandard 5G schuld an der Verbreitung und der Test auf das Virus die eigentliche Krankheit. Im April wurde Binder demnach festgenommen und in eine Psychiatrie eingeliefert.

Drosten kontert irren Tweet

Nun schoss der Arzt erneut mit einer irren Behauptung gegen Drosten. Der Virologe habe mit den Corona-Tests "Milliarden Menschen unsägliches Leid(en) angetan" und gehöre "verantwortlich gemacht", schrieb Binder auf Twitter.

Der Kardiologe legte mit dem gleichen Tweet nochmal auf Englisch nach. Daraufhin ließ Drosten ihn eiskalt abblitzen und zeigte, wie er mit dieser Art von Unterstellungen umgeht. "Oh je. Auf diesem Niveau kommen wir nicht ins Gespräch. Sie sind nun blockiert", antwortete Drosten trocken.

Die Antwort erinnert an einen Vorfall, als Drosten eine Presseanfrage der "Bild"-Zeitung öffentlich machte und mit den Worten "Ich habe besseres zu tun" abschmetterte. Die "Bild"-Zeitung war daraufhin in die Kritik geraten, weil sie über eine Studie Drostens einseitig berichtet und ihm nur eine Stunde Zeit gegeben hatte, sich zu dem Bericht zu äußern.

(lau)

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