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Wie YouTube laut Forschern einen riesigen Beitrag zum Umweltschutz leisten könnte

08.05.2019, 18:29

YouTube mag die große Platform für Videos sein, viele von uns nutzen sie aber oft eher wie ein Radio: Das Video spielt ab, aber wir gucken nicht hin, sondern hören nur zu. Ob bei Musik oder Podcasts.

Wäre es da nicht effizienter und stromsparender, der Bildschirm könnte in diesem Fall gleich ganz aus bleiben?

Das haben sich auch Forscher der University of Bristol gedacht. In einer neuen Studie argumentieren sie: YouTube könnte massiv beim Stromsparen helfen, sollte der Dienst keine Bilder übertragen, wenn Nutzer nur die Audiospur hören möchten.

So haben die Forscher die YouTube-Studie erstellt

Zunächst haben die Experten errechnet, für welche Menge an CO2-Emissionen YouTubes Dienste verantwortlich sind. Anhand öffentlich zugänglicher Daten von 2016 schätzten die Forscher den jährlichen Stromverbrauch durch YouTube-Streaming ab. Diese Menge wiederum entspreche einem CO2-Ausstoß von zehn Millionen Tonnen im Jahr. (So viel CO2 stoße eine Stadt wie Glasgow mit knapp 600.000 Einwohnern aus.)

Sollte YouTube seinen Nutzern aber die Option zur Verfügung stellen, nur Audio streamen zu können, ließen sich jährlich zwischen 117.000 und 586.000 Tonnen CO2 einsparen, so die Forscher.

  • Um auf dieses Ergebnis zu kommen, nahmen sie an, dass 27 Prozent aller YouTube-Aufrufe für Musik erfolgten. Das ergab 2017 eine Analyse des US-Blogs "Pex".
  • Dann erstellten sie drei Szenarien. Im ersten nutzten 10 Prozent der YouTube-Musik-Streamer den Dienst im Hintergrund, ohne das Video aktiv anzuschauen, im zweiten waren es 25 Prozent und im dritten 50 Prozent. So ergaben sich CO2-Emissionen von 117.000, 293.000 und 586.000 Tonnen.

Aber: Diese YouTube-Funktion gibt es doch schon?

Tatsächlich bietet YouTube Premium (12 Euro monatlich) die Funktion, Videos auf dem Handy auch im Hintergrund ablaufen zu lassen.

Ob YouTube also eine Audio-Funktion kostenfrei zur Verfügung stellen wird, darf angezweifelt werden. Umweltschonend wäre es allemal, wie die Studie aus Bristol festhält.

"Globale digitale Dienste haben große (CO2)-Fußabdrücke, weil Milliarden von uns sie nutzen. Unser individueller Fußabdruck ist klein", sagte Christ Priest, einer der Autoren der Studie, dem US-Portal "Verge". "Es ist wirklich wichtig, dass die Service-Anbieter Verantwortung für Maßnahmen übernehmen, die den Gesamt-Fußabdruck reduzieren können, anstatt dass Einzelperson das Gefühl haben, sie müssten sich aus Umweltgründen einschränken."

(ll)

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