Der Fleischer-Chefin Dhem gefiel am Donnerstagabend überhaupt nicht, was ihr ein veganer Unternehmer in der Talkshow von Markus Lanz vorrechnete.
Der Fleischer-Chefin Dhem gefiel am Donnerstagabend überhaupt nicht, was ihr ein veganer Unternehmer in der Talkshow von Markus Lanz vorrechnete.zdf-screenshot

Veganer rechnet Fleischer-Chefin bei Lanz das Geschäft kaputt

09.12.2019, 11:35

Markus Lanz blickte am Donnerstagabend auf seinen Teller – und fragte sich: Ist das gesund? Für uns und für den Planeten? In der ZDF-Talksendung ging es ums Fleisch. Wie viel dürfen wir uns in Zeiten der Klimakrise noch leisten?

  • Zu diesen Fragen hatte Lanz den TV-Koch Tim Mälzer, die bayerische Grünen-Politikerin Katharina Schulze, die Präsidentin des Bundesverbandes der Deutschen Fleischwarenindustrie, Sarah Dhem, und Jan Bredack, Besitzer einer veganen Supermarktkette eingeladen.

Es war nicht die grüne Spitzenpolitikerin und auch nicht der prominente TV-Koch, der die größte Aufmerksamkeit der Runde auf sich zog – stattdessen drehte sich das Gespräch um die Ausführungen des veganen Supermarktketten-Betreibern Bredack.

Bredack stellte der neben ihm sitzenden Fleischerin Dhem, die eigentlich in die Sendung gekommen war, um das Image ihrer Branche aufzubessern, ein desaströses Zeugnis aus. Im Zentrum stand Bredacks Prognose: "Wenn wir bis 2050 alle Veganer werden, was jetzt utopisch ist, würden wir zwei Drittel des CO2-Ausstoßes eliminieren können."

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Veganer stellt bei "Markus Lanz" CO2-Rechnungen auf

Schließlich gingen rund ein Viertel der CO2-Emissionen auf die Landwirtschaft zurück – und ein Großteil davon stamme aus der Viehhaltung. Eine Einschätzung, die der Weltklimarat ganz ähnlich sieht.

Bredack rechnete in der Folge die Klimabilanz von einzelnen Produkten vor: "Butter hat 28 Kilogramm CO2 pro Kilogramm Butter. Mal im Vergleich: Bei den Schweinen liegen wir bei 3,8 Kilogramm. Und wenn man deutsches Rindfleisch nimmt, dann liegt man bei so 20 Kilogramm CO2 pro Kilogramm Fleisch."

Die Fleischer-Chefin mit kaltem Blick

Das gute deutsche Kilo Kartoffeln hinterlasse hingegen 0,6 Kilogramm CO2 auf dem Erdball. Das müsse man sich, so Bredack, erst einmal auf der Zunge zergehen lassen. Dhem schaute den veganen Rechenmeister derart kalt an, als wäre er ein Schwein in einer ihrer Schlachtereien.

Die Fleischer-Präsidentin erklärte, ihre Industrie setze sich dafür ein, stets das ganze Tier zu verarbeiten und beim Umbau der eigenen Industrie vom Gesetzgeber behindert zu werden. Die Klimakrise könne nicht allein auf der Lebensmittelindustrie abgewälzt werden.

Dhem erinnerte an die Arbeitsplätze in der Landwirtschaft: "Wir sind gerade dabei, die Autoindustrie total kaputtzumachen. Wenn wir das mit unserem Ernährungssektor so weiter betreiben, dann haben wir auch da ein Problem."

TV-Koch Mälzer hing hingegen an Bredacks Lippen: "Ich fühle mich wahnsinnig dumm, dass ich noch nicht die Entscheidung getroffen habe, Veganer zu werden." Der vegane Supermarktbetreiber Bredack dürfte sich freuen.

(pb)

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