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Winfried Kretschmann führt in Baden-Württemberg als Ministerpräsident eine Grün-Schwarze Regierung an. screenshot zdf

"Da muss ich jetzt mal deutlich werden": Kretschmann platzte bei "Lanz" der Kragen

Deutschland und die sind EU weiter damit beschäftigt, die problematische Impf-Situation zu lösen und genügend wirksamen Impfstoff gegen das Corona-Virus ranzuschaffen. EU-weit steht derzeit besonders der Astra-Zeneca-Impfstoff in der Kritik. Bei "Markus Lanz" dagegen standen an diesem Abend erneut die Schließungen von Schulen und Kitas im Fokus der Diskussion.

Der Moderator und auch die Gäste übten Kritik an der indifferenten Politik der Regierung und der Ministerpräsidenten. Grünen-Politiker Winfried Kretschmann verteidigte geplante Schul-Öffnungen in Baden-Württemberg vehement und wurde dabei gegen Ende auch recht laut.

Das waren die Gäste bei "Markus Lanz" am 26. Januar 2021:

Winfried Kretschmann: "Psychologisch war das kein guter Zeitpunkt"

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Ministerpräsident Winfried Kretschmann war der ZDF-Talkrunde aus Stuttgart zugeschaltet. screenshot zdf

Die Schulen und Kitas bleiben in Deutschland weiter zu und die Präsenzpflicht für Schüler bleibt bis zum 14. Februar ausgesetzt. Dies verkündete Kanzlerin Angela Merkel vergangene Woche in einer Pressekonferenz. Ungefähr zur gleichen Zeit trat auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann vor die Kameras – und verkündete, er wolle Grundschulen ab Anfang Februar schrittweise wieder öffnen. Wie kann es zu solch unterschiedlicher Ausführung nach einem gemeinsamen Beschluss von Bund und Ländern kommen?

Ministerpräsident Winfried Kretschmann verwies als Antwort auf die Frage bei "Markus Lanz" auf eine Studie, die gezeigt habe, dass Kinder bis 10 Jahre das Corona-Virus weniger weiterverbreiten würden. "Deswegen haben wir diese Öffnung ins Auge gefasst", erklärte Kretschmann. Kurz darauf gab der Grünen-Politiker zu:

"Psychologisch war das kein guter Zeitpunkt. Aber ich stehe dazu, denn ich mache eine faktenbasierte Politik."

Grundsätzlich sei Kretschmann mit der strengen Politik der Kanzlerin einverstanden, die stets auf radikale Schließungen pocht. Dennoch würden dem Ministerpräsidenten eigene Zahlen vorliegen und, so Kretschmann, er habe schon auch noch einen eigenen Kopf.

"Markus Lanz": Gäste kritisieren Winfried Kretschmann

Moderator Markus Lanz stellten diese Antworten offenbar nicht zufrieden. Er ließ nicht locker, immer wieder hakte der 51-Jährige nach, verwies darauf, dass die Zahlen, die aus dem Frühjahr stammten und die Kretschmann als Grundlage nannte, die Auswirkungen von Mutationen des Corona-Virus nicht berücksichtigen würden. Lanz sprach von einem "Problem in der Vermittlung von Inhalten", nannte eine Notbetreuungs-Quote in Kitas von teilweise 70 Prozent "absurd".

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Prof. Alena Buyx ist seit 2020 Vorsitzende des Deutschen Ethikrates. screenshot zdf

Auch Ethikerin Prof. Alena Buyx zeigte kein Verständnis für die geplanten, schrittweisen Öffnungen von Grundschulen in Baden-Württemberg. Buyx erklärte:

"Als Mutter von Kindern weiß ich genau, wie sehr die kleinen darunter leiden. Aber ich kann nicht nachvollziehen, warum man damit nicht noch ein bisschen gewartet hat."

"Spiegel"-Journalist Martin Knobbe verlangte von der Politik, gerade bei einem solch sensiblen Thema wie der Schulpolitik, Einigkeit zu zeigen. "Es geht ja um die Symbolik", ließ Knobbe verlauten und richtete sich direkt an Kretschmann, "So wecken Sie natürlich auch Erwartungen in anderen Bundesländern."

Eine andere Perspektive brachte Intensivmediziner Dr. Tankred Stöbe ein. Als Notarzt und Bürger dieses Landes kritisierte er, "dass wir dauern die Pädagogik diskutieren und aus dem Auge verlieren, wer die wirklich Gefährdeten in diesem Land sind". Damit verwies Tankred Stöbe auf die noch immer hohen Infektionszahlen in Pflegeheimen.

Winfried Kretschmann reagiert mit klaren und lauten Worten

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Grünen-Politiker Winfried Kretschmann wehrte sich gegen die Kritik und die Vorwürfe an seiner Politik. screenshot zdf

Auf die Kritik von allen Seiten hin und weil Markus Lanz weiter nicht locker ließ platzte Winfried Kretschmann wenig später der Kragen. Es ginge hier nur um eine kleine Abweichung in der Absprache mit der Kanzlerin. "Jetzt wird schon wieder über DIE Schulen geredet", warf Kretschmann ein. Es ginge aber auch nur um eine schrittweise Öffnung speziell von Grundschulen.

"Ich weiß nicht, warum man das so aufbauscht", kritisierte der 72-Jährige mit lauter Stimme.

Er forderte: "Da wollen wir doch jetzt mal richtig gewichten. Und nicht so tun, als wären Grundschulen und Kindergärten das Problem der Pandemie."

Tatsächlich sind es die klaren und lauten Worte Winfried Kretschmanns, die von diesem Abend bei "Markus Lanz" widerhallen und am Ende aus der Sendung im Kopf bleiben. Es sind Worte, mit denen er nicht ganz unrecht hat.

Dies zeigte auch der weitere Verlauf der Sendung, in dem nur wenig Raum und Zeit blieb, um über nicht minder dringendere Fragen zu sprechen: über die weltweit ungleiche Verteilung des Corona-Impfstoffs beispielsweise oder über Horst Seehofers Vorstoß, die Reisefreiheit und den Flugverkehr weiter einschränken zu wollen.

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