Am 4. Oktober bargen Feuerwehr-Leute ein Tesla-Wrack. Bis heute ist unklar, was damit passieren soll.
Am 4. Oktober bargen Feuerwehr-Leute ein Tesla-Wrack. Bis heute ist unklar, was damit passieren soll.
feuerwehr tirol

Unfall mit Tesla: Warum sich niemand traut, diesen Wagen zu entsorgen

19.11.2019, 04:19

Dominik Freymuth fühlt sich einfach "verarscht". Anfang Oktober setzte der Tiroler nach einem Hustenanfall seinen Tesla vor die Wand. Der Beginn einer Odyssee durch die absurde Welt der E-Mobilität.

  • Freymuths Geschichte sorgt in Österreich für Schlagzeilen. Zwei Wochen nach dem Unfall auf einer Landstraße zwischen Kössen und Waldsee wurde der Tiroler aus dem Krankenhaus entlassen – und wollte sich endlich um das Wrack seines völlig zerstörten Teslas kümmern.
  • Doch der Haufen Schrott war nicht nur einfach Schrott, sondern auch hochgefährlich. Grund ist die 600 Kilo Batterie des Teslas, über deren Inhalt Experten im Unklaren sind. Die hält das Unternehmen von Elon Musk nämlich geheim – so verspricht man sich Wettbewerbsvorteile.

Bislang haben Rettungskräfte wenig Erfahrung im Umgang mit den empfindlichen Batterien: Nach einer ersten Explosion des Wagens am Unfalltag setzte die örtliche Feuerwehr das Luxus-Limousine erstmal in einem Spezialcontainer unter Wasser, um die Batterie abzukühlen.

Zu groß war die Sorge der Experten vor einer weiteren Explosion. Ein Experte musste her, um die komplexe Batterie zu entsorgen. Problem nur: So ein Experte konnte Freymuth gar nicht auftreiben. Das von Tesla angebotene Unternehmen hatte – so musste der E-Auto-Fan bald feststellen – gar keine Lizenz für eine Entsorgung. ("ORF")

Tesla bei Unfall zerstört: Entsorger fürchten weitere Explosion

Auch andere Entsorgungs-Unternehmen hatten geradezu Angst vor dem schwer zugerichteten Auto-Wrack. Ein Grund dafür ist laut dem Bericht des "ORF" demnach auch die völlige Unkenntnis der Entsorger darüber, was für Flüssigkeiten in dem Tesla so vorzufinden sind.

Welche Risiken bei der Bergung eines Teslas bestehen, ist völlig unklar. Sicher ist nur: die gewaltige Menge Energie, die das E-Auto antreibt, muss irgendwie entladen werden. Nur wie? Und wo?

In Deutschland und Belgien finden sich zwar Unternehmen, die seinen zerstörten Tesla aufnehmen würden, doch dorthin wird der Tiroler die Überreste seines Wagens kaum bringen können. Grund ist die europäische Gefahrengut-Genehmigung, die Österreich noch gar nicht übernommen hat. Freymuth sitzt also auf einer vielleicht tickenden Zeitbombe, den Überresten seines Teslas.

Der Abschleppunternehmer, der den Wagen damals vom Unfallort führte, hat die Tesla-Reste mittlerweile auf dem äußersten Rand seines Schrottplatzes geparkt. Auch er fürchtet eine weitere Explosion. Der frühere Tesla-Fan Freymuth sagt heute: "Ich kaufe mir sicher keinen mehr, jetzt, wo ich weiß, auf welcher Zeitbombe ich sitze."

(pb)

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